Sandkastenfreundin gefunden

Jahrelang habe ich mich gegen Facebook gewehrt. Ich hatte das Gefühl, dass das nur etwas für die Jungen sei. Stattdessen habe ich mir Instagram eingerichtet, war bei Twitter und habe zu bloggen begonnen. Und irgendwie habe ich mich immer wieder gefragt, was an diesem Facebook so spannend sein könnte. Meine Kinder haben mir schon lange gesagt, dass Facebook zu Werbezwecken und zum Pflegen eines Netzwerkes gerade im Beruf sehr dienlich sein könne. Ich konnte mir das nicht vorstellen.

Bis vor kurzem. Da habe ich – warum auch immer – eines Abends still und heimlich selber (stolz!) Facebook eingerichtet. Zugegeben, das Einrichten ist einfach, beim Anwenden schrie ich dann ein paar mal laut HIIIILFEEE! Wie gut, wenn man Kinder hat, die mit all diesen Medien geboren wurden.

So – und nun bin ich also auf dieser Plattform auch vertreten und habe inzwischen sogar einigermassen begriffen, wie man sie verwendet. Aber das tollste überhaupt: Ich habe jede Menge Menschen wiedergefunden, von denen ich nicht mal mehr wusste, dass es sie noch gibt. Wie spannend! Und auf einmal stolperte ich per Zufall über einen Namen, der mir nichts sagte – zumindest der Nachname nicht. Aber das Bild kam mir so bekannt vor. Ich klickte auf das Bild und … zum Vorschein kam meine Sandkastenfreundin, welche ich vor rund 35 Jahren das letzte mal gesehen habe. Da sie inzwischen geheiratet hat, wäre ich niemals darauf gekommen, dass das sie sein könnte. Schliesslich hat der Name auch geändert, genauso wie der Wohnort. Wir waren als kleine Kinder beinahe Tag und Nacht zusammen und unsere Mütter verzweifelten manchmal fast, weil wir wie zwei Magnete aneinander klebten. Wir wollten dieselben Kniestrümpfe, den gleichen Rock, dieselben Schuhe und wir schminkten uns gegenseitig. Ich weiss noch, dass ich besonders fasziniert von ihren Schildkröten war und ich erinnere mich, dass ihre beiden Brüder uns ständig geärgert haben. Wir waren echt ein cooles Gespann! Leider zog ihre Familie dann aber aus unserem Wohnort weg und wir verloren uns irgendwann aus den Augen. Und jetzt – Jahrzehnte später habe ich sie auf Facebook wiedergefunden.

Unsere Leben haben sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt – aber es geht ihr gut und sie hat Familie und sieht dem Bild aus Kindertagen immer noch sehr ähnlich. Sie meinte, sie hätte mich aufgrund des Bildes nicht mehr erkannt … was auch immer das heissen soll. Logisch, wir sind älter geworden. Bei mir sieht man das auch optisch – bei ihr eher weniger. Mist! Sie scheint da genetisch wohl besser gelagert zu sein. Sie hat noch immer irgendwie das Gesicht von damals. Ganz offensichtlich scheint das bei mir nicht so zu sein. Schluchtz! 😦

Tatsache ist aber, dass ich dank Facebook nun weiss, dass meine beste Freundin von damals noch lebt, dass es ihr gut geht, dass sie nur ungefähr 40 Minuten von mir entfernt wohnt und dass sie noch immer aussieht, wie damals. Und zwischenzeitich haben wir uns sogar schon lebhaftig getroffen. Cool! 🙂

20 Gedanken zu „Sandkastenfreundin gefunden

  1. Das ist wirklich eine schöne Geschichte! Und toll finde ich, dass es nicht nur bei Facebook geblieben ist und Ihr Eure alte Freundschaft auch live und in Farbe wieder aufleben lassen habt! 😀 Ach wie schön… 😉
    Meine Sandkastenfreundin hat mich mehr als 3 Jahrzehnte in meinem Leben begleitet. Dann hat sich der Kontakt durch veränderte Lebensumstände und Umzüge verloren. Ich würde heute wohl auch nicht wieder eine Freundschaft haben wollen. Schön, dass es bei Euch anders ist.
    LG Susanne

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  2. Ich habe den Account sicher schon ca 8-9 Jahre. Wollte schauen was das so ist, als meine Kinder ihn neu hatten. Dann wollte ich den Account wieder löschen, aber schwupps fand mich eine jüngere Studienkollegin, danach Cousins und Cousinen aus der ganzen Welt und auch liebe andere ehemalige Schulkollegen und Arbeitskollegen.
    Aber, jetzt schaue ich nur noch alle paar Monate rein, will den Account nicht löschen, aber finde es nicht mehr so spannend. So ist es halt, im Leben, mal ist etwas spannend, dann nicht mehr.

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  3. Das nenne ich Mut. Wir beide, drücken uns vor Facebook. wenn wir nicht mehr mögen, der Blog kann jederzeit gelöscht werden und niemand erfährt wer wir sind. Unsere Anonymität ist und bleibt gewahrt. Facebook…. das Netz vergißt nie, ich bin mir, wie auch Pünktchen einfach nicht sicher, ob ich wirklich möchte, das jeder private Dinge wie Geburtstag und Wohnort nachlesen kann. Ich denke eher nein. Wer mit mir wirklich Kontakt haben möchte, kann mich anschreiben per EMail, per Brief , mich anrufen.. Aber so, ich wies ja gar nicht, wo die Daten hinkommen.
    Deinen Mut bewundere ich trotzdem . Viel Spass auf Facebook.
    Liebe Grüße
    Wortgestoeber

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