4. Advent??

Ja, ich weiss, Greta hat es ja gesagt: WIR SIND SCHULD! Sorry …

Im Wohnzimmer habe ich alle 4 Kerzen angezündet und das Haus ist festlich dekoriert … aber es will so gar keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Könnte am Frühling liegen? Ja, am Frühling!

Ich gehe dick eingepackt mit meiner kleinen Hündin spazieren und schwitze wie ein Pferd (woher kommt bloss diese blöde Redewendung?). Der Föhn peitscht uns die Regentropfen waagerecht ins Gesicht. Frei nach dem Motto: Von aussen nass und unter dem Mantel auch nass … (schwitz).

Überall liegen Herbstblätter auf dem Boden und machen den Spaziergang zur Rutschpartie. Ich versuche mir vorzustellen, es wäre Schnee. Aber es will einfach nicht gelingen – dafür schwitze ich viel zu sehr und es ist grau-braun-bäh. Klein Ellie findet den Spaziergang auch nur mässig okay … ihr Blick sagt tendenziell eher: „Bist Du bescheuert, mich bei diesem Wetter rauszuschleppen?“

Die Diskrepanz zwischen „Indoor“ (festlich) und „Outdoor“ (weit weg von festlich) ist krass. Und ich habe in diesem Jahr auch das Gefühl, dass die Abendspaziergänge nicht gleich schön sind, wie die anderen Jahre im Dezember. Es hat viel weniger Häuser, die sich in zauberhafte Lichterdinger verwandelt haben. Irgendwie hat die Klimadiskussion sogar eine Menge der schönen Weihnachtslichter verschwinden lassen. Jedes Jahr habe ich mich im November bei den nassen und dunklen Abendspaziergängen auf den Dezember gefreut, wenn die vielen Lichter mir wieder den Weg erhellen. In diesem Jahr sind aber viele dieser Wege dunkel geblieben. Es fühlt sich so „novembrig“ an!

Jaja, ich weiss – der Winter kommt schon noch … so im Mai oder so. Und JAHAAAA, ich weiss auch, dass wir selber schuld sind. Sagt Greta!

Ich wünsche euch allen frohe Festtage und gemütliches Beisammensein im Kreise eurer Lieben – und bleibt gesund!!

Rennt, Leute – rennt!!!!

Es ist wieder soweit: Die Parkhäuser der Einkaufszentren zeigen „besetzt“ an und an den Kassen der Foodabteilungen steht man in kilometerlangen Schlangen. Ja, der Krieg bricht übermorgen aus. Oder vielleicht auch schon morgen!

Meine Güte – was reitet die Menschen, wenn sie sich vor Weihnachten beim Einkaufen benehmen wir menschenfressende Ureinwohner eines Dschungelstammes? Es ist ja nicht so, dass ich ohnehin nicht gerne einkaufen würde – aber jetzt? Jetzt ist es eine wahrer Spiessrutenlauf. Gibt es Leute, die keinen Tiefkühler zu Hause haben? Kann man soviel überhaupt essen, wie da in die Einkaufswagen getürmt wird? Und wie lange haben die Geschäfte nochmal geschlossen? Zwei Tage oder zwei Monate? Das ist ja gruselig!

Jedes Jahr dasselbe Drama – jedes Jahr dieselben Kämpfe an den Regalen – jedes Jahr die gleich angewiderten Gesichter in den Einkaufsläden. Zum Wegrennen. Und selbst an den allerhöchsten Feiertagen haben wir ja an jeder Ecke eine Tanke, welche zur Not noch aushelfen kann. Ich kapiere den Stress dieser Leute nicht. Aber ich habe ihn eigentlich wohl nie wirklich kapiert. Was wäre denn das Schlimmste, was an Weihnachten passieren könnte? Verhungern? Wohl kaum! Sahne vergessen? Weltuntergang!!! Falsche Servietten? Tränenausbrüche!!! Oh Du Fröhliche!

