Schreiben von A – Z: B = Blamage

Und weiter geht meine alphabetische Challenge. Ich hab sie für mich noch ein bisschen gesteigert: Passiert nicht gerade etwas Passendes, schreibe ich über das Wort, welches mir zuerst in den Sinn kommt. Irgendwie muss dieses Wort ja zwingend etwas mit mir zu tun haben oder mich beschäftigen, sonst würde es mir ja kaum als erstes einfallen. Oder?

Also ich bin eigentlich die Meisterin der Blamage. Und manchmal haben die Peinlichkeiten keine Grenzen. Ich trete regelmässig in Fettnäpfchen, welche an manchen Tagen offenbar so stehen, dass ich von Napf zu Napf watschle. Ohne Pause! Eigentlich ein Fettnapfweg nur für mich alleine.

Eine meiner grössten Blamagen, an die ich mich gut erinnern kann war, als ich zwei Lektionen lang Deutsch für Fremdsprachige unterrichtet habe und dabei nicht merkte, dass mein Hosenstall offen stand. Ich dachte noch, warum die damals alle so gut drauf waren und mich ständig angrinsten. Nett auch, dass niemand mich darauf aufmerksam gemacht hat. Aber die armen Geschöpfe wussten ja noch nicht, was Hosenstall auf Deutsch heisst – pha! Hätte ich ihnen dieses Wort mal als erstes beigebracht. Selber schuld!

Und die Blamage, bei welcher meine Freunde mich genüsslich mit offenen Augen reinrennen liessen, um sich anschliessend schlapp zu lachen, die habe ich auch bis heute nicht vergessen. Da sassen wir in einem hippen In-Restaurant in Zürich und hatten einen mordsmässigen Spass. Die Tür ging auf und herein kamen zwei prominente Comedians, welche offenbar an diesem Abend in Zürich einen Auftritt hatten. Ich erkannte sie sofort (als bekennende Promiklatschleserin ist das meine Pflicht) und machte meine Freunde darauf aufmerksam. „Hey, schaut mal, wer da reingekommen ist.“ Alle drehten sich um – total plump natürlich – und starrten. Herzlichen Dank auch. Eine meiner Kolleginnen meinte: „Bist Du sicher, dass die das sind?“ „Aber hallo!? Und wie sicher ich mir bin!“ entgegnete ich. „Oh mein Gott, mein Sohn würde sich die Finger abhacken für ein Autogramm von denen“, flüsterte sie.

Keine Ahnung, warum sich Leute so schwer tun, jemanden um etwas zu bitten. Nur weil er ein Promi ist, heisst das doch noch lange nicht, dass man den nicht ansprechen kann. Ich kenne da bekanntlich keine Schamgrenzen. Auch dann nicht, wenn ich zuvor Hühnerflügel und Maiskolben gemampft habe und offenbar mein Mund nicht wirklich salonfähig aussieht. „Warte kurz, ich geh hin, und hol dir das Autogramm“, plusterte ich mich auf. Frau ist ja schliesslich mutig! Kein Mensch an meinem Tisch warnte mich, von wegen Mais zwischen den Zähnen oder so. Keiner!! Gesagt, getan. Ich marschierte also zu den beiden Promis, legte meine Hand siegessicher dem Einen auf die Schulter und sagte: „Hey, Du bist doch der XY. Meine Freundin da drüben am Tisch hat einen Sohn, der……“, weiter kam ich nicht. Er schaute mich entgeistert an und zischte: „Was quatschst du mich so doof von der Seite an? Kennen wir uns? Und möchtest du nicht vielleicht vorher den Mais aus den Zähnen entfernen?“ Ich kann euch sagen, dass das der Moment war, an welchem ich mir wünschte, der Boden möge sich öffnen und ich möge verschwinden. Aber eben. Nichts geschah, ausser dass ich da stand wie ein begossener Pudel und mich blamierte.

Zum Glück war der Gute ein derart professioneller Comedian, dass er mich verarschte. Also die Tatsache, dass ich Mais zwischen den Zähnen hatte, war leider wahr. Aber dass er sich von mir gestört fühlte und mir kein Autogramm geben wollte, war natürlich nicht so. Er lachte sich schlapp ob meiner Gesichtsentgleisung und gab mir gerne eine Autogrammkarte. Uff, Schwein gehabt. Und er konnte es auch nicht lassen, mir danach noch hinterher zu rufen: „Und das nächste mal zuerst in den Spiegel schauen, gell?“

Blamage pur, zur Freude meiner oberfiesen Freunde, die sich allesamt vor Lachen beinahe in die Hosen machten. Da braucht man keine Feinde, wenn man solche Freunde hat!

26 Gedanken zu „Schreiben von A – Z: B = Blamage

  1. hui, diese tollen fettnapfbesuche erinnern mich an einen früheren freund meiner cousine. er war (und ist es womöglich immer noch) therapeut und lief auch privat manchmal noch im professionsmodus. mir sagte er gerne: du solltest dich mindestens einmal am tag blamieren. das war mir damals ziemlich sperrig. auch heute halte ich mich nicht so genau dran. habe aber verstanden, was er meint. und bin getröstet, wenn es wieder mal passiert…

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  2. Ich war zwar nicht dabei aber ich sehe dich vor mir. Ūbrigens wie die Zeit vergeht , die schmirinskis haben sich im 2001 als Duo aufgelöst. Sieh an auch du wirst älter hi hi,,😺😺😛😛

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  3. Ich habe Tränen in den Augen vor Lachen! Ich kann mir besonders die zweite Geschichte regelrecht bildlich vorstellen. Weil das nämlich genau so auch mir hätte passieren können. 😀

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