Die Krux mit den Journalisten

Ich habe in meinem Leben schon einige Erfahrungen mit Journalisten gemacht. Manche waren okey, andere waren … naja … mit Verlaub … eher bescheiden! Als Ex-Journi weiss ich, dass man mit der Pressefreiheit die Macht hat, jemanden zu Tode zu schreiben, ihn auf ein Podest zu heben oder auch einfach neutral zu sein. Letzteres wäre eigentlich bei einer Berichterstattung die Meinung. Alles andere ist nicht fair und gehört sich ganz einfach nicht. Es sei denn, man schreibt eine „Glosse“: Dort darf man seine eigenen Meinung sehr wohl kund tun. Allerdings gibt es auch dort Regeln. Schimpfwörter und Verunglimpfungen gehen auch in einer Glosse nicht – es sei denn, man sei ein ziemlich unprofessioneller Schreiberling.

Im Zug meiner Buchpräsentation habe ich aktuell die Möglichkeit, mich als „Beitragsobjekt“ mit Journalisten zu unterhalten. Ich werde befragt, gebe Auskunft und kann dann in der Regel nicht mehr beeinflussen, was der Journalist aus den Informationen macht. Ist er neutral? War ihm meine Nase sympathisch? Fand er mich doof? Journalisten sind schliesslich auch nur Menschen, und nicht selten kann man aus den abgedruckten Zeilen erahnen, ob die Chemie zwischen Schreibendem und Befragtem stimmte. Die hiesige Presse hat mich letzthin ausführlich zu mir, meinem Buch und den Hintergründen befragt und ich war gespannt, was daraus werden würde. Und nun kommts: Ich bin sowas von postitiv überrascht worden. Ein rundherum gelungener Beitrag ist entstanden, über den ich mich sowas von freue! Und weil ich mich eben so freue, möchte ich ihn mit meinen lieben Leserinnen und Lesern teilen. Wenn ihr auf den untenstehenden Link klickt, könnt ihr sehen, was der Journalist aus den Informationen gemacht hat.

Link

Am meisten hat mich der unglaublich schöne Gebrauch der deutschen Sprache überrascht. Viele Journalisten schreiben heute nämlich nur noch, damit sie geschrieben haben. Dieser Text ist aber in einem ziemlich philosophischen Deutsch abgefasst – eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. Da scheine ich ausnahmsweise mal Glück gehabt zu haben. Mit Andreas Kaufmann habe ich offenbar einen der schreibenden Zunft erwischt, der sein Handwerk nicht nur als Job ansieht. Und das, obwohl ich ihn geschlagene zwei Stunden zugequasselt habe und ihn dann noch mit gefühlten 100 Fotoversuchen malträtierte. Danke, Andreas! 🙂

26 Gedanken zu „Die Krux mit den Journalisten

  1. Es gibt eine Regel, der sich jede Journalistin und jeder Journalist unterziehen muss, nämlich ihren oder seinen Namen unter den Artikel zu stellen. Damit ist ja wohl alles klar. Als Leserin oder Leser kann ich mir dann meinen Reim darauf machen. Soweit ich beim Lesen mein Hirn verwende. Dass der Journalismus so schlecht ist, hat – und ich kann es nicht oft genug betonen – damit zu tun, dass unerträglich miserabel bezahlt wird. Das Honorar liegt oft genug unter dem Salär von Aushilfsjobbern. Es gibt übrigens die Möglichkeit, sich den fertigen Text vor der Veröffentlichung noch einmal zum Gegenlesen geben zu lassen. Diese Möglichkeit würde ich nutzen. Wer mir das nicht gewährleistet, bekommt eben kein Interview. Wäre das was?

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    • Da bin ich absolut mit Dir einig. Mit Praktikanten, die für ein Butterbrot arbeiten, werden ganze Zeitungen gemacht. Leider. Und manche Werte haben sich halt einfach auch so verschoben, dass ich sie nicht mehr verstehen. Aber diesmal habe ich einen richtig Guten erwischt und….ich durfte gegenlesen! 🙂

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