Hau drauf!

Da lese ich heute mal wieder eine grosse Tageszeitung und ärgere mich. Überschrift des Artikels des Anstosses: „Das Neidhaus des Traumpaars“. Und dann Fotos einer schönen Villa am wunderbaren Zürichsee. Und natürlich ein Foto eines hüschen Ehepaars. Ja, und das genügt, um die „Hau-drauf-Keule“ aus der Schublade zu holen. Nerv!

Im Artikel wird über die Quadratmeterzahl des Hauses geschrieben, über den eingebauten Autolift, über die traumhafte Sicht, über den Infintiy-Pool, über die 132 Quadratmeter grosse Terrasse und darüber, dass der millionenschwere Eigentümer seit einer Weile nicht mehr arbeitet. Man munkle, es sei aus gesundheitlichen Gründen oder aber weil er und seine Frau in einer Beziehungskrise steckten. Aha! Spannend? Nein – interessiert keine Sau! Aber überrascht mich überhaupt nicht. Der Neid ist allgegenwärtig, undifferenziert und saudämlich. Da kommen mir echt keine netten Worte mehr in den Sinn.

Offenbar wird das Ehepaar mit seinen drei Kindern überall angefeindet (auch auf Onlineportalen), gleichzeitig aber auch mit Bettelbriefen überschüttet. Na das nenne ich mal Konsequenz! Wie krank ist eigentlich diese Gesellschaft, wenn man dem Nachbar, Freund, Mitarbeiter, Kollegen, Bekannten, Promi, Nichtpromi oder einfach dem Mitmenschen sein Hab und Gut nicht gönnt? Wie wäre es, wenn einfach jeder vor der eigenen Haustüre kehren würde? Wie wäre es, wenn man sich mal überlegen würde, wieviele Steuergelder dank der Superreichen in die Kasse gespült werden? Oder wieviele Arbeitsplätze dank der oberen Zehntausend geschaffen und erhalten werden? Oder ganz einfach schon nur Gedanke, dass das auch ganz normale Menschen mit einem etwas dickeren Bankkonto sind!?

Mir bleibt bei solchen Zeitungsmeldungen regelmässig die Spucke weg. Die Welt gerät aufgrund vieler Kriege und Krisen aus den Fugen, und wir sind damit beschäftigt, jene mit einer schönen Villa, einer tollen Aussicht oder einem grossen Pool zu beneiden und anzufeinden. Schon mal überlegt, wieviele karitative Projekte nur dank der Reichen überhaupt exisitieren und durch deren Gelder finanziert werden? Bestimmt sind bei den Neidern diese Gedankengänge unmöglich, sonst würden sie nämlich ganz schnell den Schnabel halten. Ich wünsche der Familie mit der tollen Villa am See – obwohl ich sie genauso wenig kenne, wie vermutlich die meisten Leser/innen – dass sie diese Anfeindungen schadlos wegstecken und den Neidern wünsche ich, dass der Kloss im Hals Erstickungsanfälle auslöst und kein Notarzt zur Stelle ist. So!

40 Gedanken zu „Hau drauf!

  1. Ein Hallo in die Runde,einige von diesen“tolle Villenbesitzer“finanzieren unsere Projekte mit dem Hinweis darauf das Ihr Name *NICHT*in die Öffentlichkeit gelangt. Ich würde mich freuen wenn andere auch darauf neidisch wären….

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  2. Nur mit ’nem Unterhemdchen bekleidet sehen alle Menschen gleich lächerlich aus….egal ob arm…..ob reich….ob jung…ob alt….und JEDER hat seine Berechtigung so zu leben wie es für SEIN Leben passt. Und solange kein anderer negativ tangiert ist, ist das gut so!

    Und da sind mir Menschen mit Profil, samt Ecken und Kanten, lieber als Menschen, die ewig mit dem Strom schwimmen und von Ihrem Böötchen aus Pfeile losschicken…

    Für viele ist es offensichtlich nicht möglich Menschen und Situationen aus mehreren Standpunkten heraus zu betrachten.

    Und wie schön ist es doch, dank der beiden Zeitungen mit dem B ( sind ja schweiz- und deutschlandweit beide mit demselben Anfangsbuchstaben 😉 ) bzw. dem Niveau angepasste Sendungen im TV, voyeuristisch in die Wohnzimmer anderer zu spickeln….so wird ein Promi gelernt haben sich weder in positiven Schlagzeilen zu sehr zu sonnen noch in negativen Schlagzeilen unterzugehen.

    Es geht aus Deinem Artikel nicht hervor wie berühmt die Familie ist….aber oftmals werden Schlagzeilen ja auch dazu benutzt von anderen Dingen abzulenken oder etwas zu erwirken…nach dem Motto des herrlichen Films „Wag the dog – wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt“

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  3. Geld macht ohnehin nicht glücklich, bzw nur bis zu dem Punkt wo man damit gut überlebt. Also etwa Mittelstand. Wenn der jetzt wegbricht gibt es immer weniger glückliche Menschen. Ich habe den Neidbeitrag über die Familie nicht gelesen, wäre aber auch nicht neidisch, denn eben die hanen auch Probleme mit Anfeindungen.

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  4. Stimmt teilweise. Der Neid entsteht durch das immer größere Gefälle in der Gesellschaft. Die Mittelschicht wird immer kleiner und die armen immer mehr. Wie schnell das geht habe ich auch lernen müssen. Erst Krankengeld nach 75 Wochen Arbeitslosengeld. Und so wird das Geld immer weniger. Da wird man schon neidisch auf die Menschen die alles haben

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