Schreiben von A – Z: X = X-Beine

Wusstet ihr, dass unser Alphabet einen Buchstaben hat, welcher die grauen Zellen ganz schön ins Rotieren bringt, wenn man darüber einen Beitrag schreiben möchte. Ja, der Buchstabe X ist ein ganz schöner Stolperstein – aber wie das Leben so spielt, hat sich in meinem Leben kürzlich etwas zugetragen, was wunderbar passt. Schicksal, ich danke dir!

Ich bin eine ziemlich geplagte Rückenpatientin, die in letzter Zeit mit derartigen Entzündungsschüben kämpft, dass ich nun regelmässig in die Physiotherapie gehen muss, um überhaupt eine gewisse Mobilität zu erhalten. Ich weiss nicht, ob ihr das Gefühl kennt, wenn man mit einem akuten Problem Hilfe sucht, um anschliessend mit fünf neuen Problemen wieder rauszukommen, von welchen man gar nicht wusste, dass man sie hat. Ich dachte ja immer, das wäre vor allem bei Psychiatern so. Mir gings aber beim Physiotherapeuten genau gleich – und nur um Missverständnisse zu vermeiden: Ich mag diesen Mann wirklich und er versteht sein Handwerk. Aber meine erste Physiotherapiestunde trug sich folgendermassen zu:

Ich kämpfte mich – nach bereits 3 Wochen akuten Schmerzschüben – tapfer in die Praxis. Mein lieber Therapeut holte mich im Wartezimmer ab, bat mich ins Behandlungszimmer und schaute sich als erstes meine Statik an. Aktuell würde ich die Haltung meines Körpers am ehesten mit dem schiefen Turm von Pisa vergleichen. Er schaute meine Beine an und meinte: „Leichte Tendenz zu X-Beinen, hmmmm?“ Bitte? Ich, X-Beine? Alle Welt beneidet mich immer um meine schönen, geraden und schlanken Beine. Und nun sollen das X-Beine sein! „Was? Ich habe doch keine X-Beine, gehts noch?“ Er darauf hin: „Ich habe gesagt, eine leichte Tendenz zu X-Beinen. Zudem hast Du Plattfüsse und rechts einen leichten Halux.“ Ich dachte, ich höre nicht recht. Das gibts doch wohl gar nicht. „Hey, mal ganz im ernst: Ich bin hier wegen richtig fiesen Rückenbeschwerden und Du willst mir jetzt sagen, ich hätte X-Beine, Plattfüsse und einen Halux. Du bist ja schlimmer als ein Psychiater!“

Nun gut, zugegeben, ich kenne meinen Physiotherapeuten seit Jahren privat – als Kollegen – weshalb diese lustige Kommunikation überhaupt erst zustande kommen konnte. Als Therapeuten kenne ich ihn nun erst seit kurzem. Wenn er aber in diesem Tempo noch weitere Makel an meinem Körper findet, welche mich demoralisieren, dann brauche ich nach seiner Physiotherapie ganz bestimmt noch einen Psychiater. X-Beine, also ehrlich! Ich glaube ihm kein Wort, auch nicht eine leichte Tendenz ist da zu erkennen. Pha, von wegen!

10 Gedanken zu „Schreiben von A – Z: X = X-Beine

  1. Na jetzt hast du es geschafft, habe doch tatsächlich letzte Nacht von deinen x-Beinen geträumt. Das schlimmste war jedoch deine „depri“ die du geschoben hast. Gottlob wars nur ein Traum. Du hast die Beine schöööön.👍👍👍😋

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  2. liebe Daniela,

    ich empfehle deinen Text vom 2. Februar von Herzen zu lesen, indem du wunderbar darlegst, was dich so belastet, das deine Beine bereits zu x-en beginnen.
    Schau in jeder Situation was liebeVOLL für DICH ist und du wirst nicht nur Beine und Rücken entlasten, sondern dir selbst viel von dem Druck nehmen, den du dir auferlegst.
    Die andere Seite der Medaille „Clownin“ ist die „Traurige“, die sich nur dann schmerzhaft bemerkbar macht, wenn sie sonst keine Chance sieht zu dir durchzudringen…
    Ich bin sicher, sie steht dir mit Rat und Tat zur Seite! 😉

    liebe Grüsse
    Marion

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  3. Ich war lange Jahre Physiotherapeutin – und habe auch oft mehr und vor allem das gesehen, was den Patienten nicht gefallen hat. – Wenn er ein guter und erfahrener PT ist, dann hat er auch Recht – und Rückenschmerzen fangen fast immer unten an den Füßen an und gehen dann in die Gelenke.

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  4. Liebe Daniela, ja, das kann beim Physiotherapeuten leicht passieren. Mein Schatz ist ja auch ein sehr guter. Er schaut sich die Leute auch immer von Kopf bis Fuß an, auch wenn sie nur wegen dem Rücken kommen. Da kommt es leicht mal vor, dass der Patient mit neuen Diagnosen heimgeht. Leider sind die Diagnosen der Ärzte auch häufig falsch, weil sie keine Zeit haben, um den Patienten genau anzuschauen.

    Ich wünsche dir jedenfalls, dass deine fiesen Schmerzen auf Dauer verschwinden .

    Herzliche Grüße,

    Caroline

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