Schmollen

Kennt ihr die unzähligen Facetten des Schmollens? Ich liebe sie, weil sie so wunderbar amüsant sind – wenn man mal gelernt hat, sie nicht allzu ernst zu nehmen. Und alle, die Kinder haben, mussten irgendwann lernen, das Schmollen nicht persönlich zu nehmen. Das gehört zur Überlebensstrategie der Eltern. Sonst wird es richtig schwierig. Ganz besonders lustig finde ich aber, dass Erwachsene mindestens genauso gut schmollen können, wie Kinder. Manchmal sogar noch besser. Und das wirkt auf mich dann so, als ob man einen Riesen in einen Strampelanzug steckt. Lachanfall im Anmarsch!!

Zuhause erlebe ich drei verschieden Schmollarten, bei welchen ich nicht sagen könnte, welche nun auf Platz eins ist. Sie sind alle auf ihre eigene Art besonders und eben auch besonders lustig.

Da hätten wir die Variante „Ihr könnt mich jetzt alle mal sonstwo! Stampf! Tür verschliessen und dazu laut schimpfen.“ Die ist kurzfristig anstrengend, bringt nichts und setzt Energien frei, mit welchen man ganze Häuser mit Strom versorgen könnte. Zugegeben, diese Schmollvariante bringt das Umfeld kurzfristig auf die Palme – genauso schnell aber auch wieder zurück auf den Boden.

Dann wäre da noch die Variante „Ich sage jetzt kein Wort mehr, schnaube wie ein Nilpferd, kräusle die Stirn und ignoriere einfach alles.“ Diese Variante ist besonders amüsant, weil der Schmoller ja schliesslich seinem Umfeld irgendwie immer wieder zeigen muss, dass er schmollt. Das ist nur möglich, wenn er sich in regelmässigen Abständen bemerkbar macht und mit einem lauten Schnauben demonstriert, dass er immer noch am Schmollen ist. Das sind jene Momente, in denen ich mir auf die Zähne beissen muss, um nicht in schallendes Lachen auszubrechen.

Variante drei ist die unanstrengendste Variante für das Umfeld. „Beleidigter Rückzug in die eigenen Gefilde und gefühlte drei Stunden nicht mehr erscheinen.“ Wenns denn hilft, bitteschön. Denn meistens ist der Schmoller beim erneuten Auftauchen wieder zufrieden.

Ich selber bin eine schlechte Schmollerin. Bei mir wirkt sich die Laus, die mir über die Leber gekrochen ist, eher mit Gezeter, Gejammere oder Rundumschlägen aus. Meist treffe ich damit leider die Falschen. Das stille und typische vor-mich-Hinschmollen beherrsche ich überhaupt nicht. Dafür bin ich zu laut, zu zickig, zu zynisch und zu direkt. Da sage ich lieber gleich, wenn mir etwas oder jemand auf den Senkel geht. Damit erledigt sich dann auch das Schmollen. Zumal ich meistens über mich selber lachen muss, wenn ich mich im Schmollen versuche. Und wenn ich mich selber dabei schon nicht ernst nehmen kann, wie sollten es dann die anderen können. Also überlasse ich das besser denjenigen, die es in Perfektion beherrschen. Und amüsiere mich….

19 Gedanken zu „Schmollen

  1. Ich bin auch ein schlechter Schmoller bin eher wie Du (der Löwe brüllt), nur das ich den Bogen Spanne und die Pfeile abschiesse, leider oft zu schnell und verwunde und muss dann wieder in die Verbandskiste greiffen aber was solls, bin schließlich Schütze.

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  2. Hihi, ich neige zu Version 1. kurz
    und heftig Dampf ablassen und die Sache dann vergessen. Leidet neige ich dazu in dem Moment seltsame Sprüche von mir zu geben, mit denen mich meine Kinder noch jahrelang aufziehen. *schmoll*
    😉

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