Postitiv denken nützt nicht immer

Es gibt unzählige Dinge, die ins Wasser fallen können. Gegenstände, Menschen, Tiere – manche können schwimmen, andere gehen unter. Und dann gibt es noch Anlässe, die genauso im übertragenen Sinne ins Wasser fallen können. Kürzlich selber so erlebt, leider!

Wenn man von Vereinen, Geschäften oder Firmen als Autorin für Lesungen angefragt wird, ist das eine tolle Sache. Eigentlich muss man dann nämlich nichts anderes tun, als sich vorzubereiten, hinzureisen, den Leuten mit den Texten eine Freude machen und wieder gehen. Alles rund um den Anlass wird vom Veranstalter organisiert. Manche laden ihre Kunden ein und machen ein Apéro, andere laden Vereinsmitglieder zum lustigen Beisammensein ein. Jeder ganz nach seinem Geschmack. Vor nicht allzu langer Zeit wurde ich an einem lustigen Ort in der Schweiz für eine Lesung eingeladen. Ich schaute mir den Ort vorher an und fand ihn einfach nur urgemütlich. Auf dem Land – so richtig urschweizerisch halt! Ich muss gestehen, dass bei der Besichtigung die Sonne schien und einfach alles passte. Und so war klar – der Anlass würde ein gelungener werden.

Tja, an besagtem Leseabend erwies sich, das Petrus ganz offensichtlich nicht gerne liest. Und auch nicht gerne zuhört beim Lesen. Aber die urschweizerische Gemütlichkeit und die positive Art der Schweizerischen „Landeier“ (nicht böse gemeint) brachten die Organisatorin des Anlasses noch zwei Stunden vor der Lesung nicht aus der Ruhe, als es wie aus Kübeln goss, was das Zeug hält. Wohlverstanden – wir sprechen von einer Lesung im Freien, was sensationell wäre, wenn Petrus seinen Segen gäbe. Hat er aber nicht. Die gute Frau hat aber derart die Ruhe weg, dass sie meinte: „Nur positiv denken, das wird schon. Genau zwischen 19.00 und 20.00 hat es ein Regenloch auf dem Wetterradar.“ Soso, positives Denken vermag also auch das Wetter zu beeinflussen. Das hatte ich bis dahin nicht gewusst. Und mit Verlaub, es machte mich nicht die Bohne ruhiger. Ich meine, seien wir mal ehrlich: Würden wir bei einem richtig bescheidenen Regenwetter, welches nicht einmal einen Hund nach draussen gehen lässt, die gute Stube verlassen und mit Gummistiefeln zu einer Lesung marschieren? Also ich gestehe: Ich würde nicht!

Und so kam es, dass sich gerade mal ein paar treue Fans in dieses nasse Abenteuer stürzten – und wir eine so kleine Truppe waren, dass wir sogar nach drinnen ins Trockene umziehen konnten, weil wir so wenig Platz brauchten. Wir hatten also quasi ein lauschiges Lese-Tete-à-Tete. Und eines weiss ich nun mit Sicherheit (also eigentlich wusste ich das auch vorher schon): Beim Wetter nützt positives Denken absolut gar nichts! Wenn Petrus nicht will, dann will er nicht!

21 Gedanken zu „Postitiv denken nützt nicht immer

  1. Nun ja…..Männer…können halt schon rechte Sturköppe sein….😜😂😂😂…aber: das ganze hat sich damit zu einer „Wohnzimmer-Lesung“ entwickelt….somit bist Du so richtig trendy….was es mittlerweile mit kleinen Hautnah-Konzerten gibt ist nun bei Lesungen angekommen 😀 THUMBS UP!

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