Wie jedes Jahr bin ich auch in diesem Jahr froh, wenn diese scheinheilige Zeit vorbei ist und die Menschen sich wieder wie zivilisierte Wesen benehmen … nicht wie verhungernde Monster! In diesem Sinne: Guten Appetit oder … schöne Weihnachten – wie auch immer!

Advent???

Wie vermutlich in beinahe jeder Familie wurde bei uns heute die erste Kerze in meinem selbstgebastelten Adventsteller angezündet. Und dabei ist mir etwas aufgefallen: ICH WEISS NICHT, WARUM WIR DAS TUN!!! Schande??? Oder geht es euch auch so. Und nein, ich habe nicht gegoogelt – absichtlich nicht. Ich wollte vorerst beim Abendessen von der Familie wissen, ob sie sich schon mal Gedanken gemacht haben, warum wir das eigentlich tun. Antworten wie:

„Weil wir das immer so gemacht haben“,
„Weil bis zu Weihnachten dann alle vier Kerzen brennen müssen“,
„Weil das die Zeit bis zu Weihnachten ist“,

und ähnliche Erklärungen haben mich auch nicht weitergebracht. Hat es einen religiösen Hintergrund (was ich fast befürchte) oder ist es einfach eine Tradition, die irgendwann irgendwer angefangen hat?

Jetzt bin ich ja mal gespannt, was die Supergoogler und die Weihnachtskenner-/innen unter euch für Erklärungen bringen. Ich meine: Ich bin jetzt 51 Jahre alt, werde bald Oma und muss damit rechnen, dass das Enkelkind mich auf einmal fragt, warum wir das tun. Was sage ich dann? Ich habe keine Ahnung!?

Die Kerzen und Lichterketten in und um unser Haus finde ich wunderschön … sie erhellen die ansonsten doch recht düstere Zeit. Aber das mit dem Kranz und der Kerze ist mir echt ein Rätsel. Ich bin ohnehin ein bisschen ein Grinch. Ich könnte gut ohne Weihnachten sein. Drum: Alle Kenner bitte einen Schritt vor! Danke.

Altweibersommer bis zum Erbrechen

Der Herr Meteo hat gestern Abend aus der Flimmerkiste mal wieder verkündet, dass der Altweibersommer in eine neue Runde geht und das Wochenende wieder 20 Grad warm wird. Und die Sonne scheint weiter. Ich schieb die Krise!!!!

So viele alte Weiber gibt es gar nicht, wie es Sommer gibt in diesem Jahr! Hallo? Ziehen wir jetzt den Altweibersommer bis an Weihnachten weiter – dann stellen wir schnell den Tannenbaum auf, mampfen Fondue Chinoise, werfen die Tanne in die Grünabfuhr und dann holen wir die Osterhasen, weil dann schon wieder die VOR-DEM-SOMMER-ZEIT kommt? Ich will das nicht!!! Neiiiiiiiin!!!

So muss sich wohl ein Pinguin fühlen, wenn man ihm die Eisscholle klaut und ihn in die Wüste setzt. Genau so. Seit meiner Geburt lebe ich in der Schweiz und bin froh drum, weil wir immer 4 Jahreszeiten hatten. Ich hätte niemals in ein Land auswandern können, in welchem es immer warm ist, wo die Sonne immer scheint und man nur T-Shirts tragen kann. Never ever! Ich mag den Herbst und den Winter. Ich mag die Kälte, die dicken Schals, die schönen Winterschuhe und die tropfende Nase, wenn man von draussen in die warme Stube kommt. Ich mag den Duft von Kerzen, Racelette und Käsefondue. Und ich mag Kuschelsocken und meine dicke Bettdecke!

