Tentakel-Frauen

Kennt ihr nicht? Tentakel-Frauen? Ich schon, zumal ich selber eine Tentakel-Frau bin. Also, für jene, die sich nun fragen, hier die einfache Erklärung:

Frauen werden geboren mit zwei Armen und zwei Händen dran. Das ist alles super, solange Frau nur für sich schauen muss. Wird Frau aber multifunktional, dann wird es richtig schwierig. Und wann wird Frau das? Wenn sie…

…Mutter wird
…Ehefrau wird
…Geschäftsfrau wird
…Hausfrau wird
…Heimwerkerin wird
…Hobbies hat
…Weiterbildungen macht
…Sport betreibt
…politisch aktiv ist
…etc.
…etc.

Der schlimmste aller Fälle ist jener, wenn Frau all dies zusammen ist – gleichzeitig! Ja, da wird man eben gezwungenermassen zur Tentakelfrau. Schliesslich können nicht alle Aufgaben gleichzeitig erledigt werden, wenn da immer nur zwei Arme und Hände im Einsatz sind. Also müssen die beiden Gliedmassen derart schnell und flink sein, dass sie sich anfühlen wie eine Vielzahl. Ergo: Tentakel! Ich bin zwar nicht so glibberig wie ein Tintenfisch, aber Arme habe mindestens soviele – manchmal verknoten sich die Dinger zwar in der Hitze des Gefechts, aber in der Regel funktionieren sie ganz gut. Und an manchen Tagen wünschte ich, es wäre möglich, während eines akuten Tentakeleinsatzes noch ein Selfie machen zu können, um das Ganze zu veranschaulichen. Dafür fehlt dann aber immer ein Zusatztentakel. Man stelle sich vor: Ich steige aus dem Wagen in der Garage und nehme die drei übervollen Einkaufstaschen aus dem Kofferraum. Zudem noch den Blumenstrauss, den ich mir auf dem Nachhauseweg beim Floristen meines Vertrauens gegönnt habe. Die Schultertasche hänge ich mir über eben besagte Schulter, zuvor entnehme ich aber natürlich vorausschauend den Hausschlüssel. Und gerade als ich alles geschultert und gepackt habe und mit dem Ellbogen den automatischen Torschliesser betätige, huscht noch schnell eine Katze unter dem Tor durch ins Garageninnere…und in der Schultertasche klingelt das Handy. Bedeutet? Garagentor mit dem Ellbogen wieder öffnen, um genervt: „Büsbüsbüsbüs…..“, die Katze wieder aus dem Innern zu locken. Und in der Handtasche klingelt das Telefon weiter. Also: Kapitulation! Alles wieder hinstellen, Handy aus der Tasche kramen und….Ein Anruf in Abwesenheit! Ach nee!? Hätte ja auch nicht noch zweimal mehr klingeln können. Nein, wenn ich endlich die Hände wieder frei habe, hört das Klingeln auf. Also: Die ganze Übung nochmal von vorne und jetzt aber blitzschnell zur Haustür mit der ganzen Bagage. Tür aufschliessen, reinschleppen und … im Haus klingelt das Festnetztelefon. Logisch! Der Handyanrufer versucht sein Glück nun zu Hause, weil ich auf dem Handy nicht rangegangen bin. Ich lasse also im Eingang alles stehen, düse zum Festnetz und …. jaja, ihr wisst schon. Ein Anruf in Abwesenheit. Dann halt nicht.

Taschen auspacken, Blumen einstellen, alles versorgen, den Anrufer zurückrufen und dabei merken, dass ich besser schon in der Garage zurückgerufen hätte, denn es ist mein Göttergatte, welcher eine Chauffeuse braucht, weil sein Roller am Bahnhof den Geist aufgegeben hat. Gerne doch! Schuhe wieder an, Autoschlüssel schnappen, raus in die Garage, ins Auto und … und … und … !

So, und weil Frauen solche Situationen vermutlich zur Genüge kennen und immer zu wenig Hände und Arme haben, nenne ich diese Frauen Tentakel-Frauen! Und sie haben alle meinen Respekt!

32 Gedanken zu „Tentakel-Frauen

  1. Hahaha … Tentakel-Frauen klingt toll!
    Ich habe das bisher immer „Muli-Mama“ genannt.

    Immer bepackt und irgendwie immer noch zwei, drei Finger frei, um damit die Haustür aufzuschließen, während das Baby langsam von der Hüfte Richtung Knie und auf der anderen Körperseite die Handtasche zu Boden rutscht.

    Oder mein Liebling des letzten Jahres: Stillen, Zeitung lesen und zeitgleich Latein-Vokabeln abhören 😀
    Oder im Stehen mit leicht gebeugten Knien federnd und wippend Kartoffeln schälen, während im Tragetuch ein Baby meckert.

    Ich bräuchte acht Hände. Irgendwie wachsen aber nicht nicht pro Geburt noch zwei neue Exemplare dazu. Schade eigentlich … obwohl: Spart Nagellack 😀

    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

  2. Eine Freundin meinte einmal, spätestens beim dritten Kind sollten einem eigentlich noch ein paar Arme aus dem Rücken und ein zusätzliches Paar Augen im Hinterkopf spriessen.
    Dein Artikel erinnert mich daran 😁
    Vielleicht wären dir noch ein Paar Langziehohren nützlich, die du direkt zum Handy in der Tasche leiten könntest. Fred und George lassen grüßen. 😀

    Gefällt 4 Personen

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