Dreister geht nimmer!!!

Nun stell sich mal jeder einen Tag in einem Textiloutlet vor, an welchem einfach nichts läuft. Nicht einmal die Nase. Die Stadt ist leer, selbst die Tauben scheinen nicht aus den Nestern gehüpft zu sein. Es ist mitte Nachmittag und noch kein Bein hat sich ins Geschäft verirrt. Könnt ihr euch vorstellen, dass man da das Gefühl hat, der Zeiger auf der Uhr sei mit Sekundenkleber befestigt? Und noch viel schlimmer: Dieser doofe Zeiger sollte sich bis halb sieben noch so einige Male im Kreis drehen. Das sind die richtig harten Tage an der Textilfront….

Und dann….kurz vor dem narkoleptischen Totalausfall geht die Türklingel. Im Kopf ein Gedankenblitz: „Endlich, eine Kundin, jetzt gilt es, alles zu geben.“ Die Gute steuert auf den Kassentisch zu und … jetzt kommts: Ihr Mund bewegt sich! Was da aber rauskommt, kann und darf einfach nicht wahr sein. Es ist wie in einem schlechten Film, oder einem Albtraum. Man hört es, will es aber eigentlich gar nicht hören, weil der Verstand im Inneren laut „NEIIIIN“ schreit. Ach ja, ich vergass … der Wortlaut war:

„Haben Sie eine Toilette? Ich müsste mal dringend meinen Tampon wechseln!“

Ohne Witz! Das gibt es tatsächlich, auch wenn es eigentlich gar nicht zu glauben ist. Und im Kopf winden sich gleichzeitig gefühlte 125 Gedanken um die Hirnwindungen und versuchen, das Unfassbare erst zu realisieren und dann einzuordnen. Das ist gar nicht so einfach. Soll man nun ungläubig, wütend, frustriert, geschockt oder am besten alles auf einmal sein?

Ich danke meiner lieben Kollegin, welche an genau diesem Tag genau diesen Vorfall erlebt hat, dass sie die richtige Antwort bereit hatte: „Gehen sie hoch zu Manor, dort hat es eine Toilette!“ Bravo – wir sind schliesslich kein öffentliches Klo!

58 Gedanken zu „Dreister geht nimmer!!!

  1. nie, nie, nie würde ich sowas machen – und dann noch diese Begründung – soll ich mich gleich übergeben – oder später.
    Wie heißt das so schön im Faust Teil 1 – Nachbarin, Ihr Fläschchen ( bitte):
    Ich mach da immer was ganz Böses, wenn Menschen mich, egal wo, mit irgendwelchen absolut unzumutbaren Ansinnen belästigen – ich spreche „ausländisch“ (kann man auch faken).
    Also ich spreche dann russisch ( echtes, man weiß ja nie, aber die erkennt man eigentlich sofort) und verstehe überhaupt nix.
    Auf Sand fahren.
    Auch im Geschäft – warum nicht.
    Manche Geschäfte hier haben tatsächlich schon ein Schild drin – klein – Wir sind keine öffentliche Toilette.
    Ich grabe Knigge wieder aus
    herzlichst
    Bella

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  2. Na, wenn man aufs Klo muss muss man aufs Klo. Wie weit die nächste öffentliche Toilette von eurem Laden weg ist weiß ich nicht, ggf. wusste sie das selbst auch nicht. Und dass sie ihr Tampon wechseln muss war vielleicht etwas viel Input, aber vermutlich hat sie hier auf das Verständnis von Frau zu Frau gehofft – ich hab von Tampons keine Ahnung 😉
    Da E-Commerce in den letzten 5 Jahren massive Wachstumsraten hatte (insgesamt 85%) und auch die nächsten Jahre weiter steigen wird kann ich ein online Auftritt nur empfehlen. Auch weil der Trend Richtung ROPO geht – Studien belegen, dass 75% der Verbraucher sich zwar online informieren aber offline (also Vorort) kaufen. Der Deutsche Einzelhandelsverband hat das Problem bereits erkannt und eine Vortragsreihe zu Handel 4.0 für dieses Jahr geplant. Es dreht sich alles um Digitalisierung und wie der stationäre Handel mithalten kann.

