Das Leben auf den Kopf gestellt

Mein Buch „von süss bis ungeniessbar“, der Blog – wie gedruckt, ist nun seit gut 3 Monaten auf dem Markt. Und die Resonanz ist grösser als erwartet. Neben einigen Interviews habe ich auch schon Lesungen gemacht und mein Alltag schlägt Purzelbäume.

Eigentlich hat sich ja schon vieles verändert, als ich letztes Jahr im September zu bloggen begann. Für mich wurde da schon einiges anders. Mein Hauptaugenmerk lag auf einmal wieder auf meiner Schreiberei und andere Dinge, die vorher wichtig waren, traten in den Hintergrund. Für mich eine durchwegs positive Entwicklung. Als aber das Buch auf den Markt kam, ging noch einmal ein Wirbelsturm durch mein Leben. Von heute auf morgen wurde ich anders wahrgenommen. Und das ist äusserst spannend. Nicht nur, dass ich plötzlich nicht mehr nur „die mit der Boutique in Solothurn“ bin – es ist mir sogar schon passiert, dass ich in einer fremden Stadt angesprochen wurde: „Sind sie nicht die mit dem Blogbuch?“ Meine Güte, was habe ich mich wichtig gefühlt! Ja, jetzt dürft ihr ruhig lachen. Ich musste über mich auch lachen. So muss sich wohl ein Promi fühlen, der ständig angesprochen wird. Und mit so einem – bei aller Liebe – möchte ich echt nicht tauschen.

Besonders witzig finde ich, dass ganz viele Menschen, die mein Buch gelesen oder auf meinem Blog regelmässig dabei sind, nun das Gefühl haben, mich zu kennen. Logisch, schliesslich schreibe ich auch aus meinem Leben und dem Alltag. Ich lasse die Menschen quasi in mein Wohnzimmer blicken und es passiert drum beinahe täglich, dass ich im Alltag mit Aussagen konfrontiert werde wie: „Na, mal wieder falsch eingekauft?“ oder „Hast Du immer noch Bauchschmerzen vom chinesischen Essen?“ oder „Fährst Du wirklich nie ans Meer?“. Wenn ich dann verdutzt frage: „Woher weisst Du das nun wieder?“ dauert es inzwischen nur noch ein paar Sekunden, bis ich selber gleich die Antwort hinterher liefere: „Ah, logisch, Du hast es gelesen.“ Ich meine – wer soviel über seinen Alltag und sein Leben schreibt wie ich, muss sich nicht wundern, wenn die ganze Stadt weiss, dass ich Ferien am Meer hasse, dass ich nicht kochen kann und dass ich mich diebisch freuen kann, wenn jemandem etwas lustiges passiert.

Ich muss mich einfach noch an diese Tatsache gewöhnen – und auch daran, dass ich für eine Strecke von 100 Metern durch die Stadt heute dreimal länger brauche, als früher – weil unendlich viele tolle Menschen mir etwas erzählen wollen. Und dafür bin ich ihnen dankbar, denn diese Geschichten sind es, die mich immer wieder zu neuen Texten inspirieren.

27 Gedanken zu „Das Leben auf den Kopf gestellt

  1. Ehre, wem Ehre gebührt!

    Aber eine Frage hätte ich an dich:
    Ist es nicht auch ein bisschen seltsam, quasi ein gläserner Mensch zu sein? Du hast viel verraten an uns alle, auch persönliches. Ich schreibe bewusst anonym und verschleiere soviel von uns wie möglich, weil ich mich vor zu viel Preisgabe fürchten würde. Nicht alle Menschen können sich z.B. für andere, erfolgreiche Menschen mitfreuen….
    Nur so ein Gedanke♥
    Alles Liebe weiterhin!

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    • Neid muss man sich erarbeiten – das kenne ich schon mein ganzes Leben lang – von daher: Den Neidern soll der Neid im Hals stecken bleiben. Interessiert mich nicht. Und ich bin der Meinung: Wer im WWW aktiv ist, ist ohnehin gläsern….www und Verschleierung beissen sich, das ist ein totaler Widerspruch. Als ehemalige Journalistin und als Unternehmerin war ich schon immer ein bisschen „gläsern“ – ich gebe Preis, was kein Geheimnis ist. Was ich dafür niemals tun würde, ist ganze Babyfotoalben hochzuladen oder auf FB zu posten – das ginge mir zu weit. Aber so…kein Thema! 🙂

      Gefällt 2 Personen

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