Vollzeit-Nervensäge

Alle Mütter werden nun wissen, wovon ich spreche. Mama sein bedeutet, eine totale Nervensäge zu sein – irgendwann einmal. Erst wenig, dann immer ein bisschen mehr. Das gehört zum Job der guten Mutter. Ich weiss das, schliesslich bin ich eine zweifache Mutter von inzwischen erwachsenen Kindern.

Kürzlich habe ich mit meiner Tochter eine andere Mutter von erwachsenen Kindern getroffen, die uns erzählt hat, dass sie während schwierigen Phasen zu Hause die Order hatte, einfach die Klappe zu halten und bitte nicht zu nerven. Als gute Mama hat man diese Phasen gefälligst zu erahnen, zu spüren, zu fühlen und überhaupt einfach zu bemerken. Denn das heranwachsende Kind ist schliesslich so mit sich und sich und sich beschäftigt, dass es nur SEINE Probleme sieht. Also müssen Mütter in dieser Zeit ganz viel Feingefühl haben, sich anmotzen lassen, sich still verhalten und einfach nicht nerven. Logisch, oder? Und besagte Mama sagte: „Kennst Du bestimmt, oder?“ Ich daraufhin – mit Blick zu meiner Tochter: „Im Moment sehr, ja – sie ist im Prüfungsstress und ist derart übermüdet, dass ich mich manchmal am besten in Luft auflösen würde. Und selbst das wäre falsch.“ Die andere Mama: „Einfach bloss nicht nerven, oder?“ Ich: „Genau, aber es ist schliesslich unser Job, zu nerven. Oder etwa nicht? Wir sind Mütter, die müssen nerven!“ Die andere Mama: „Nerven und kochen, oder!?“ Dabei schaut sie meine Tochter ganz siegessicher an – natürlich in der festen Meinung, nun eine Lücke im sicheren Antimama-Prüfungsstress-System gefunden zu haben. Tja, falsch gedacht. Meine Tochter entgegnet nämlich trocken: „Meine Mutter kann gar nicht kochen, bei uns kocht der Papa. Meine Mutter ist Vollzeitnervensäge!“

Hmmmm, dem gibt es dann wohl nichts mehr hinzuzufügen…

41 Gedanken zu „Vollzeit-Nervensäge

  1. Hallo,
    meine Mutter hat es immer recht gut hinbekommen die aktuelle Stimmung zu erspueren. Es war eher mein Vater der dann so „nervige“ Fragen gestellt hat wie: „Wie war’s in der Schule?“ (Eine Todsuende bei Kinder zwischen 13 und 16).
    Gruss
    Grace

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  2. … ach ja, die Mütter, die nerven … und kochen … und Wäsche waschen … und sich Sorgen machen … emotionale Dauerstütze sind, wenn die Brut Kummer hat … mit der Brut auf den ersten Brotjob hinfiebern … Schulabschlüsse feiern wie den Sechser im Lotto … auf der Hochzeit weinen wie ein Schlosshund …
    Stimmt, das nervt 😉

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  3. Aber JA ! Wir Mütter müssen einen Detektor für ALL solche Momente haben 😀

    Ich sag ja immer „ausblenden!“ …. ich kann DAS ja so gut 😉 …. ich hör dann gar nicht hin …
    tu so, als wär ich Luft … und im Grunde nervt DIE das am Meisten 😀 😀 😀
    …. mein Mann fragt immer:
    „WIE machst du das? – Ich kann nichts ausblenden“ …..
    …. da hör ich schon gar nicht mehr zu …. und bin auf einer einsamen Insel nur mit meinem Fritzchen – ohne DAS kann ich nicht schlafen 😀

    zauberhafte Grüße … Katja

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