Einkaufen leicht gemacht

Nun ja, zumindest behauptet das mein Mann. Das tägliche Einkaufen für die Familie gehört nämlich glücklicherweise nicht in meinen Zuständigkeitsbereich – ich hasse es sogar dermassen, dass mein Liebster, wann immer es geht, sogar „voreinkauft“, wenn er nicht zu Hause ist.

Aber eben, bei längeren Abwesenheiten funktioniert das natürlich nicht, sodass ich dann in den sauren Apfel beissen und mich ins Einkaufszentrum wagen muss. Glaubt mir, für mich ist das ein Wagnis. Ich mag keine Einkaufszentren mit vielen Menschen, gefühlten 10’000 Düften, gestressten Gesichtern und unendlich langen Regalen.

„Mach Dir einen Zettel, dann wirds viel einfacher!“ Ok, lieber Mann, habe ich gemacht.

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Und da stehe ich nun, am Eingang des Einkaufstempels, bewaffnet mit Einkaufswagen und Zettel. Da ich mich aber bekanntlich nur in Ausnahmesituationen in diesen Gefilden aufhalte, siehts da jedes mal, wenn ich komme, wieder anders aus. Schon beim Start bin ich verwirrt, weil das Gemüse auf einmal nicht mehr da liegt, wo es noch vor einem halben Jahr lag. Wie soll man so einen Zettel mit logischem Ablauf machen, wenn die Einkaufszentren ständig die Ware umsiedeln? Nicht aufgeben! Ich schaffe das – zur Not mit Kompromissen. Also Kompromisse sehen bei mir folgendermassen aus: Was ich nach 2 Minuten immer noch nicht gefunden habe, gilt schlicht als überflüssig und wird nicht eingekauft. Pech! Ich kann ja zu Hause immer noch behaupten, es sei ausverkauft gewesen.

Durchhalten ist angesagt. Ich irre mit meinem Zettel ziemlich orientierungslos von Abteilung zu Abteilung und habe je länger je mehr das Gefühl, dass die sich einen Spass daraus machen, immer alles umzustellen. Entnervt, gestresst und schlecht gelaunt stehe ich irgendwann in der Schlange hinter der Kasse. Wohlverstanden: Hinter der falschen Kasse, was man mir aber natürlich erst sagt, als ich endlich an der Reihe bin! „Hier ist die Kasse für „Selfscanning-Kunden“, sie müssen die Kasse nebenan benutzen.“ Aha. Also noch mal von vorne. Hinten anstehen und darüber sinnieren, wozu „Selfscanning“ gut sein soll. Damit man noch mehr Personal einsparen kann? Manche Dinge muss ich einfach nicht verstehen.

Ich schaffe es also letztendlich tatsächlich noch, bis zur netten Dame an der richtigen Kasse zu kommen, packe meine 50% des Einkaufszettels aufs Förderband (alles andere waren Kompromisse) und da fragt mich die Kassiererin: „Ist ihr Mann krank?“ Ups, sehe ich also so hilflos aus? „Nein, er ist im Ausland, wieso meinen sie?“ Ich glaube, dass ich bei diesen Worten etwas böse geschaut habe, denn ihre Stimme ist auf einmal ganz leise als sie noch nachlegt mit: „Ich dachte nur, weil SIE hier sind…“

Dass mich vom Weg von der Kasse bis zum Auto noch ungefähr fünf Leute begrüssen mit Sätzen wie: „Hey, was machst denn Du hier?“ oder „Wie geht’s Deinem Mann?“ oder „Wow, Dich habe ich ja schon ewig nicht mehr gesehen, wollen wir einen Kaffee trinken?“ stresst mich noch zusätzlich. Ehrlich gesagt möchte ich einfach ganz schnell nach Hause und die Einkäufe verstauen, damit ich diesem Elend ein Ende setzen kann.

Nun ja, die Tatsache, dass die Hälfte des Zettels nicht mitkam, macht das Einkaufsgefühl auch nicht besser und der Kühlschrank sieht irgendwie leerer aus als sonst. Ich glaube, dass wir vom Pizzaservice und McDonald’s leben würden, wenn ich alleine für dieses Ressort zuständig wäre. Definitv nicht meine starke Seite. Und auch mit Zettel kann ich nur sagen:

„Einkaufen leicht gemacht“, funktioniert bei mir nicht!

2 Gedanken zu „Einkaufen leicht gemacht

  1. Ich habe ein anderes Problem! Mir macht es nichts aus, die Dinge, die auf dem Zettel stehen einzukaufen, aaaaaaaaber mein Einkaufswagen ist schon halb voll, bevor ich das erste Produkt, das auf dem Zettel steht ins „Wägeli“ lege 😬 Da ich meistens Hunger habe, wenn ich einkaufe (weil das oft nach der Arbeit ist) finde ich alles soooo lecker, dass ich die Sachen einfach einpacke! An der Kasse trifft mich dann der Schlag, weil ich für die 5 Sachen, die ich eigentlich haben müsste, FR. 164.- bezahlt habe 🙆 und was das Selfscanning betrifft, ist mir aufgefallen, dass das meistens die Männer tun, weil sie das total praktisch finden!!! Ich mache das NIE, weil ich bestimmt des Diebstahls bezichtigt würde, weil ich ganz einfach die halbe Zeit vergessen würde, die Sachen mit dem Scanner „abzuschiessen“ 😜 Da gehe ich lieber zu der netten Frau an der Kasse 😊

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