Tussi on tour

Ich bin ganz Frau, in fast jeder Hinsicht (ausser beim Thema Küche). Aber bei den Handtaschen und deren Innenleben scheint mir das typische Frauengen auch abhanden gekommen zu sein. Obwohl ich fast täglich meine Handtasche wechsle – natürlich immer passend zum Outfit – herrscht in meiner Tasche Ordnung. Mit meinem Bag-in-Bag-System ist es ziemlich einfach, alles immer an seinem Ort zu haben. Ich muss also auch nie stundenlang nach irgendwelchen Schlüsseln oder Taschentüchern suchen. Im Gegensatz zu anderen.

Ein besonders chaotisches Taschenexemplar wuselt täglich um mich herum. Die Freundin unseres Sohnes. Ein herzensgutes, liebes Wesen, das ich hoffentlich nicht mehr hergeben muss. Aber ihre Tasche, die ist eine Geschichte für sich. Egal wo sie ihren Chaotenbeutel hinschmeisst, er ist bestimmt offen. Zwar hätte er einen Reissverschluss, aber vermutlich denkt sie, der sei nur zur Deko. Oder sie findet es einfach zu anstrengend, diesen zu schliessen. Also liegt das Taschenteil irgendwo (meistens im Eingang auf dem Boden) und lässt tief in sein Inneres blicken. Fast wie bei einer Darmspiegelung…oder so. Da gucken Kopfschmerztabletten raus, Tampons wohnen in jeder Knautschfalte der Tasche, Schlüssel blitzen durch den Ladekabelsalat und Sonnenbrille und undefinierbare Papierchen locken jeweils unsere Katzen an, die nur allzu gerne mit dem Inhalt spielen möchten. Irgendwo ragt noch ein Teil der Brieftasche hervor und die Zigarettenschachtel und das Feuerzeug liegen auch noch zwischen all dem Gewusel.

Das hübsche Frauenzimmer arbeitet auch bei mir im Geschäft – und auch da liegt die Tasche meist irgendwo mit sichtbarem Innenleben. Ich motze ständig deswegen und sie meint dann immer ganz trocken: „Eine echte Frau hat eine Chaos in der Tasche, das gehört sich so.“ Aha, dann bin ich also keine echte Frau. Und wenn doch, so würde ich zumindest den Reissverschluss zuziehen. „Wozu denn, ich habe nichts zu verstecken.“ Toll! Mir wäre schon nicht wohl bei dem Gedanken, weil ich Angst hätte, dass man mir die Hälfte klauen würde. Aber neiiiiiin! Das passiert nur den Vorsichtigen. Und weil sie immer eine Antwort bereit hat, wenn ich wieder motze, habe ich ihr gedroht, dass ich darüber eine Geschichte mache. So, Mädel, nun hast Du den Salat! 🙂

22 Gedanken zu „Tussi on tour

  1. Ich benutze nur eine Handtasche, in der herrscht relative Ordnung dank einer Medibag. (Apothekerin eben, für fast alle kleinen Notfälle außer Platzwunden ausgerüstet …) Neben dem umständlichen Umräumen ist allerdings auch die Tatsache hinderlich, dass ich ungern auf mein knappes Dutzend – zugegeben unerwachsene und gar nicht damenhafte – Buttons verzichte.

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  2. Meine Tasche hat immer so ca. 2 kg Inhalt und ich muß sie auch immer schütteln, um zu wissen: ah, der Schlüsselbund ist drin, kein Grund zur Panik. Allerdings wird mit eiserner Disziplin 1x pro Woche ausgemistet, dann hat der Inhalt ca.1,9 kg. Wahrscheinlich ist das eins der schwarzen Löcher, aus denen die Erde entstanden ist .. bei dem ganzen Krempel.?!

