Streber

Wer kennt sie nicht, die typischen Streber? Immer gut in der Schule, immer hinter den Hausaufgaben, immer darauf bedacht, die besten Noten zu schreiben und … damit nicht wirklich beliebt. Ich gestehe: Ich war genau ein solches Kind. Aber es kommt noch schlimmer – ich bin nämlich heute noch so. Also zumindest im Bezug auf Schule und Hausaufgaben. Sonst nicht! Sonst gehöre ich aktuell phasenweise eher in die Pubertätsabteilung….das liegt wohl an den Wechseljahren.

Während meine studierenden Kinder über die Hausaufgaben schimpfen und sich nerven, beneide ich sie darum. Ja, ich möchte auch Hausaufgaben machen. Und deshalb nerve ich sie auch so im 5-Mintuen-Takt mit der typischen Strebermama-Frage: „Kann ich dir helfen?“ In der Regel kommt ein Nein. Dann nochmal ein Nein. Und irgendwann kapitulieren sie – zumindest manchmal – und lassen mich auch an die Hausaufgaben.

Total bescheuert? Ja! Aber ich liebe Hausaufgaben und Projektarbeiten und Vorträge und und und….das war schon immer so! Ich habe mir deswegen sogar schon überlegt, ob ich noch ein Studium machen soll, damit ich meinen Kindern nicht ihre Hausaufgaben klauen muss. Das Problem ist nur, dass ich nicht so recht weiss, wie die jungen Studenten auf die Alte reagieren würden. Ich meine: Die Themen der 20-jährigen sind halt nunmal nicht dieselben, wie jene der fast 50-jährigen. Würde also bedeuten, dass ich kaum Anschluss finden würde – was auch nicht unbedingt meinem Naturell entspräche.

Inzwischen ist es so, dass aktuell gerade nur noch eines meiner Kinder Studienhausaufgaben hat, was also bedeutet, dass meine Hilfe immer weniger gefragt ist und ich bald schon keine Aufgaben mehr klauen kann. Ich glaube, ich muss eine Annonce in der Zeitung schalten: „Nachhilfeschüler für verzweifelte Strebermama gesucht.“

59 Gedanken zu „Streber

  1. Ach, mach dir keine Gedanken. Ich bin zwar größtenteils genervt von den älteren gewesen, weil sie entweder nur Bullshit von sich geben oder nervige Marotten an den Tag legen, dennoch: Sie haben Anschluss. Es gibt einige Streber unter den Studenten, die sich tatsächlich mit ihnen abgeben. Also keine Angst!
    Die nächste Frage, die für dich bleibt, was möchtest du studieren 😉 Meine Erfahrung kommt aus den Geisteswissenschaften, wie es dagegen bei Jura, Naturwissenschaften und Co. aussieht, weiß ich nicht 😉

    Viel Erfolg und Grüße, Tinka 🙂

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  2. Mir fällt gerade ein, dass ich auch so einen komischen Tick habe. Ursache bei mir ist sicher mein Hang zum Perfektionismus, so dass ich viele Dinge lieber selbst erledige, weil ich es nicht ertragen kann, wenn jemand es nicht so toll hin bekommt, wie ich.

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  3. Hatte so eine Mama – long ago, die affektiv nach meinen Englischhausaufgaben schnappte auf dem Gym – und begeistert war, sich stundenlang damit zu amüsieren.
    ????? Hab ich gedacht.
    Ich selbst war stinkendfaul, mit dem zarten Unterschied – ich konnt es mir leisten.
    Noch was studieren ?
    Was, wäre die Frage ?????
    Ich denke grad – also – ja, Informatik, damit könnt ich mich noch amüsieren.
    Genetik – würde mir gefallen.
    Biochemie. Büschen trocken.
    Archäologe wär ich gern geworden – aber wer gräbt schon Tutchen nochmal aus – und germanische Schnurkeramik ist mir wurscht.
    Da gibt es einen Typen, der mit einem victorianischen Eisenbahnwaggon mit allem Pillepalle mitten in der Namib steht und Knochen buddelt (Saurier oder so) – den beneide ich glühend !!!
    Ach ja – das wär was – hat aber nix mit Hausaufgaben zu tun – studiert hab ich sowas ähnliches – es sind einfach nur Träume.
    Ach – Du wirst es finden – studier Kommunikationswissenschaften oder Literatur – das paßt zu Dir – schreib kluge Frauenbücher – das kannst Du !!
    Ratgeber – das kannst Du auch, informativ und amüsant, nicht diese staubtrockenen.
    Du hast die beste Voraussetzung, Humor und Selbstironie – toll
    alles Beste (dann haste viele Aufgaben)
    Bella

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  4. Ich war nie ein Streber, hab mich immer so durchgeschlängelt 😄
    Hätte ich mal mehr gestrebt, wäre auch was „anständiges“ aus mir geworden…
    Aber jetzt, wo ich älter bin habe ich erst die Lust am Strebern entdeckt… ich kann mir durchaus auch noch mal vorstellen was gaaanz Neues zu machen ☺ so nebenbei, oder erst später als Rentner noch mal die Schulbank zu drücken….
    Liebe Grüße, Polly ☺

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  5. Mir wurde gerade gestern von meiner Tochter berichtet, dass eine Lehrveranstaltung, die nach einer ihrer Vorlesungen stattfindet, je etwas zur Hälfte von Hörern in den 20er und solchen im Rentenalter besucht wird mit einer großen Alterslücke dazwischen. Ist wohl eine Veranstaltung aus dem Fach Politologie. 😉

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  6. Die armen Kinder 😉

    Wenn es etwas gibt, das dich besonders interessiert, warum dann nicht ein Fernstudium machen, ich habe das neben meinem Beruf früher auch gemacht, war toll, freie Zeiteinteilung und soviel am Stück wie du es selbst willst.

