Glucke sucht Küken

Hilfe, meine Kinder sind erwachsen geworden und haben vergessen, mir das mitzuteilen. Irgendwie ging das plötzlich so schnell, dass ich da wohl etwas verpasst habe. Und nun? Nun habe ich zwei grosse Gluckenflügel und keine Jungen mehr, die darunter wohnen wollen. Oder nur noch, wenn wirklich Not am Mann oder der Frau ist. Seufz:-( Mama wird arbeitslos.

Und nun kommt die Frage aller Fragen: Wäre ein kleiner Hund die Lösung? Einer, der immer bei mir wäre, der bei mir schlafen, mit mir Fernsehen, mich zur Arbeit begleiten und mich anhimmeln würde. Und den ich bemuttern, verhätscheln und umsorgen könnte. Diese Vorstelllung finde ich je länger, umso schöner. Einziger Haken: Meine drei Katzen. Also zwei davon sind noch relativ jung, und würden sich wohl an den neuen Gesellen gewöhnen. Aber der alte Kater, der nun schon 15 Jahre bei uns lebt – ich fürchte, dass der das nicht mehr so einfach hinnehmen würde. Deswegen bin ich mir da noch nicht so sicher. Vielleicht warte ich mit meinem Vorhaben doch noch ein Weilchen. Ich will nicht schuld daran sein, wenn unser Mister Miau das Zeitliche segnet, weil ein bellender Kollege einzieht.

Ich könnte natürlich auch meine Kinder wieder in Windeln stecken, sie mit der Schoppenflasche füttern und ihnen einreden, dass sie ohne Mama nicht überleben werden. Aber ob sie mir das glauben werden? Ich meine: Sie sind immerhin 22 und 20 Jahre alt. Aber ein Versuch wäre es vielleicht wert. Oder ich nehme ihnen das Auto weg und kaufe stattdessen eine Wagenladung Lego Star Wars und Barbiepuppen. Vielleicht könnte ich die Entwicklung so wieder zurückdrehen.

Oder ich muss mich tatsächlich mit dem Wort LOSLASSEN aktiv beschäftigen. Ignorieren scheint nämlich nicht zu funktionieren. Das versuche ich schon seit ein paar Monaten ganz intensiv. Hätte ich mal mehr Kinder bekommen, dann könnte ich jetzt weiter beglucken. Oder ich nötige meine Kinder, dass sie mich sehr bald zur Oma machen. Dann hätte ich auch wieder kleine Küken zum verhätscheln. Meine Kinder bekommen aber im Moment noch beide Hautausschlag und Schreikrämpfe, wenn ich das als Witz sage. Schlechter Witz! Ok, also auch keine Option.

Ich denke noch ein Weilchen über den Hund nach…. 🙂

59 Gedanken zu „Glucke sucht Küken

  1. Ja das kenne ich. Unsere Tochter, die letzte verlässt in drei Monaten unser trautes Heim und geht auf eine Weltreise von der sie nicht mehr nach Hause kommen wird sondern, wenn nichts schief geht, irgendwohin studieren geht. Das mit dem Loslassen müssen ist nicht leicht. Ich habe zur Zeit ständig Krach mit ihr, das macht es uns beiden leichter den Abschied zu verschmerzen.
    Das mit dem Kater ist ein ernstes Problem. Wir haben zwei entmannte Kater im Asyl aufgenommen, weil sie vor Paula einer Schäferhundmischung fliehen mussten. Besonders Henri, ein französischer Kater war stark traumatisiert.
    Viele Jahre später kam mein Schwager mit Paula zu Besuch. Henri war für drei Wochen vom Erdboden verschluckt und ich erinnere mich noch genau daran, wie er völlig verstört die Kellertreppe hinauf kam und panisch an jedem Türpfosten geschnubbert hat, ob nicht Paula vielleicht doch noch da ist.
    Ich kenne eine Familie, die hat sich, nachdem die eigenen Kinder aus dem Haus waren, bei der Fürsorge als Notfallaufnahmestation für Kinder aus Krisenfamilien gemeldet und die hatten dann immer so ein Kleinstkind da, wäre das nicht vielleicht eine Idee?

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  2. Nun, meine Frau Mama hatte dann auch nur noch die Katze (und jetzt wieder eine, nachdem die ältere 2010 verstarb), und freut sich, dass sie dank Rente endlich verreisen kann, wann sie will, ohne sich um eine Hundebetreuung kümmern zu müssen …
    Mit Enkelerwartungen wäre ich hingegen vorsichtig. Falls sich aus welchen Gründen auch immer keine einstellen sollten, bist du nicht enttäuscht, und deine Kinder brauchen keine Schuldgefühle zu haben. Letztere machen wirklich keinen Spaß.