Und nun? Nach drei kühleren Herbsttagen und meinem ersten Aufatmen kommt schon wieder eine Altweibersommerfront … im Oktober. Ich habe die Nase voll davon! Und ich kann keine T-Shirts mehr sehen. Ich will meine schöne Herbst-/Wintergarderobe ausführen. Und meine gefütterten Kuschelschuhe anziehen. Ich bin noch nicht in der Schweiz, um dauernd zu schwitzen und den Regen kaum mehr zu spüren. Hallo? Was läuft hier falsch. Der Klimawandel ist irgendwie nicht zu Gunsten der Wintermenschen.

Kann ich mich weigern? Nö. Ich hatte gestern den dicken Pullover, den Schal und die neue Jacke an, als ich mit Ellie spazieren ging. Ich hab geschwitzt wie doof und es hat sich irgendwie falsch angefühlt. Also steht fest: Trotzig tun nützt auch nichts. Das Wetter  macht, wie es ihm gefällt. Doof!

Prosit an Weihnachten und Neujahr?

Als bekennende Antialkoholikerin staune ich immer wieder, wieviele Flaschen Wein und Prosecco und Apérol und Co. in den Einkaufswagen der Menschen landen. Besonders  die Feiertage scheinen für viele eine Greencard zu sein, damit sie Saufen können bis zum Umfallen. Sorry für die unschöne Sprache, aber tatsächlich geht es leider oft nicht mehr ums Trinken, sondern ums Saufen.

Von einem Notfallarzt weiss ich, dass in dieser Zeit unfassbar viele Alkoholleichen eingeliefert werden – mehr als sonst. Und von einem Polizisten weiss ich, dass sie über die Feiertage dauernd ausrücken müssen, um übelst alkoholisierte Familienrandalierer unter dem Weihnachtsbaum zu bändigen. Hach, klingt das nicht wunderbar?

Was zum Geier läuft falsch, dass wir für jeden Mückenschiss in der Schweiz ein Gesetz haben, aber Alkohol geht in rauhen Mengen über die Ladentheken ohne auch nur mit der Wimper zu zucken? Schon klar: Es wird an die Selbstverantwortung der Leute appelliert – aber nirgends funktioniert diese schlechter, als beim Alkohol (welcher notabene die Droge Nummer eins ist). Jedes Kraut, welches in der Natur wächst und einen Einfluss auf unsere Denkfähigkeit hat, wird kriminalisiert und per Gesetz verboten. Nicht so der Alkohol. Der gehört zum guten Ton und je teurer je besser – vor allem in den gehobenen Kreisen. Dort fliesst der Champagner in den Magnumflaschen in dieser Zeit in rauhen Mengen … und wer nicht trinkt, gehört nicht dazu!

Da kann ich nur sagen: Wie gut, dass ich nirgends in solchen Kreisen verkehre … denn ich bestelle meinen Tee oder mein Mineralwasser auch dort, wo eigentlich nur Cupli ausgeschenkt werden. Und wenn das mal nicht möglich ist, dann laufe ich ganz einfach raus und bin weg. Ich lasse mich nicht per Gesellschaftsdruck alkoholisieren. Und ich finde Sätze wie: „Wieso trinkst Du nicht?“ oder „Komm schon, nur ein Gläschen!“ oder „Also wenigstens zum Anstossen könntest Du schon ein Schlückchen nehmen!“ einfach nur total daneben. Leute, die bei mir mit solchen Sätzen kommen, die werden auf meiner Friendlist (das nennt sich neuzeitlich so …) ganz einfach gestrichen. Fertig und Schluss! Ich finde solche Sätze nämlich in etwa so intelligent, wie wenn ich mal so locker in die Runde fragen würde: „Ach kommt schon, warum nehmen wir heute nicht mal alle 2 Schlaftabletten – dann sind wir morgen putzmunter und ausgeschlafen … nun habt euch mal nicht so!?“ Bescheuert, oder?

In diesem Sinne: Prosit mit Tee und Wasser 🙂

Was hab ich vergessen?