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  3. In meinen Taschen sieht es manchmal so schlimm aus, dass ich mir auf’s Handy telefonieren muss, um es darin zu finden 🙈 und an die Schlüsselsuche mag ich gar nicht denken. Ich schüttle die arme Tasche dann so lange, bis ich die Schlüssel hören kann. Ich schleppe aber auch immer die halbe Haushaltung mit, obschon ich die meisten Sachen gar nicht brauche. Nun habe ich auch angefangen, die Sachen in der Tasche in verschiedene kleine „Beutel“ zu stecken und das klappt sehr gut 😊 Ich muss nur darauf achten, dass die Täschchen nicht gleich aussehen, sonst geht die Sucherei wieder los.. Wie macht ihr das? Habt ihr 1 Taschen-Organizer in eurer Tasche oder div. kleinere Beutel? ☺️

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      • Ich einen Robidog- und Leckerli-Bag, Datensicherungs-Bag, Schlüsselbag und einen Lippenstift-Lesebrille-Kopfwehtablette-Kaugummi- und Papiernastuch-Bag ☺️
        Aber ich habe gesehen, dass es für all die Dinge auch nur 1 Teil gibt, den sogenannten Taschenorganizer, welcher mit kleinen Fächern bestückt ist, wo man all den Krimskrams reinstecken kann. Da ich aber unterschiedlich grosse Taschen habe und z.B. die Datensicherung am Wochenende nicht mit mir rumschleppen möchte, sind mir die kleinen Beutel auch lieber. Ich dachte, dass euer „Bag in Bag“ evtl so ein Organizer ist, deshalb meine Frage 😉

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  4. Bag in Bag ist super!! Ich benutze sie seit Jahren und verkaufe sie auch gerne an Taschenwechslerinnen, oder die die gerne öfter wechseln würden, aber denen das umräumen zu lange dauert.
    Ich zeige dann meine vor, viele kannten das vorher gar nicht. Die meisten sind begeistert davon!
    ‚Ja wenn das so einfach ist, dann kaufe ich die neue Tasche doch und die Bag in Bag dazu‘ (Strike!)
    Und Männer (also die Mehrzahl) haben eh keine Ahnung von Handtaschen..sie sind nur genervt wenn ‚Frau‘ vor der Haustüre steht und nach dem Schlüssel wühlt.
    Deshalb eben eine Bag in Bag!
    Könnte ‚Mann‘ auch mal verschenken wenn die Wühlerei nervt.

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      • Ich verkaufe eben am liebsten Sachen, von denen ich selbst auch überzeugt bin. Sonst käme mir das verlogen vor. Und das merken die Kunden und kommen nicht wieder!
        Ich wäre kein guter Telefonverkäufer für irgendeinen Mist, Versicherungen, Glücksspiele, Geldanlagen oder so. Da wäre ich in kürzester Zeit raus.
        Ich mag die Leute einfach nicht anlügen.
        Ich sage auch immer, wenn es zum Beispiel um die Ausgabe (also ich meine für einen etwas höheren Preis) für eine Handtasche geht : “ Jetzt gehen sie erst mal einen Kaffee trinken oder schlafen Sie darüber, bei dem Preis muß wirklich alles passen, wäre schade wenn sie sich hinterher ärgern und das gute Stück ungenutzt im Schrank liegt“
        Und die Kunden danken mir das und kommen meistens wieder.

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  5. Meine Handtaschen sind so halb chaotisch, aber mein Mann leidet trotzdem unter mir. Er klagt es sei doch nicht normal dass in jedem Handschuhfach welches er öffnet, in unzähligen Fächern der Wanderrucksäcke etc Tampons stecken. Aber echt, solange die ungebraucht sind, ist doch daran nichts schlimm, oder?

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  6. Richtig so gemacht. Aber sie hat auch Recht, denn auch ich kenne keine Frau oder Mädel die Ordnung in der Tasche hat. Aber komischer weise beherrsche die das Chaos und suchen weniger als der Ordnung hält

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