Nein danke…

Es gibt Tage, an denen klingelt das Telefon über den Mittag und abends so oft, dass man die Pausen glatt vergessen kann. Ich meine das Telefon zu Hause – und ich meine die Familien-Esstisch-Gemeinsam-Pausen.

Zuerst ruft die nette Dame von der Krankenkasse an, die einen Vergleich machen möchte, weil man damit extrem viel sparen könnte. „Nein danke, kein Bedarf.“ Meine Standardantwort. „Aha, sie wollen also nichts einsparen?“ hakt die nette Dame nach. Meine Gedanken: Das geht Dich einen feuchten Furz an. Meine Worte: „Nein, kein Bedarf.“ Die Gute kann ja auch nichts für ihren doofen Job.

Kaum aufgehängt, klingelt wieder das Telefon. Der Herr von der Bofrost-Firma möchte von mir wissen, ob er bei uns auch gefrorene Esswaren liefern darf. „Nein danke, kein Bedarf.“ „Hatten sie denn schon einmal Ware von uns?“ Meine Gedanken sind leider wieder dieselben, wie schon vorhin erwähnt. Meine Worte: „Nein, kein Bedarf.“

Wieder zurück am Tisch, klingelt wieder das Telefon. Ich knurre entnervt: „Und was brauchen wir jetzt noch?“ Bingo! Eine Entkalkungsanlage! „Nein danke, keine Bedarf.“ Auch dann nicht, wenn ich darüber aufgeklärt werde, dass wir das unbedingt brauchen, weil sonst unsere ganzen Leitungen…..blablablabla……!

Sorry, wenn dann der nächste Anrufer, der mir eine Alarmanlage verkaufen will, von mir nur noch angefaucht wird. „Wir züchten Dobermänner und die fressen sie inklusive ihrer doofen Alarmanlage.“ Klack – summ – Leitung tot. Aha, endlich jemand, der mich verstanden hat.

Mir ist klar, dass diese Telefonmenschen ihren Job machen. Aber wenn ich etwas brauche, dann kümmere ich mich doch darum. Ich brauche nämlich die Dinge nicht dann, wenn unsere Adresse mal wieder von irgendwem weiterverkauft wurde. Ich brauche sie dann, wenn ich sie wirklich brauche. Und manche Dinge, die braucht man einfach gar nicht. Nie!

Inzwischen bin ich soweit, dass ich nach dem zweiten Wort der Anrufer schon sage „Nein danke“ und einfach wieder aufhänge. Echt – das nervt. Würde man die alle zu Ende reden lassen, könnte man pro Woche ganz schön viel Zeit nur für sinnlose Telefonate investieren.

Wir wär’s, wenn die Herren und Frauen der Gefriermahlzeiten, der Entkalkungsanlagen, der Weingüter, der Alarmanlagen und der Krankenkassen eine Community gründen und sich gegenseitig anrufen würden? Dann wären sie auch beschäftigt. Und wir hätten endlich wieder unsere Ruhe! Oder fällt tatsächlich noch irgend jemand auf den Telefonverkaufsquark rein?

28 Gedanken zu „Nein danke…

  1. Ich ärgere mich auch immer über diese Anrufe. Die mit den Alarmanlagen finde ich immer gut. Die lasse ich reden, bis die Frage kommt „haben sie denn schon eine Alarmanlage? Es geht um die Sicherheit.“ Dann sage ich immer: “ ja dann verstehen sie sicher, dass ich nicht so blöd bin, das IHNEN am Telefon zu verraten! Ich kann nur so viel sagen, bei uns kommt keiner rein und wenn doch, dann bestimmt nicht ohne Bisswunden wieder raus😁 “ Dann legen Sie auf 👍😊

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  2. Bist du (und deine Telefonnummer) auf der Robinsonliste eingetragen? Ich hab schon den Eindruck, dass das etwas hilft beim Eindämmen der Werbeflut. Beim Telefonterror gibts zwei Tricks:
    1. Die Nummer speichern, z.b. „tiefkühlmann nervt“ – dann kannste gleich wegdrücken, wenn der das nächste Mal anruft.
    2. funktioniert zumindest beim Telefonieren über die Fritzbox: die betreffenden Nummern als „Spam“ markieren. Das heißt: der tiefkühlmann wird das nächste Mal gar nicht erst durchgeklingelt.
    Und nicht müde werden, den ungebetenen Anrufern zu erklären, dass du ihnen deine Telefonnummer nicht gegeben hast und du sie deshalb darum bittest, deine Daten aus deren Dateien rauszulöschen bzw. – was vielleicht sogar noch besser ist – mit „auf gar keinen Fall weiter belästigen“ zu markieren 😉
    Dass du versuchst, höflich zu bleiben, ist sehr vorbildlich – dafür gibts nen extra Daumen-hoch von mir! Ja, diese Anrufe nerven, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgend jemanden sich diesen Job als Traum-Wunsch-Job auserkoren hat. Ich denk mir dann, dass die bestimmt genügend angemault werden den ganzen Tag, da sollen sie wenigstens einmal am Tag freundlich abgewimmelt werden 🙂

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  3. Ich verstehe, dass das nervig ist. Aber hier bei mir ist das gar nicht so. Kein Anruf. Aber wie ich in den Kommentaren gelesen habe, ist das wohl in Deutschland verboten..gut zu wissen. Bei der schnipseltippse fand ich die callcenter-Checkliste ziemlich lustig 😉 LG.

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  4. In Deutschland ist das seit einiger Zeit verboten. Kaltaquise nennt sich das, wenn einfach irgendwo angerufen wird. In Deutschland darf nur noch angerufen werden, wenn Du Dein Einverständnis gegeben hast. Natürlich halten sich nicht alle Callcenter daran. Es genügt aber, den Callcenteragent daran zu erinnern, dass eine Anzeige folgt, wenn er dich nicht in Ruhe lässt. Dann ist das Gespräch sofort zuende. 😉 Ist das bei Euch in der Schweiz nicht so?
    LG Susanne

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  5. Meine Dosis haben das Problem ganz einfach gelöst: wir sind in keinem Telefonbuch vermerkt und wenn doch ein ungewünschter Anrufer durch kommt, sperren wir seine Nummer über den Router. Da hängt er dann im Nirvana!

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  6. ich hab das heute nacht übers smartphone geschrieben da gehts nicht so ausführlich. bei mir wird oft angerufen, oft aufgelegt auch, oft anonym angerufen
    viele callcenter rufen an, aber ich bin dazu übergegangen mich nirgendwo mit richtigem namen anzumelden oder mit richtiger Telefonnummer. die müssen nicht alles wissen. wenn jemand eine Umfrage machen will lege ich sofort auf und ruhe ist. grüsse Marianne

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  7. Leider ja, ich habe eine Woche in so einem Callpuff gearbeitet. Hab dann meine Sachen gepackt, weil ich das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte, wie mit psychologischen Kniffen die Leute zum Kaufen gebracht werden. Da war ich nicht die Richtige. Da bin ich lieber wieder in mein Taxi gestiegen.

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