Jetzt kommen die iBabies

Also eigentlich sind bislang meine Bloggeschichten eher auf der lustigen Schiene gefahren. Nachdem ich aber heute die Nachrichten im Fernsehen verfolgte, ärgerte ich mich dermassen, dass ich fand, das müsse eine Geschichte geben.

Schlagzeile: „Die beiden amerikanischen Giganten Facebook und Apple bezahlen ihren weiblichen Mitarbeitern 16’000 Dollar für das Einfrieren ihrer Eizellen.“ Bitte? Nun ja, ich dachte erst, ich hätte nur halbherzig hingehört und wartete auf den Beitrag. Ich hatte absolut richtig gehört. Die beiden Riesenunternehmen haben sich überlegt, dass es für Frauen doch eigentlich besser sei, zuerst Karriere zu machen und dann Kinder zu bekommen. Da dies bekanntlich die Natur anders vorgesehen hat, bezahlen diese Giganten nun als Anreiz zu diesem Schritt ihren Mitarbeiterinnen im gebärfähigen Alter die Entnahme und das Einfrieren ihrer Eizellen. Begründung: Sie haben sonst zu wenig weibliche Mitarbeiter.

Ich dachte ernsthaft, es handle sich um einen Scherz oder so. Aber nein, inzwischen ist es auch auf allen Onlineportalen. Was soll das? Die Natur hat nicht von ungefähr den weiblichen Körper im Alter zwischen 20 und 35 als ideal für eine Schwangerschaft vorgesehen. Da ist das Risiko für Krankheiten viel kleiner, man ist noch fit und munter und hat die Kraft, ein Kind mindestens 20 Jahre durchs Leben zu begleiten. Der Trend zur künstlichen Befruchtung und allen möglichen medizinischen Eingriffen, um auch im Alter noch Kinder zu bekommen, ist ohnehin schon erschreckend. Muss das tatsächlich nun noch von solchen Riesenfirmen gepusht werden – wider jeglicher natürlicher Entwicklung!?

Also nehmen wir an, ich bekäme mit 45 Jahren noch ein Kind. Wenn es eingeschult würde, wäre ich 52 Jahre alt, beim Abschlussfest der obligatorischen Schulzeit würde ich als 62-Jährige Fotos schiessen und müsste also damit rechnen, dass die Kollegen mein Kind fragen würden, ob ich die Oma sei. Da soll noch einer die Welt verstehen. Ich stelle mir gerade vor, wie mein Kind mit mir Rollschuhfahren möchte und ich ihm erklären würde, dass das leider nicht gehe, weil ich doch so schlimme Altersbeschwerden habe. Stattdessen würde ich dem Knirps aber bestimmt einen Computer in die Finger drücken – vermutlich auch von den gigantischen Firmen gesponsert – weil ich da meine alten Knochen nicht anszustrengen bräuchte. Nicht auszudenken, wohin das führen soll…

Ich habe meine beiden Kinder mit 25 und 27 Jahren bekommen. Perfektes Alter für die Gründung einer Familie. Wir haben viel Zeit im Sandkasten, auf dem Spielplatz, mit dem Fahrrad, im Streichelzoo und mit Ballspielen und Rumrennen verbracht. Zugegeben, ich musste arbeitstechnisch eine lange Pause einlegen – aber das weiss man, wenn man sich für eine Familie entscheidet. Ich habe immer wieder Jobs von zu Hause aus gemacht, wollte aber bewusst mindestens 10 Jahre für meine Kids da sein. Und als ich wieder auswärts zu arbeiten begann, übernahm mein Mann die Zeit zuhause. Sowas nennt sich Arbeitsteilung und Familienmanagement. Ich habe diese Entscheidung nie bereut, denn die Themen meiner Kids waren mir immer sehr nah, weil ich nicht Lichtjahre von ihrer Entwicklung entfernt war. Zudem sind unsere Kids nun erwachsen und wir sind beide noch jung genung, um alles Erdenkliche machen zu können.

Medizinische Massnahmen in Ehren, wenn es bei einem jungen Elternpaar auf natürlichem Wege einfach nicht klappen will. Aber dass man Frauen mit finanziellen Anreizen zu solchen Schritten bewegen will, das sprengt mein Verständnis von Ethik und Moral. Ich hoffe, dass sich auch die amerikanischen Frauen darüber ihre Gedanken machen und nicht irgendwann nur noch uralte Mütter auf den Spielplätzen sitzen, die selber schon Betreuung brauchen. Was für ein Schreckensszenario!

6 Gedanken zu „Jetzt kommen die iBabies

  1. ich finde auch, dass man nur im äußersten Fall der Natur ins Handwerk pfuschen soll. Unser Körper ist eigentlich genial konzipiert und manchmal geht die Forschung einfach zu weit! Mal sehen wohin die ganze „Klonerei“ etc. noch hinführen wird… Bin jetzt etwas abgeschweift ☺️
    Ich finde es auch nicht gut, was Facebook und Apple den Frauen anbietet…

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  2. Es kann auch von Vorteil sein in späteren Jahren Mutter zu werden. Eine Freundin hat mit 44 Jahren (mit einem jüngeren Mann) ihr erstes Kind bekommen. Karriere gemacht, die Welt gesehen und kein junger Heißsporn mehr………..eine total coole Mom – gelassen und ausgeglichen weil sie nicht mehr das Gefühl hatte “ das Leben zieht zwischen Windel wechseln und Flasche geben“ an ihr vorbei ( dieses Gefühl haben ja die jungen Mamas häufig) . Aber durch finanzielle Anreize die Mitarbeiterinnen unter sanften Druck zu setzen und Einfluss auf die private Familienplanung zu nehmen , das geht entschieden zu weit!
    Wir werden sehen , wieviel Anreiz die pekuniäre Zuwendung hat – schließlich bestimmt die Nachfrage das Angebot ……..😁

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    • Es gibt, wie überall im Leben, auch hier Ausnahmen. Die ein oder andere „alte“ Mama mag in ihrem Element sein und das kann prima funktionieren. Grundsätzlich hat die Natur aber unsere Körper aus gutem Grund so ausgestattet, wie wir sind – und Wechseljahre heissen ja schliesslich nicht Wechseljahre, weil man da mit dem Windeln wechseln anfangen sollte! 🙂 Aber grundsätzlich sehen wir das Ganze absolut gleich!

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