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  3. „Loslassen“ ist ein guter Plan.. 🙂 Auch wenn es schwer ist, lass deine „jungen Erwachsenen“ sich auf den Weg machen, ihr eigenen Leben zu gestalten. Losgelöst von Mama. Das wird sein Weilchen brauchen, aber du wirst sehen, dass sie irgendwann auch wieder zu dir zurück kommen. 🙂 Und dazu gesellen sich dann irgendwann wirklich Enkelkinder. Dann hast du jede Menge zu tun, und berichtest uns in diversen Beiträgen, dass du dir endlich Ruhe wünschst! 😛 Ein Hund ist eine ganz wunderbare Entscheidung, allerdings ist es gut, sich erst einmal klar zu machen, welche Rolle er in der Familie einnehmen soll. Denn er ist ein Hund, kein Kinderersatz, und sollte das im besten Fall auch bleiben. 🙂 (Ja, ich weiß. Ich hab gut reden. Mir fällt das auch nicht immer so leicht!) 😀 Trotzdem gehören sie natürlich definitiv zur Familie. Und du hast ja schon gut überlegt, denn mit deinen Katzen hast du wahrscheinlich recht. Die Senioren sind dann häufig etwas angefressen! 😀 Und solltest du dich dann schließlich doch für einen bellenden Vierbeiner entscheiden, dann guck bitte unbedingt erst beim Tierschutz. Meine Mutter hat eine Hündin von einer Organisation und es war die beste Entscheidung überhaupt! ❤ Versuch die "Mama-Zeit" jetzt umzuwandeln in Zeit für dich. Tu all die Dinge, die du schon immer mal machen wolltest. Und ruck zuck hast du die Zeit überbrückt. 🙂 Viel Spaß dabei!!!!

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    • Eben: Wie schon ein paar mal kommentiert – ich scheine einen falschen Eindruck vermittelt zu haben. Ich kann gut loslassen, zumal meine Beiden inkl. Anhang noch bei uns sind. Und alles, was ich gerne für mich mache, habe ich in den letzten 10 Jahren auch mit Familie gemacht, da mein Göttergatte mir bedingunglos den Rücken frei hält. Von daher, kein Thema. Ich will nur was betüdelnswertes….am liebsten rund um die Uhr. Ich hab da wohl ein falsches Bild vermittelt. Aber danke für den lieben Kommentar! 🙂

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  4. Sorry, wenn ich schon wieder meinen Senf dazugebe, aber einen Hund anzuschaffen ist eine Lebensentscheidung..zumindest für das Leben des Hundes!
    Wir haben damals, als unsere Kinder so 14 u.15 Jahre alt waren, einen (meinen) Traum wahrgemacht und einen Hund gekauft.
    Ich wollte als Kind schon immer einen Hund und habe aus verständlichen Gründen natürlich keinen bekommen. Anfangs sind die Kinder hochbeglückt über so ein süsses Hundebaby, aber die Arbeit und die Kosten bleiben über kurz oder lang an den Eltern hängen.
    Na ja, jedenfalls war das mein Traum und mein/unser Hund und nicht der für meine Kinder.
    Leider habe ich mich damals noch nicht so sehr ausgekannt mit Züchtern und so. Und ins Tierheim wollte ich nicht gehen als Hundelaie.
    Wir haben ein absolut süsses und braves Hundemädel von einem unseriösen Züchter adoptiert, das leider, wegen Überzüchtung und so (ich will das nicht weiter ausführen) nur ein Jahr alt wurde.
    Nachdem der erste Schmerz über den Verlust überstanden war, holten wir uns eine Mischlingshündin von einer Tierhilfeorganisation. Diese liebe Maus begleitet uns nun seit 13 Jahren.
    Mittlerweile hat sie Arthrose und humpelt. Kann auch keine langen Ausflüge mehr machen. Das ist halt wie bei älteren Menschen. Damit muss man leben und sich darauf einstellen.
    Die langen Spaziergänge fehlen mir sehr, weil ich ein Sportmuffel bin und außer spazierengehen nix mache. Früher bekam ich manchmal 3 Stunden am Tag zusammen.
    Außerdem muß man sich echt überlegen, ob man den Hund immer mitnimmt, oder ob er/sie gut alleine bleiben kann, wenn man in der Arbeit ist.
    Will man in Urlaub fliegen, dann braucht man einen Handtaschenhund.. bis 3kg glaube ich..also ich würde meinen Hund niemals in den Laderaum in einen Käfig geben, wegen 2 Wochen Urlaub.
    Oder schaut man sich rechtzeitig nach einer guten Hundepension um? Und gewöhnt den Hund frühzeitig daran.
    Sonst kann man spontane Urlaube oder Besuche, bei denen der Hund nicht dabei sein kann vergessen.

    Also..gut überlegen vorher! Es gibt soviele Menschen, die unüberlegt einen Hund anschaffen und dann erst merken, daß es wohl nicht so das Wahre ist.

