Hilfe, es weihnachtet sehr!

Ich habe mich vor drei Tagen, nach der stürmischen Orkannacht, von meinen zerschlagenen Dekokürbissen und herbstlichen Blättern ums Haus verabschiedet. So weit, so gut. Das ging vermutlich noch unzähligen anderen nach der besagten Sturmnacht so. Im Kopf habe ich mir schon eine neue Herbstdeko zusammengestellt und mir vorgenommen, diese heute zu holen. Dazu noch ein paar gruselige Halloweensachen, die ich im und ums Haus verteile – so richtig passend zu den kürzeren Tagen und zur Zeitumstellung, die uns bevorsteht. Idee im Kopf, Tasche in der Hand – ab ins Warenhaus. Herbstdekoration? Fehlanzeige!

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Was mich da erwartet, sieht irgendwie so gar nicht nach Herbst aus. Ob ich mich wohl in der Abteilung geirrt habe?

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Nein, leider nicht. Mir schwant Böses! Es glitzert und glänzt aus allen Ecken und die blinkenden Rentiere machen mir die vorweihnachtliche Stimmung schon so richtig zur Emma. Wer bitte schön stellt sich neonfarbene Rentiere, welche nervös blinken, in den Garten? Das ist mir ein Rätsel – mit Weihnachtsstimmung hat das nun wirklich nichts zu tun, eher mit Discofieber und Tieren, die sterbend in den letzten Zuckungen liegen. Und dieses kalte, blau-weisse Licht ist so etwas von unromantisch, dass auch den härtesten Weihnachtsmännern die Freude an dieser Jahreszeit vergeht.

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Ich realisiere, dass ich meine Herbstdeko und die Halloweensachen wohl ad acta legen muss. Aber jetzt Weihnachtsbeleuchtung und Kugeln kaufen? Im Oktober?

Weder über das Weihnachtsfest an sich, noch über die Farben des diesjährigen Baumes habe ich mir bislang nur annähernd Gedanken gemacht. Keine Chance, ich kann mich damit noch nicht anfreunden. Erst gerade war noch T-Shirt angesagt, und nun Sterne, Glanz und Gloria. Vermutlich stehen hinten im Lager schon die Osterhasen parat, die auf ihren grossen Auftritt warten. Dazwischen hüpfen aber bestimmt noch kurz die Fasnachtskostüme in die Regale. Oder läuft das inzwischen parallel? Die Dekoindustrie rennt der Zeit mindestens genauso voraus wie die Textilindustrie. Wird es kalt, hängen die Blümchenkleider in den Geschäften, wird es heiss, kommen die Daunenmäntel wieder.

Was für eine verdrehte Welt – Fasnachtschüechli hole ich an Weihnachten, Osterhasen an der Fasnacht, Bikinis im März, Herbstdeko im Sommer und Weihnachtsschmuck im Oktober. Ich glaube, ich grabe in meinem Fundus im Keller und beschränke mich auf die Errungenschaften der letzten Jahre. Dann bin ich wenigstens im kalendarischen Zeitplan. Wetter hin oder her!

 

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