    Aber es gibt hier auch eine Universität des 3. Lebensalters, da studieren hauptsächlich Leute, die berentet sind, aber auch berufstätige, die sich fortbilden wollen.
    Am meisten interessieren sich diese Leute übrigens für Theologie und Kunstgeschichte.

    Vielleicht gibt es bei euch auch so eine Universität.

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    • Theologie und Kunstgeschichte? Jetzt hats mich grad einmal so richtig durchgeschüttelt – HILFE!!! Also 3. Lebensalter klingt schon schlimm, dann kommt noch das Wort berentet und dann noch die Theologie – und jetz weiss ich: Nö, ich lass es!!!! Du hast mir gerade sehr geholfen! 🙂

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      • griiiiins….ich finde die Bezeichnung auch fürchterlich, habe ich denen auch schon kundgetan 😉

        Gerade vor ein paar Tagen kam ein Bericht über diese Uni im Fernsehen, deshalb die Info mit Theologie und Kunstgeschichte. Meins wäre es auch nicht, mein Mann hat Theologie studiert, das hat mir schon gereicht 😉

        Ohhhhh…..durch so ein paar winzige Sätzchen bist du schon geheilt????? *lach*
        aber ich muss zugeben, es hat abschreckende Wirkung 😉

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  7. Ein Unikum wärest Du als Späteinsteigerin nicht.
    Damals, während meines Studiums, hat sich auch eine Dame entschlossen, ihren Dolmetscherjob an den Nagel zu hängen, und sich noch einmal hinter die Schulbank zu drücken. Und das bei einem äußerst anspruchsvollen Studiengang, dem man sich nicht zwingend aussetzen muss…da muss man schon wirklich wollen.

    Der Tipp mit der Fernuni klingt doch gut. Wenn Du so viel Energie hast, dann nichts wie los!

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  8. Wenn du wirklich das gefunden hast, was dich am meisten interessiert, ist das Alter kein Hindernis sondern ein Vorteil. Denn du kannst dann voller Elan durchstarten. Ich kenne jemand, die mit genau 50 Jahren noch einmal ein Studium in Angriff genommen hat und zwar im Bereich Informatik. Und die jungen Leute um sie her akzeptieren sie und bewundern sie, weil sie sich etwas traut! Und wenn du dich nicht oder nicht gern unter Leute traust, gibt es sehr viele Studiengänge und Zusatzausbildungen, die in Fernkursen angeboten werden! Alles erdenklich Gute bei der Entscheidungsfindung und beim Neustart! 🙂

    Liebe Grüße

    Christiane (Texthase Online)

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  9. Die Kids an der Uni sind total entspannt. Ich gehe gelegentlich als Gasthörerin dorthin oder für Recherchen in eins der vielen Berliner Uni-Institute. Da hat mich noch nie jemand schief angeguckt. Im Gegenteil, ich finde die Atmosphäre viel entspannter als zu meiner Studienzeit, im Otto-Suhr-Institut wird oft englisch in der Cafeteria gesprochen, ich fühle mich sauwohl. Allerdings ist es manchmal für mich verstörend, zu denken, dass die fast alle meine Kinder sein könnten. Aber das ist mein Problem.

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  10. Ich habe mit 40 mein 2 Studium abgeschlossen. Die Studenten waren zwischen 8-18 Jahre jünger als ich, aber das vergassen wir alle schnell und ich kam die Jahre durch gut mit den Mitstudenten aus: Und eine Streber war ich auch, denn in dem Alter weiss man was man will und kann!!

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  11. Hallihallö! Guck doch mal bei der Fernuni Hagen, da bekommst du alle Hausaufgaben nach Hause geschickt und kannst das ganz nebenbei machen. Kostet auch kaum was und man hat nur wenige Präsenzveranstaltungen. Ich kenne da auch jemanden, der mit über 50 nochmal Psychologie studiert hat, weil er es als junger Mann aufgeben musste und sich jetzt seinen Traum erfüllen will. Du wärst also nicht die einzige „Oma“. 😛

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  12. ich habe mich erst in der 2. Ausbildung zur Streberin entwickelt. Und zwar deswegen weil meine Mitschüler/innen alle vom Alter her, meine Kinder hätten sein können. Ich wollte auf jeden Fall einen guten Abschluss machen, was auch geklappt hat. Aber ansonsten war mein Ehrgeiz in der Schule sehr begrenzt.:)

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  13. Vielleicht musst du jetzt auch nur eine gewisse (Wissens)Durststrecke überstehen. Irgendwann kündigt sich bei deinen Kindern möglicherweise Nachwuchs an und spätestens dann kannst du wieder voll „zuschlagen“ und deine Hilfe beim Lernen anbieten ;-).

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

    Nachos Leinenhalter Achim

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      • Mich würde Psychologie oder Pädagogik reizen. Aber ohne kinderhütende Omas ist das schwierig, finde ich. Ich bin nicht so der Krippen- und Tagesschulenfan. Und ich muss von meinem Nachzügler doch noch so richtig profitieren! 😁

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      • Meine Familie ist auch der Meinung, ich hätte da ein gewisses Besserwissergen… Bei mir sind es die Sprachen, ich finde auf Plakaten jeden Fehler und werde nicht müde, das auch kundzutun. Auf der anderen Seite bin ich sehr hilfsbereit, lerne selbst auch, mache Tausende von Fehlern und sehe sehr großzügig darüber hinweg. Deswegen habe ich meinen Sprachenblog und bin Sprachlehrer geworden. Übrigens: in der Schule war ich nicht so, das kam erst mit zunehmendem Alter, meine Kinder können ein Lied davon singen. … Liebe Grüße Christine

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