Wenn das Lehrmittel zum Lachmittel wird

Das Tochterkind lernt derzeit sehr viel. Stundenlang werden Bundesordner voll Hirnfutter gewälzt, um anschliessend im modularen Verfahren Prüfungen abzulegen. Die Materie dreht sich um die Gastronomie/Hotellerie und es hat hochkomplexe Themen dabei. Weinherstellung vom Traubenstock bis in die Flasche inklusive Geografie und Benennung verschiedenster Weintrauben. Oder Herstellungsverfahren jeglicher Speisearten. Nicht zu vergessen komplexe Kalkulationen oder Mitarbeiterführung. Eine Flut an Wissen, welches in dieses junge Gehirn gepackt werden muss. Weiterlesen

Von brauchbarem und unnützem Wissen

Wüsstet ihr …

…welches der tiefste See der Schweiz ist?
…was der Vater von Jamie Oliver von Beruf ist?
…wie Tina Turner mit richtigem Namen heisst?
…welches der höchste Berg der Schweiz ist?
…wer der Gründer der Migros ist?
…welcher Planet am nächsten bei der Sonne ist?
…wieviele Unterschriften es für ein Referendum braucht?
…für welchen Film Leonardo Di Caprio den Oskar bekam?

Nein, googeln gilt nicht!!!

Wenn ihr das alles wüsstet, dann seid ihr definitiv weit besser als ich. Ich habe nämlich mit dem Sohnemann an einem Quiz teilgenommen, in welchem alles solche und ähnliche Fragen gestellt wurden. Und ich habe sowas von unterirdisch abgeschnitten, dass es tiefer gar nicht geht. Ich dachte ja immer, meine Allgemeinbildung sei ganz passabel. Nach diesem Quiz hatte ich das Gefühl, ich müsste mich eher um einen Platz in der Sonderschule bewerben – und zwar in der ersten Reihe! 100 Fragen, wovon mich gerade mal 30 nicht rotieren liessen (und die drehten sich zu meiner Schande um die Königshäuser der Welt und um alte Musik…).

Und was macht der Herr Sohnemann? Der geht die alle mal locker im Spaziergang durch und findet, dass das ziemlich easy war. Mister Wikipedia hat mir mal wieder gezeigt, dass ich bei weitem nicht so clever bin, wie man sein könnte. Oder er ist ganz einfach weit cleverer, als der Durchschnitt. Bei der Diskussion bezüglich der Antworten fiel nämlich mehr als einmal der Satz: „Aber Maaaaaam, das weiss man doch!“ Aha….man vielleicht schon – ich aber nicht. Trotz täglichem Lesen der Zeitung und trotz Interesse an Weltgeschehen und Boulevard bin ich mir sowas von unwissend vorgekommen. Die Jungen von heute scheinen Profis im Speichern von unnützem Wissen zu sein. Der Sohnemann nimmt einfach das Nützliche auch noch gleich mit – Neid. Dazu kommt, dass man heute 24 Stunden online ist und damit alles immer sofort lesen kann. Junge gehen damit noch einmal ganz anders um, als wir. Und deren Gehirne werden nach und nach gefüllt mit mehr oder weniger brauchbaren Informationen. Erstaunlicherweise holen sie die aus der hintersten Ecke hervor, wenn sie die brauchen … irgendwo im Nirgendwo der Hirnwindungen war da doch noch was abgelegt. Ich weiss in der Regel schon zwei Stunden später nicht mehr, was ich gelesen habe. Aber ja … mein Gehirn ist wohl auch etwas überlastet mit Sondermüll von den letzten 51 Jahren. Oder ist das nur eine Ausrede und man könnte eigentlich unendlich speichern? Dann wäre jetzt nämlich der Moment für den Arzt.

Meine Güte: Unsere Kinder überholen uns mit links und ich verblöde. Ich muss mich dringend mal durch ein oder zwei Lexiköner lesen… 🙂

Frisch drauflos beworben….

…und doch gescheitert.

Seit ich als aktive Bloggerin im Netz unterwegs bin, lese ich oft Geschichten von frustrierten Arbeitssuchenden, die nur Absagen kassieren. Bestimmt sind es immer mehrere Gründe, die zu einer Absage führen. Ganz viele äussere Einflüsse wie Konjunktur, Land, Beschäftigungsgrad etc. können einfach nicht beeinflusst werden. Dann gibt es aber noch sehr viel, worauf man selber achten MUSS. Ich habe eine Weile Arbeitssuchende auf ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben begleitet und ihnen geholfen, Bewerbungen zu schreiben und Dossiers sauber und besonders zu kreieren. Und ich war immer wieder überrascht, wie krass das Gefälle von „perfekt“ bis „unbrauchbar“ innerhalb einer Gruppe Stellensuchender sein konnte. Es war eine echte Herausforderung, bis zum Schluss eines Kurses alle in etwa auf das gleiche Niveau zu bringen. Also: Eigentlich war es unmöglich, aber wir mussten immer unser Bestes geben. Weiterlesen