Andere Länder, andere Sprachen

Alle sagen immer, wir Schweizer hätten eine lustige, komische oder unverständliche Sprache. Soso! Habt ihr schon mal den Österreichern zugehört? Ich liebe sie, auch wenn ich sie nicht immer verstehe. Aber da wir seit Jahren (inzwischen Jahrzehnte) zweimal jährlich in Österreich weilen, wirds mit dem Verstehen auch immer besser. Die Sprüche sind manchmal echt zum Niederknien, und die Missverständnisse auch.

Im weltbesten Lieblingshotel wird nicht nur die Tiroler Gemütlichkeit gelebt, hier wird auch richtig lustig gesprochen!

„Ach, nu kimm scho….“, soll heissen: „Ach, nun komm schon.“
„Sie können kämmen, oder nicht kämmen“, soll heissen: „Sie können kommen, oder nicht kommen.“ (Wir dachten ja zuerst, dass das irgendwas mit Haaren und Bürsten zu tun hätte – in unserem Deutsch kämmt man sich drum auf dem Kopf…).
„Welche Kräm möchten’s für die Fiess?“, soll heissen „Welche Crème möchten Sie gerne für die Füsse?“
„I werd di graue Hoor au ausi wachse lasse….“, soll heissen „Ich werde die Haare auch rauswachsen lassen.“
„I schreib’s Ihne glai auf’n Zettel aufi.“, soll heissen „Ich schreibe es Ihnen gleich auf den Zettel.“
„Wie long hätten’s gern? Oa Stund?“, soll heissen: „Wie lange hätten sie gerne? Eine Stunde?“
Und heute haben wir einen Spuch gelernt, den wir bislang nicht kannten, weil wir in der Schweiz vermutlich hinter dem Mond leben. „Ich knutsch Dich nieder, bis Du schielst.“ Hä? Habt ihr das schon mal gehört. Wir haben uns schlapp gelacht – zumal diese Drohung von einer Lieblingsangestellen im weltbesten Lieblingshotel an meinen Göttergatten gerichtet war…..jaja, hier lebt es sich richtig gut!

Ich habe übrigens auf dem Balkon vor meinem Schlafzimmer ein Spatzennest. Und ich schwöre euch, die zwitschern auch im Tirolerdialekt. Bei uns in der Schweiz machen die nämlich „zwitscher….zwitscher….zwitscher….“ – hier im Tirol machts ununterbrochen „zwitsch…..zwitsch…..zwitsch….“. Die österreichische Gemütlichkeit ist offenbar auch in der Tierwelt angekommen, selbst die Spatzen sprechen die Töne nicht mehr ganz aus!

Bei soviel Gemütlichkeit könnte man glatt vergessen, dass der Alltag zu Hause wartet….

42 Gedanken zu „Andere Länder, andere Sprachen

  1. Ich hoffe dir ist klar, dass wir Niederösterreicher ähnlich Probleme haben die Tiroler zu verstehen! Will sagen, nur weil du Tirolerisch verstehst, kommst du in anderen Bundesländern noch lange nicht weiter 😉 Würde mal ein Rundreise vorschlagen. Hörenswert sind auf jeden Fall die Kärnter, Steirer, Burgenländer und Oberösterreicher. Die Vorarlberger verstehn wir hierzulande leider gar nicht, aber mit denen dürftest du die wenigsten Probleme haben. Zumindest wird uns dass auf dieser Seite des Arlberg immer so verkauft! 😉 GlG von einem Ost-Ösi und schön dass du in unserem schönen Land Urlaub machst!

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  2. Ich liebe die Sprache in Südtirol auch wenn man nichts versteht wenn die Einheimischen sich unterhalten.
    Und daß wir Bayern uns nicht verstehen habe ich noch nie gemerkt. Wir reden halt nicht so viel und mit ein paar wenigen Worten ist alles gesagt.
    Beispiel
    Woanders in Deutschland: “ Also ich finde das echt ganz toll, daß du das für mich getan hast, das wäre doch nicht nötig gewesen, hoffe ich kann mich mal revanchieren,vielen Dank nochmal!“
    Antwort: „Bitteschön, gern geschehen das mach ich doch gerne jederzeit wieder für dich, das war doch selbstverständlich!“

    Bayern: „Measse gell!“
    Antwort: „Basst scho!“

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  3. Also Den Österreichischen Dialekt gibts ja sowieso nicht, da gibts zum Teil von Ortschaft zu Ortschaft schon Verständigungsprobleme ^^ (z.B. ich komme ursprünglich aus Hallein, aber die Mitschüler aus dem wenige Kilometer entfernt gelegenen Abtenau hatten für mich hin und wieder ihre eigene Geheimsprache ^^). Ist ja auch in D so, ein Fischkopp versteht keinen Bayern, und die Bayern sich untereinander sowieso nicht ^^.

    Ich empfinde all diese Dialekte als kulturelle Bereicherung 🙂

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  4. Die Österreicher sind richtig nett und lustig. In Restaurants fragten uns die Kellner nach dem Essen: „Hats gepasst?“ Als ich das das erstemal hörte, schaute ich prüfend auf meinen Bauch runter. Ja es hat gepasst, ist alles reingegangen. 😉 In Deutschland fragt man: „War alles in Ordnung?“ oder „Hats geschmeckt“. Aber „hats gepasst“ finde ich viel lustiger.
    LG Susanne

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  5. Also, ich bin ja Österreicherin, wohne ja in Wien, spreche allerdings kaum Wienerisch (mag ich nicht so), nur äußerst selten mischen sich vielleicht hie und da ein paar Dialektworte hinein (eher wegen meiner Oma, die ursprüngl. aus NÖ stammt). Meine Schwester lebt jetzt schon seit ein paar Jahren in der Schweiz mit ihrem Freund und Kind und spricht im Krankenhaus, wo sie tätig ist, mit ihrem Sohn und ihren Freunden meist Schweizerdeutsch. Mein Papa ist sowieso seit Jahrzehnten größter Schweizfan. Ich allerdings verstehe bei euch oft auch nur Bahnhof, wenn ihr Dialekt redet. 🙂

    Herzliche Grüße aus dem nassen, trüben Wien,

    Caroline

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