Winterzeit – Grippezeit

Die Blätter fallen von den Bäumen, die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken. Alles eindeutige Anzeichen für den bevorstehenden Winter. Und leider auch für die bevorstehende Grippewelle. Wie jedes Jahr, kann man sich wieder gegen die Grippe impfen lassen; oder zumindest gegen einen Teil der Viren, welche erwartet werden. Und wie jedes Jahr, bin auch ich wieder zum Onkel Doktor gegangen, um mir den Pieks in den Oberarm machen zu lassen. Ich habe bislang immer gute Erfahrungen damit gemacht. Deswegen mache ich es auch immer wieder – zumal ich so eine panische Angst vor jeglicher Art von Viren und Bakterien habe, dass ich auch ständig mit einem Desinfektionsmittel in der Handtasche rumrenne. Ich habe das Gefühl, dass überall, wo ich auftauche, irgendwelche kleinen und gemeinen Viren auf mich warten, um mich hinterrücks anzufallen.

Diesmal war das mit der Impfung aber irgendwie anders. Diesmal waren die kleinen und gemeinen Grippeauslöser wohl höchst aktiv schon in der Spritze zum Angriff bereit. Schon am Abend nach der Impfung fühlte ich mich, wie nach einem Marathonlauf (zumindest vermute ich das, denn ich habe noch nie einen Marathonlauf gemacht). In der Nacht fing ich dann noch an zu husten, schwitzte und fror abwechslungsweise und hatte das Gefühl, als ob mich jemand verprügelt hätte. Am Morgen quälte ich mich aus dem Bett und machte mir selber Mut, indem ich mir einredete, dass man nicht aufgrund der Impfung gleich krank wird – ausser man bildet sich das ein (und darin bin ich bekanntermassen besonders gut). Ich stürze mich unter die Dusche, weil man sich danach im Normalfall gleich viel besser fühlt. Diesmal nicht! Ich fror anschliessend noch mehr. Also entschied ich mich für drei Schichten Kleider und setzte mich – jetzt mit Schweissausbruch – an den Frühstückstisch. Das Hämmern in meinem Kopf machte mir das Lesen der Zeitung nicht gerade leicht. Und das Tageslicht war auch nicht gerade mein bester Freund. Trotzdem entschied ich mich, arbeiten zu gehen. Manchmal wirds ja auch besser, wenn man abgelenkt ist.

Ich hatte das Gefühl, dass irgendwer meinen Arbeitsplatz auf eine Eisscholle verlegt hatte. Ich fror und mein Umfeld musste schwitzen, weil ich sämtliche Türen und Fenster schloss. Ob ich nicht besser nach Hause gehen möchte, meinten meine Kolleginnen. Ich erwiderte nicht sehr überzeugend, dass ich das schon schaffen würde. Falsch! So ziemlich jeder, der mir begegnete, machte mich darauf aufmerksam, wie schlecht ich aussehe, wie bleich ich sei, wie elend meine Stimme töne – nun gut, ich gab auf. Ich machte mich auf den Heimweg und freute mich auf meinen Hausanzug und meine Kuscheldecke.

Frierend legte ich mich vor die Glotze, schlief ein, und erwachte wie gerädert – ich hatte geträumt, mein linker Arm täte weh und sei bleischwer. Leider merkte ich sehr schnell, dass ich das nicht träumte, es war Realität. Jede Faser tat weh, jeder Muskel schmerzte, der Kopf hämmerte, als ob der kleine Virenmann meinen Schädel zertrümmern wollte und ich fühlte mich einfach rundum elend. Was zum Geier hatte mir der Onkel Doc da in meinen Arm gespritzt? Eine doppelte Ladung Grippe? Mein Göttergatte meinte, dass das halt im Alter nicht mehr so einfach wegzustecken sei, wie in jungen Jahren. Danke auch, mein Lieber. Und warum ist die Grippeimpfung dann für ältere Menschen so wichtig? Damit sie sich anschliessend so richtig bescheiden fühlen und mal wieder krank sein dürfen? Kein guter Plan, ehrlich!

Also, dieses Jahr habe ich mir nun zum ersten Mal überlegt,  ob die Grippeimpfung als Gesundheitsprophylaxe dient, oder ob man sich impfen lassen sollte, wenn man mal wieder wissen möchte wie es ist, sich so richtig krank zu fühlen. Ich hoffe nicht, dass die gemeinen Viren mir nun den ganzen Winter das Leben schwer machen, sonst müsste ich die Entscheidung, mich jährlich impfen zu lassen, im nächsten Jahr ernsthaft überdenken. Hatschi, Hust und Schmerz!

10 Gedanken zu „Winterzeit – Grippezeit

  1. Ohje … ich laß mich nie impfen … ich habe diese Folgen bei meiner Mutter jahrelang mit erlebt … nee danke … wünsch dir gute und schnelle Besserung ..lg Ursula

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