Sprichwörter von A – Z / Buchstabe K

Kindermund tut Wahrheit kund. Dieses Sprichwort kommt daher, weil ein Kind noch nicht den Sprachregeln der Erwachsenenwelt folgt. Es sagt, was es sieht – und demzufolge auch das, was es denkt. Und das kann manchmal ganz schön hart sein. Wenn uns jemand sagt, dass er seinen dicken Hintern in keine Hose mehr bringt, sagen wir netterweise: „Echt jetzt, das wäre mir gar nicht aufgefallen. Ich finde, Du siehst aus, wie immer.“ Bei einem Kind kann es schon mal vorkommen, dass es bei Mama an der Bluse zupft und fragt: „Mama, warum hat diese Frau so einen dicken Hintern?“ Klatsch! Also meine Tochter hat dieses Sprichwort immer laut und deutlich gelebt. Überall! Auch in der Schule, wenn die anderen Mütter zu den Geburtstagen Kuchenkunstwerke kreierten und sie trocken dem Lehrer sagte: „Kann ich auch Semmeln und Schokolade bringen? Meine Mama hat keine Ahnung vom Backen.“ Danke, liebes Kind. Kindermund tut eben wirklich Wahrheit kund, ob es uns nun passt, oder nicht!

Kleider machen Leute. Dieses Sprichwort stammt aus einer Erzählung von Gottfried Keller, in welcher ein armer Schneider für einen Grafen gehalten wird, weil er vornehme Kleidung trägt. Das soll also bedeuten, dass die Wirkung einer Person massgeblich von deren Kleidung abhängt. Menschen werden zuerst immer aufgrund ihres Äusseren beurteilt. Logisch, denn zuerst sieht man nun mal das Äussere – die inneren Werte kommen später. Ein gepflegtes Äusseres fördert das Ansehen, das ergibt Sinn. Wer ungepflegt durch die Gegend rennt und keinen Wert auf sein Äusseres legt, der darf nicht erwarten, dass er ernst genommen wird. Aufgrund meines Berufsalltags im textilen Bereich würde ich das jederzeit unterschreiben.

Kleinvieh macht auch Mist. Eine umgangssprachliche Redewendung, welche einem aufzeigen soll, dass auch viele kleine Erfolge wertvoll sind. Es muss nicht immer der ultimative Showdown sein. Oder beim Sparen kann es bedeuten, dass auch viele kleine Summen am Schluss zu einem dicken Polster führen können. Es braucht nicht immer den Jackpot. Etwas, was die Menschen oft vergessen. Kleine Schritte, dafür unversehrt, anstatt grosse Sprünge und auf der Nase landen.

 

39 Gedanken zu „Sprichwörter von A – Z / Buchstabe K

  1. Ich bin immer wieder beeindruckt, dass Dir zu jedem Buchstaben so viele Sprichwörter einfallen. Die Erklärungen dazu sind toll! Schade, dass das Alphabet nach 26 Buchstaben zu Ende ist – ich hoffe, ich kann mich auf weitere Projekte freuen!!!
    Liebe Grüße
    Christine

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      • Bist du dir sicher, dass du dir das in meinem Fall antun willst? 😛 *fg*

        @Querbeet: Klar komme ich. Wo kommen wir denn da hin, wenn man selbst nicht mehr auf das Wort von Bloggern vertrauen kann? Ich bitte dich 😀

        Mein einziges Problem ist die Terminzusammenführung, da ich selbst keinen Führerschein habe und auch keinen machen kann, weshalb ich auf das Auto und die Freizeit meines besten Kumpels zurückgreifen muss. Und sobald da mal wieder ein paar zusammenhängende Tage abspringen, bin ich sofort in der Schweiz! 😀 Immerhin muss ich ja bisschen schneller als die Dani sein 😛

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      • An der Leine hatte ich mal meinen Grossen. Aber das ist wieder eine Geschichte für sich *lach lach*
        Deklarieren wir doch einfach alle fehlenden oder überflüssigen Buchstaben als künstlerische Freiheit. (‚Freibier‘ kam hier gerade als Vorschlag von der Autokorrektur ^^)
        Also… Auf’s künstlerische Freibier! *anstoss*

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  2. Zum Thema Kleider machen Leute fällt mir der Roman „Rausch der Verwandlung“ von Stefan Zweig ein. Sehr lesenswert, denn was passiert, wenn so eine Seifenblase zerplatzt?
    http://www.amazon.de/Rausch-Verwandlung-Roman-aus-Nachla%C3%9F/dp/359625874X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1431068718&sr=8-1&keywords=rausch+der+verwandlung

    Und zum Kindermund fällt mir eine Begebenheit mit meinem Grossen ein. Wir waren bei Migros einkaufen und eine beleibte Dame stand neben uns. Mein Sohn zeigte mit dem Finger auf sie (das ist ja so, damit es noch schön auffällt) und sagt: „Guck mal, die dicke Frau!“. Aber weil er damals noch ganz klein war und viele Aussprachefehler machte klang es wie „Guck mal, die dicke Sau!“ (O-Ton: Tutt ma, die ditte Sau)
    Meine Güte, war das peinlich. >.<

    Kleinvieh macht auch Mist habe ich hier im wörtlichen Sinne. Meine Katzen und der Leine schleppen so viel Zeug hier rein im Sommer. Unfassbar. Die Sandkästen und Wiesen der Umgebung müssten eigentlich leer und kahl sein.

    Gefällt 2 Personen

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