    Vor allem bitte sehr gut vorher überlegen wie die Rasse so ist, ich würde mir jetzt z.B. niemals einen sportlichen Hund antun..mir wäre das zu stressig.
    Manche Stadtmenschen kaufen einen schönen Jagdhund, wegen der tollen Fellfarbe und weil er einfach chic ist..tsts?

    Und auch sollte man die Lebenserwartung bedenken, kleine Rassen können locker 15 Jahre alt werden!
    Ich kannte welche,die waren 18 oder 20 Jahre alt.

    Ich will hier nicht unterstellen, daß du dir das nicht sehr gut überlegst, es soll nur ein kleiner Denkanstoß sein. Aus eigener Erfahrung!

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    • Schön, dass Du Dir so viele Gedanken machst. Die habe ich mir alle schon x mal zum Glück auch gemacht. Und komme immer zum gleichen Schluss: Ein kleiner bellender Vierbeiner würde wunderbar zu mir passen. Als selbständige Unternehmerin kann ich mein Tier immer mitnehmen, wenn ich das will. Ich fliege nicht gerne – mache demzufolge ohnehin keine langen Flugreisen. Ich möchte einen kleinen Hund, der auf meinem Schoss mitreisen könnte. Ich habe seit 20 Jahren Katzen und weiss, dass ein altes Tier mehr Pflege und Aufmerksamkeit braucht, als ein Junges. Von daher ist auch das nicht neu für mich. Und wenn ich mir einen Begleiter anschaffe, dann heisst das für mich, dass er mich begleiten wird, solange er bzw. ich leben. Ich würde niemals ein Tier abgeben. Never ever. Mein Profil passt also perfekt zu einem kleinen Gesellen, denn alles, was ich mag, mögen Hunde auch. Und alles, was ich nicht mag, mögen Hunde genauso wenig. Mit all diesen Dingen beschäftige ich mich schon lange. Drum – ein hübscher Havaneser wäre meine Idee! 🙂

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  5. Nee, Hund is ne schlechte Option. Lieber noch fünf Katzen 🙂 Ansonsten: Loslassen und dich darüber freuen, dass du jetzt mehr Zeit für DICH hast, für die Dinge, die DIR Spaß machen, die DU schon immer mal lernen/machen wolltest. Haste dir ja schließlich auch mal verdient…

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    • Hab ich alles immer parallel mit den Kids gemacht. Ich bin so ein richtiges Multitaskingweib … mir wird langweilig, wenn ich unterfordert bin .. dann zerbeisse ich die Möbel und reisse die Tapeten runter, wie ein Hund, der unterbeschäftigt ist! Ich glaub, ich hab nen Knall…. (neuste Erkenntnis des Jahrhunderts…) 🙂

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  6. Lass das lieber mit dem Hund. Loslassen lernen ist besser. Wenn Du irgendwann den Hund nicht mehr verhätscheln und bemuttern möchtest, ist es die richtige Zeit sich einen anzuschaffen. Vielleicht kannst Du bis dahin mit einem Hund aus dem TH gassi gehen? Oder eine Patenschaft für ein Tier übernehmen? Wäre eine sinnvolle Aufgabe und Du fühlst Dich gebraucht und ausgelastet.

    Ich wünsche Euch ein frohes Osterfest! ❤
    LG Susanne

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  7. Hihi. Vor nicht allzu langer Zeit habt ich das noch von der anderen Seite her erlebt als Kind. Deine Ideen zu deinen Kindern. Feix. Wäre aber eher den Hund. 😉 Bist ja nicht die einzige die Hund und Katze zusammen bringen will. Wenn es behutsam geschieht? Vielleicht hilft ihr solch ein Tiertrainer oder Hunde-/Katzenflüsterer um das gut ist die Bühne zu bekommen. Schöne Ostern noch.

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  8. Nachvollziehen kann ich Deine Überlegungen, aber ich würde eher zum Abwarten tendieren. Genieße doch erst einmal die neu „gewonnene Freiheit“ und erhole Dich von dem geschäftigen Dasein als „Glucke“.
    Enkel kommen von allein und noch früh genug. Es ist schön, wenn sie da sind, aber es ist auch schön, die Zeit zu zweit zu genießen.

    G. l. G. Jochen

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  9. Nicht lange überlegen, das führt häufig zu falschen Ergebnissen. Folge deinem berühmten Bauchgefühl und lass‘ einen schwanzwedelnden Hund bei dir einziehen. Ich plädiere für einen Havaneser. Das sind die BESTEN EVER!! Jep!

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  10. Wenn Ostern mit einel schmunzeln beginnt- danke für den schönen Text.
    Ich bin ganz bei dir. Loslassen heißt Zeit für dich zu haben – neue und wertvolle Zeit.
    Das mit dem Hund funktioniert nur wenn es dein Hobby wird, denn es ist ja kein Küken mehr da, der mit ihm spazieren geht.
    LG Fraumama

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