Brief an meinen Rücken – Challenge

Sei gegrüsst, Du grösstes meiner Übel

Eine andere Begrüssung fällt mir zu Dir leider nicht ein. Denn wenn ich Rücken denke, kommen mir leider nur folgende Begriffe in den Sinn: Scheuermann, Schleudertrauma, Skoliose, Morbus Bechterew und Bandscheibenvorfall. Das klingt nicht nur wie die Krankenakte eines 90-jährigen Patienten (sorry an alle 90-Jährigen, die bestimmt hundert mal fitter sind, als ich) – das fühlt sich auch genauso an! Ich meine: Deinetwegen musste ich schon als Kind wöchentlich ins Rückenturnen, in die Therapie und hatte immer Schmerzen. Wegen Dir musste ich ins Ballett und ich habe es gehasst. Deinetwegen konnte ich auch das Skifahren begraben. Du machst mir das Schlitteln unmöglich. Hüpfen und Rennen werden zur Herausforderung mit unvorhersehbarem Ausgang und Bücken (Schuhe binden) zum Kraftakt. Und das mit 48 Jahren. Und wenn ich eine normale Einkaufstüte trage, kann es durchaus sein, dass ich anschliessend wieder tagelang mehr schlecht als recht durch die Gegend schleiche.

Mit Massagen habe ich schon versucht, Dir Gutes zu tun. Du hast es mir gedankt, indem Du mir danach das Gehen unmöglich gemacht hast. Mit Physiotherapie wollte ich Dich wieder in Gang bringen – Deine Rache war schmerzhaft. So, dass zwischendurch sogar meine Beine den Dienst versagten. Auch das hochgelobte Pilates hast Du strikte abgelehnt. Und dadruch (und durch meine ohnehin schon von der Natur gegeben Faulheit) hast Du mich zum totalen Couch Potatoe gemacht, was nicht unbedingt förderlich ist. Schliesslich möchte ich noch ein paar Jährchen leben. Aber Du machst es mir ganz schön schwer. Und bei den Ärzten sorgst Du nur noch für Kopfschütteln. Nett!

Hätte ich einen Wunsch frei: Ich möchte weder Glitzerdinger, noch Motorenteile – ich möchte NUR einen gesunden Rücken. Sonst nichts! Das wäre das ultimativste Geschenk der Welt. Ein Rücken, der funktioniert und nicht weh tut! Dafür würde ich alles geben (ausser meiner Familie natürlich, die behalte ich).

Sollte also irgendwo eine gute Fee ein Einsehen haben: Ich hätte einen lädierten Rücken abzugeben…als Tausch gegen einen Gesunden! Ja, Du hast recht gehört: Ich würde mich sofort von Dir trennen, ohne Dir auch nur eine Träne nachzuweinen.

27 Gedanken zu „Brief an meinen Rücken – Challenge

  1. Oh, Du Liebe… der Rücken ist wirklich eine Plage… wenn er denn quer schiesst. Davon kann auch ich ein laaaaaaaaaaaaaaaaaanges Lied singen und gerade das von Dir erwähnte Hüpfen und Springen ist auch mir nicht wirklich möglich… mit nicht einmal 48 Jahren… aber ich habe all die Zeit durchgehalten und dran geglaubt das es wieder gut wird und siehe da … entgegen aller Vorraussagen diverser Ärzte, die mir teilweise zur OP geraten haben oder ratlos den Kopf geschüttelt haben… habe ich es mit eisernem Willen, viel Bewegung, insbesondere Schwimmen, mit Akkupunktur und OHNE Schmerzmittel (absolut KEIN Spass, aber für mich der einzige Weg, da ich gemerkt habe das ein Kreislauf aus Schmerzen und Schmerzmittel beginnt) nach und nach geschafft… heute habe ich kaum noch Schmerzen… meine Bewegungsfähigkeit ist alltagstauglich 🙂 und ich fühle mich nicht weiter groß eingeschränkt, obwohl ich Nervenschädigungen in den Beinen habe und dadurch leichte Empfindungsstörungen… Du kannst Dich gerne mal per mail melden, wenn Du da Genaueres wissen möchtest. LG Stefanie

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      • Achso, da der Kommentar eh schon so lang war habe ich wohl etwas Wichtiges einfach weggelassen…

        !!! Mir hat auch keine Physio-Therapie geholfen…!!!

        … ich bin danach immer halbwegs herausgekrochen aus der Praxis und auch am nächsten Tag war nix besser wie vor der Behandlung. Irgendwann habe ich die Behandlung einfach abgebrochen. Was mir tatsächlich etwas geholfen hat, ist Muskelaufbau im oberen und unteren Rücken und am Bauch an den öden, schnöden Geräten im Fitnesscenter…. das habe ich dann ersetzt durch das für mich wesentlich attraktivere Ausdauerschwimmen… 🙂 und ich habe KEIN Auto. Ich wohne in einer Kleinstadt und erledige ALLES zu Fuß oder mit dem Rad. Bewegung ist echt ALLES… auch wenn man manchmal denjenigen, der das sagt, am Liebsten an die Wand klatschen würde, wenn es gerade mal so richtig weh tut… 😦

        Ganz liebe Grüße
        Stefanie, die den Hut davor zieht das Du so rigoros und offen mit deinem Körper „abrechnest“… Ich sollte auch mal genauer hinschauen und mit Manchem vielleicht mal Frieden schliessen… *augen roll*

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  2. Aua!
    Wenn es dich tröstet, der Rücken ist eine Krankheit der Jugend! Also unserer Altersgruppe. Und der Rücken hat eine Seele. Geholfen hat: weg mit Elli Pirelli, Bewegung die mir gefällt, die Bauchmuskeln hart werden lassen, die Couch abgeschafft, den Schalter auf Glückfinden stellen und bloß nicht auf Ratschläge hören! 🙂

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  3. Das hört sich nicht gut an… Du Arme! Ich kann ungefähr nachvollziehen wie das für Dich ist, aber als Rückentrainerin muss ich mich Anna-Lena einfach anschliessen: Fordere ihn heraus, immer wieder, in kleinen Schritten. Und wenn die Ärzte den Kopf schütteln… behalte die Oberhand über Deinen Rücken!

    LG
    Tine

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