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  3. Abgesehen von der Tatsache, dass es von niedrigem Niveau der Dame zeugt, den Grund für ihr Bedürfnis zu nennen, erschüttern mich hier dennoch einige Kommentare. Ich bin in der misslichen Lage, unter einer Nierenerkrankung zu leiden und habe einen Behindertenausweis in der Tasche. Was glaubt Ihr, was ich erleben muss, wenn meine Nieren meinen, mich ärgern zu müssen!? Und da fragen sie mich leider nicht, wo ich gerade bin! Ich bekomme bei sehr höflichen Nachfragen die unglaublichsten dummen Antworten. Inzwischen, bis ich dann in öffentliche Toiletten darf, hatte ich einen Nierenstau und Schmerzen. Wo bleibt eigentlich der Mensch und die Fähigkeit zur Differenzierung? Ein Mensch, gepflegt aussehend, mit nivauvoller Artikulation, sollte die Möglichkeit haben, eine Notdurft verrichten zu dürfen.

    Und seit wann haben Kinder bitte „Pfoten“? Könnte die Dame bitte einen Unterschied zwischen Hund und Kind machen?

    Bleibt mal ein wenig auf dem Teppich.

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    • Ich verstehe durchaus Deine Sicht und auch, das Dich meine Position verletzen kann. Wie gesagt, die Differenzierung wer was bei uns darf behalte ich mir vor. Es gibt aber auch kranke Menschen, die ungepflegt sind und nicht niveauvoll reden können, ist das Einlaßkriterium dann die Krankheit oder das Niveau? Da versteh ich Dich nicht.
      Zur „political correctness“: Kinder sind Menschen und haben Hände. Manchmal sind’s aber Dreckspfoten, deren Hinterlassenschaften ich nicht auf Tisch und Wänden haben will. So isses! 🙂 Liebe Grüße von der Dame!

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      • Es wäre wahrscheinlich ein endloses Thema, wie ich bemerke. Ich persönlich hätte ein Problem damit, ungepflegte Menschen auf ein WC zu lassen. Die nicht ausreichende Körperhygiene erhöht das Risiko der Übertragung von Krankheiten. So isses! 😉 In einer zivilisierten Gesellschaft kann man durchaus Hygiene erwarten.
        Die eigentlichen dreckigen Hände – im übertragenen Sinne – haben die Eltern, die nicht darauf achten, was die Kinder tun, um ihre Ruhe zu haben. Die Kinder selbst können sich nicht erziehen. Daher finde ich den Ausdruck einfach nicht passend. Es ist ohnehin seit Längerem eine Entwicklung zu beobachten, die doch nachdenklich stimmen sollte: Hunde sind lieber gesehen als Kinder, ob in Restaurants oder öffentlichen Einrichtungen. Auch hier könne man ausführlich diskutieren. Aber es würde hier den Rahmen sprengen und Daniela macht mich einen Kopf kürzer. Demnächst bin ich dann Opfer ihrer Wortgelüste 😉 ;-). In diesem Sinne wollen wir leben und leben lassen – mit ein wenig Menschlichkeit macht es sich recht gut. Liebe Grüße, Sylvia

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      • Hä? Ich mache Dich einen Kopf kürzer? OMG! Was für einen Eindruck hinterlasse ich denn? Einen gewalttätigen? Jeder hat zum Glück seine Meinung und ich mache NIEMANDEN einen Kopf kürzer, es sei denn, er hat es verdient. Und das braucht schon ganz schön viel und dann….ja dann höchstens mit Worten in einem Beitrag….und immer ohne Namen….aber diejenigen, die gemeint sind, merken es in der Regel schon. Die Nichtmerker sind mir ohnehin zu doof! Und die Fremdtoilettentamponswechslerinnen auch! 🙂

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      • Das war etwas pathetisch ausgedrückt. Ich mag es aber auch nicht, wenn auf meinem Blog schräg diskutiert wird. Man kann Vieles, aber wenn es dann im Laufe der Diskussion am Thema vorbeigeht, sollte man stoppen.

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      • Deine Position verletzt mich keineswegs – warum auch!? Jeder hat seine Meinung. Ich finde das Verhalten solcher Leute einfach nur dreist und werde dabei bleiben: No way! Wir tun ohnehin schon fast alles für unsere Kundinnen und Kunden – für nicht Kundinnen und Kunden nicht auch noch – wer zum Teufel sind wird denn? Die Stadttoilette? Gibts bei mir nicht! Aber ich finde gut, wenn andere nicht diese Meinung vertreten, wir leben zum Glück in freien Landen! 🙂

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      • Ups, hab ich mich versehentlich in etwas eingemischt……tschuldigung! 🙂 Mal wieder typisch für mich, hä? Stell einen Fettnapf in eine Turnhalle und ich….ja ich treff ihn….locker, mit verbundenen Augen! 🙂

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  4. Daniela, das kann ich mir denken dass die Geschäfte seit dem Eurocrash nicht mehr so frequentiert werden, der Onlinehandel nimmt übrigens auch viel weg. Mittlerweile verkauft Karstadt und Kaufhof auch online, es geht wohl nicht mehr anders, es wird auch viel von Amazon weggenommen was sonst in anderen Geschäften gekauft wurde, Elektroartikel vor allem und Bücher. Auch Kleidung und Schuhe. Amazon hat ja alles. Schuhe vor allem, ich hab schon mehrmals dort Schuhe bestellt, aber gute und auch teure Schuhe weil ich nicht jeden Schuh tragen kann wegen meinem linken Fuß mit den Schrauben drin. ich muss immer feste Schuhe tragen. high heels geht nicht mehr.