Ich bin in diesem Jahr sowas von rechtzeitig auf Weihnachten vorbereitet gewesen, dass ich die ganze Zeit das Gefühl habe, ich hätte etwas vergessen. Richtig unheimlich! Kein Rumrennen im letzten Moment, kein Stress mit Einpacken, keine Last Minute Baumschmückaktion … alles schon seit Tagen parat. Selbst den Weihnachtstisch habe ich schon vor ein paar Tagen gedeckt und die Einkaufsliste war schon vor 10 Tagen auf dem Computer getippt.

Was hat mich bloss geritten? Ich habe keine Ahnung. Aber ich glaube, dass ich den Stress und die Hektik der anderen Menschen so furchtbar finde, dass ich mir vorgenommen habe, das nicht mitzumachen. Also habe ich mich schon im November um die Weihnachtsgeschenke bemüht (die Adventskalender habe ich schon im Oktober vorbereitet), habe alles rechtzeitig verpackt, organisiert und erledigt, wie noch in keinem Jahr zuvor. Und so kommt es nun, dass ich mir die ganze Zeit überlege, was ich vergessen habe, dass es bei uns noch so gechillt und ruhig ist. Ich renne nicht von A nach B, stehe nicht seit dem frühen Morgen im Büro und packe noch auf die Schnelle alles ein … total schräg, dieses Gefühl.

Als bekennender Weihnachtsmuffel ist dies wohl die beste Strategie. Ich fühle mich so gar nicht gestresst und das ist gut so. Ich hoffe einfach, dass sich heute oder morgen nicht herausstellt, dass ich irgendwas total Elementares (so wie den Weltfrieden oder so …) vergessen habe.

Und euch wünsche ich auch, dass ihr gechillt durch die Tage kommt, ohne danach total entnervt mit 3 Kilogramm mehr auf den Rippen eine Familienüberdosis zu haben. Merry christmas 🙂

In diesem Jahr …

… bekommt von mir niemand ein Geschenk zu Weihnachten. Der Satz des Monats, den ich alle Jahre wieder verkünde. Und auch in diesem Jahr sieht das Resultat dieses Satzes so aus:

Ich habe den ganzen Sonntagnachmittag damit verbracht, all die Geschenke einzupacken, die ich eigentlich in diesem Jahr einmal mehr nicht machen wollte. Warum zum Geier will mir das einfach nie gelingen?

Da sehe ich hier was Kleines, dort was Hübsches oder entnehme in einem Gespräch einen Wunsch, den ich derjenigen Person geschwind besorgen will. Und so läuft es jedes Jahr darauf hinaus, dass die Nichtgeschenke sich im Büro türmen …! Und genau wie jedes Jahr schimpfe ich darüber, dass ich ES doch wieder getan habe und ärgere mich, dass ich wieder stundenlang mit Geschenkpapier, Klebstreifen und Geschenkband zugange war. Ich verpacke nämlich gar nicht gerne Geschenke.

Ich bin mit meinem Vorhaben jedes Jahr in etwa gleich erfolgreich, wie mit der Tatsache, dass wir zum nächsten Weihnachtsfest nicht wieder so ein Fressgelage veranstalten wollen. Und was tun wir? Wir planen gleich ZWEI Fressgelage. Ist das nicht wunderbar? Das scheint dasselbe Prinzip zu sein, wie die oberdoofen Vorsätze in der Silvesternacht. Die hält man nämlich auch nie ein. Oder da hätten wir noch: „In diesem Jahr mache ich mal keinen Weihnachtsbaum“, und erwische mich kurzum beim Schmücken der Tanne. Nachschlag gefällig? „In diesem Jahr mal nur ein kleines Bäumchen“, welches dann letztlich doch wieder so hoch ist, dass ich die Baumspitze nicht selber dekorieren kann. Ich werde einfach NICHTS MEHR zum Thema Weihnachten sagen … es funktioniert nämlich doch nicht. Und ich werde jetzt Schere und Klebeband weglegen … ich habe genug eingepackt. Fertig!