Ein richtig hohes Tier

Wir verkehren in ganz normalen gesellschaftlichen Kreisen. Unsere Freunde sind klasse, wirklich alle nett und treu. Und wir haben auch seit gefühlt 100 Jahren die gleichen Freunde. Also alles ziemlich normal und unspektakulär. Keine von und zu königlichen Hoheiten sind dabei. Halt einfach dafür Hinz und Kunz. Bis auf einen Freund und lieben Nachbarn. Der ist ein richtig hohes Tier! Ich weiss nicht, ob ihr eine Ahnung habt, für wieviele Arbeitnehmende ein „grosser“ CEO in der Regel so die Verantwortung tragen muss. Er trägt aktuell aber die Verantwortung für nicht weniger als 500’000 umtriebige und tüchtige Angestellte. Und das beste daran: Er kennt sie alle mit Namen! Habt ihr sowas schon mal gehört?

Für ihn arbeiten Maya 1, Maya 2, Maya 3 und ihr ahnt es – es geht so weiter bis Maya unendlich. Und dann wären da noch Willy 1, Willy 2, Willy 3 und – genau: Auch da geht die Willyliste bis ins Endlose. Und all diese emsigen Arbeiter werden von ihm betreut und gehätschelt, wofür er manchmal zum Dank übel zugerichtet wird. Dann nämlich, wenn er ihnen mal wieder das Futter klaut. Inziwschen seid ihr bestimmt alle schon lange drauf gekommen: Er ist Imker! Und wir kommen deshalb immer in den Genuss von tollem Honig, welchen seine emsigen Bienen für uns sammeln und er mit seiner Angetrauten dann in stundenlanger Arbeit „schleudert“ (das nennt sich im Fachchinesisch der Imker so).

Er weiss durch seine Bienen viel über die Natur. Das Verhalten der Tiere sagt ihm mehr, als wir uns vorstellen können und er ist ein CEO der alten Garde. Schliesslich macht er alles noch selber, geht jeden Tag in den Betrieb, begrüsst seine Arbeiter, schüttelt ihnen die Flügelchen (nicht wirklich, denn dann werden sie ziemlich sauer) und freut sich darüber, wenn es ihnen gut geht. Ich finde, dass manch hochdotierter Manager, welcher in schlauen Büchern den Umgang mit Angestellten erlernt hat, bei ihm noch so einiges dazulernen könnte. Schliesslich sind es – wie gesagt – locker 500’000 Mayas und Willys, für die er die Verantwortung trägt und die verlangen keine Lohnerhöhung, stechen zu, wenn sie sauer sind und arbeiten jeden Tag, ohne Bedingungen daran zu knüpfen. Wer also eine CEO-Lernphase in einem Grossbetrieb machen möchte: Ich kann euch vermitteln. Er hat es wirklich im Griff mit seinen Bienen!

31 Gedanken zu „Ein richtig hohes Tier

  1. Alles schön aber….die Willies arbeiten doch nicht, das sind doch die faulen Mitbewohner, die nur essen und ansonsten der..sorry..Fleischeslust frönen, soweit man das bei Bienen sagen kann.
    Ein ein sehr schöner Artikel über einen wunderbaren Chef!

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  2. Ich durfte auch die Bekanntschaft mit Hobby-Imkern machen…übrigens hauptberufliche Pathologen..der Honig war trotzdem lecker!

    So ein Imker hat eine große Verantwortung. Schön, dass sich noch Menschen dafür finden.

    Aus der aussortierten Drohnenbrut (*) kann man übrigens Salat machen…die Dinger schmecken wohl nussig.
    Nur die Ausführungen zur künstlichen Befruchtung von Bienenköniginnen fand ich…naja…irgendwie brutal. Was es nicht alles gibt…

    * Klugscheiß-Modus AN:
    Der Sinn besteht darin, den Varroamilbenbefall zu reduzieren…die Milbe kann zu immensem Bienensterben führen..sie saugt die Hämolymphe der Strecklarven….fiese Vampire!
    Klugscheiß-Modus AUS

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  3. Liebe Daniela,
    wenn es für Deinen Imkernachbarn auch mal HUMMELN sein dürfen, dann empfiehl ihm doch das Fachbuch, auf das ich Dich mit nachfolgendem Link gerne aufmerksam machen möchte:
    https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/08/09/und-sie-fliegt-doch/
    Ich habe gerne eine gute Weile sternchenstreuend Deine Webseite durchblättert, doch jetzt brauche ich in meinen Dornröschenschlaf …
    Nachtaktive Grüße 😉
    Ulrike von Leselebenszeichen

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  4. …und ihr ahnt gar nicht wie wichtig es ist solch ein Unternehmen immer am Laufen zu halten…denn es gibt mittlerweile viele Headhunter in Form von Schädlingen etc. …und ich sage euch….wenn man da nicht verdammt aufpasst rollen zum Schluss viele Köpfe…

    Und dann geht es nicht nur der Firma schlecht, denn wer von den Aussendienstlern soll denn dann das bestäuben, was für uns Menschen wächst und gedeiht….die herrlichen Blumenwiesen…..das köstliche Gemüse…

    Ein herzliches Dankeschön an den guten Freund und Nachbarn…stellvertretend für alle Imker 🙂

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