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  5. Da wir Leser nicht wissen, was für eine Frau zu dir in den Laden kam, stelle ich einfach mal diese Frage:
    Sah sie denn wie eine deiner „üblichen“ Kunden aus und hätte sie sich vielleicht aus „Dankbarkeit“ doch mal genauer im Geschäft umgesehen oder war sie eine Person, zu der dein Angebot eher nicht passt?

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    • Letzteres – ich meine: Wer ist so hohl und sagt der Verkäuferin, dass er…..also sie, ihren Tampon wechseln muss und drum aufs Klo möchte? Hallo? Sah so aus nach dem Motto: „Bei H & M eingekauft, bei Dir möcht ich auf Toilette.“ Noch nie gesehen und überhaupt nicht unsere Kundin. Hat sich nicht mal umgesehen – schnurstraks zur Verkäuferin und nach der Toilette fragen…..Hä?

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      • sie hätte fragen können ob sie mal zur Toilette kann, aber es ist nicht nötig zu sagen was sie dort machen will (einen Tampon wechseln) sowas muss man nicht jemanden aufbinden den man noch nie gesehen hat.

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      • Über das offensichtlich fehlende Niveau brauchen wir nicht zu diskutieren 🙂
        Ich gebe zu, bei entspechendem Verhalten/Aussehen (ich verweise auf brillante Menschenkenntnis) und diesem Niveau hätte ich mich dann vermutlich auch dagegen entschieden, ihr als zu umwerbende Neukundin den Zugang zu meiner Toilette zu verweigern.

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  6. Gute Kollegin!! Ansonsten warte ich unglücklicherweise auch aus verstopftem Anlaß gerade jetzt auf den Klempner! 😦 Es gibt schließlich öffentliche Örtchen, MacDo & Co. und Kaufhäuser der größeren Art! Ich erlaube es mir auch, im Rahmen der Kundenorientierung zu selektieren, wer was bei uns darf. Volle Windeln, bröselnde Kleinkinder mit Bratwurst und Senf in den schmierigen Pfoten ( warum müssen Kinder eigentlich ununterbrochen was zum futtern in den Händen haben, wenn sie unterwegs sind?), den Blumenschmuck ausgrabende kleine Forscher in Verbindung mit passiven oder nur depperten Eltern mag ich auch nicht an meinem Arbeitsplatz tolerieren.
    Die Dame war ja offensichtlich auch keine Kundin, sondern Opfer ihrer eigenen schlechten Planung. Vielleicht komme ich aus einer anderen Epoche, aber so dreist … ? Ein Geschäft ist schließlich zum Verkauf von Ware gedacht und nicht für den Rundum-Service menschlicher Bedürfnisse.

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      • Das macht doch gar nichts – im Gegenteil.

        Wenn du deinen Laden nicht gerade an einem Touristen-Hotspot, würde ich es als selbstverständlich und menschenfreundlich ansehen, die Toilette benutzen zu dürfen.

        Wenn es hochfrequentiert ist, wäre es mir auch lästig.

        Ich habe in vielen Ländern und auch Städten Deutschland eigentlich nur Positives erlebt, natürlich nicht die Tampon-Nummer.

        Aber alle Restaurants, Museen, Supermärkte ware freundlich.

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      • achso, bei uns wie Karstadt oder Kaufhof, Saargalerie und viele mehr, jetzt wollen sie noch eins aufmachen in der Innenstadt und es wird sowieso nicht mehr so stark frequentiert alles weil es doch diese Onlineläden überall gibt und auch viele Supermärkte mit integrierten vielen Geschäften ausserhalb der Stadt. Verkaufst Du eigentlich auch schon online ? es wäre eine Überlegung wert, jedenfalls für die Schweiz. Meine ich.

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      • Genau wie Karstadt! Wollte mir nicht einfallen. Ich bin zu klein, um in den Onlinehandel einzusteigen. Das lohnt sich für uns nicht. Zumal ich mich ohnehin frage, was sich überhaupt noch lohnt – die Läden sind alle voll Ware aber ohne Kunden. In der Schweiz seit dem Eurocrash besonders heftig….

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