Schlepperbanden

Ja, ich weiss: Ich will keinen politischen Blog. Aber manchmal gibt es einfach Themen, von welchen ich die Finger trotzdem nicht lassen kann. Und bei genau diesen Themen glüht meine Tastatur, weil ich vor Wut derart in die Tasten haue. Das ist jeweils der Moment, in welchem der Göttergatte mich fragt, ob ich die Tasten gleich durch den Tisch hindurch hauen wolle. Machmal möchte ich das tatsächlich, ja!

Wieviele Menschen sind in den letzten Monaten wegen fiesen Schlepperbanden gestorben? Ich habe es aufgegeben, noch zählen zu wollen. Und jeden Tag sind es neue Hiobsbotschaften, die uns erreichen. Welches die übelste Variante der Schlepperbanden ist, um an Geld zu kommen, kann ich nicht mehr sagen. Sie werden immer dreister, krasser und unmenschlicher. Dass man diesen Flüchtlichen erst ihr ganzes Geld abnimmt, um sie dann auf hoher See oder in einem Lastwagen sterben zu lassen, ist für mich einfach nur barbarisch. Und als ich die Meldung vom Lastwagen in Österreich hörte, in welchem über 70 Menschen auf kleinstem Raum einfach in der Sonne erstickten, weil die Schlepper mit dem Geld das Weite suchten, war ich erst nur sprachlos. Wer zum Teufel tut so etwas?

Haben diese Schlepper auch nur ansatzweise sowas wie ein Herz? Oder sind die mit Eis und Beton im Brustkorb ausgestattet. Ich könnte nicht einmal ein Tier totschlagen – aber Menschen wissentlich sterben zu lassen, um sich damit noch zu bereichern … etwas, was ich einfach nicht in meinen Kopf bringe. Was geht in einem Menschen vor, der so etwas tut. Der muss doch wissen, mit was für Höllenqualen seine Opfer ihr Leben verlieren. Und trotzdem tut er das!?

Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich inzwischen so wütend bin, dass ich jedem Schlepper das gleiche Schicksal wünsche, wie seinen Opfern? Jeder von diesen Barbaren sollte selber im Meer um sein Leben schwimmen oder in einem Lastwagen ohne Sauerstoff vergeblich nach Luft schnappen. Und wisst ihr was? Ich würde den Teufel tun, diese miesen Typen retten zu wollen – nein! Diese Barbaren werden sonst in unseren Gefängnissen noch auf Staatskosten durchgefüttert – und das haben sie nicht einmal ansatzweise verdient.

32 Gedanken zu „Schlepperbanden

  1. Ich muss einigen (v.a. Karl) zustimmen – es ist gut, dass hier in unseren Ländern beim Töten die Grenze gezogen wird und Ausnahmen würden sicher kein gutes Beispiel setzen.

    Als ich die Geschichte mit dem LKW gehört hab hab ich mich ernsthaft gefragt, was in deren Köpfen vorgegangen sein mag. Ich hab echte Zweifel, dass diese Schlepper die Menschen absichtlich haben ersticken lassen (ist nicht gut fürs Geschäft, weil Aufmerksamkeit auf Routen etc. gelenkt wird) ich glaub eher es war Dummheit und Gedankenlosigkeit, aka z.B. die waren unterwegs, einem fällt auf „du, kriegen die da hinten eigentlich Luft“ alle werden panisch, schauen nach hinten, Flüchtlinge tot, sie hauen ab und lassen den Wagen stehen.

    Aber auch dieses Szenario wirft kein gutes Licht auf Schlepper, denn das bedeutet, dass sie den Menschen, mit denen sie zu tun haben, weniger Aufmerksamkeit schenken als z.B. einer Ladung Kühe…

    Und ich fang jetzt sicher nicht auch mit den Waffenexporten und der Beteiligung unserer ach so zivilisierten westlichen Welt an den Situationen in den betroffenen Gebieten an.
    Aber- legale Wege zu fliehen werden bis heute kaum ins Auge gefasst wie z.B. die Aufhebung der Visumspflicht für Krisenregionen. Und genau das ist der Grund, warum Schlepperbanden so viel Zulauf haben. Ein Flugticket nach Europa würde sich ein Flüchtling wesentlich leichter leisten können als die zu 50% wahrscheinlich tödliche Reise per Schiff/Boot. Aber die Visumshürden sind sehr hoch, es dauert ewig eines zu bekommen, WENN man denn eins bekommt, und viele haben nicht mal die nötigen Papiere, um eines zu beantragen.
    Die, zumindest zeitweilige, Abschaffung der Visumspflicht würde den Schleppern großteils die Grundlage entziehen.

    Es würden allerdings natürlich auch mehr Flüchtlinge den Weg zu uns wagen, und solang Europa eigentlich nicht wirklich helfen WILL seh ich keinen Weg, dass das passiert…

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  2. Liebe Daniela, ich finde diese Menschen ebenso schrecklich wie du. Ich hätte gerne, dass sie genauso bestraft werden wie Mörder. Denn solche sind sie. Sie nehmen in Kauf, dass Menschen unter diesen Transportbedingungen sterben können und werden. Das ist, was einen Mord daraus macht. Ich bin der Meinung, dass jedem irgendwann die gerechte Strafe zur Teil werden wird, denn was wir säen, das ernsten wir auch selbst. Auch dem größten Feind soll man nichts Böses wünschen, denn sonst ist man nicht besser als dieser selbst und es fällt auf einen selbst zurück.

    Also lasst uns lieber alle möglichst viel Gutes säen, damit wenigstens der Rest der Welt ein bisschen besser wird. Denn Positives wird mehr durch teilen, wie auch die Liebe. Ich habe den Glauben ins Gute im Menschen noch nicht verloren, weil ich sehe, wie viel Gutes auch passiert. Wie viele Menschen freiwillig helfen und Leid mildern versuchen und dies auch oft schaffen, tag täglich, aber ich bin wieder einmal zutiefst erschüttert, zu welchen unbarmherzigen Grausamkeiten unsere wunderbar hochgelobte Spezies fähig ist.

    Danke sehr für deinen Beitrag.

    Liebe Grüße,

    Caroline

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  3. Mit schwillt aktuell öfter der Kamm.
    Ich bin fest entschlossen, zum nächsten Asylcafé zu gehen.
    Ich will raus aus der empörten Wohlstandsblase und helfen.
    Bei uns in der näheren Region brennt zwar nix, aber „Wutbürger“ und „braunen Mob“ gibt’s auch hier und ich kann dieses Gelaber nimmer hören.

    Genauso wie diese Schlepper-Geschichten.

    Die Politik findet keine Lösung, Menschen sterben und in den Nachrichten wiederholt sich tagtäglich das Elend.

    Es ist zum Heulen und Schreien und Steine in den See werfen.

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  4. Ich hätte da sicherlich mitgemacht beim Tasten-Durchhauen. Auch in meinem Blog hab ich schon darüber geschrieben.
    Auch was mit solchen Menschen geschehen sollte, würde ich emotional zunächst mittragen; und für all die Falken und Waffenexporteure unserer Zeit wäre bei der Bekämpfung von solchen Subjekten ein lohnendes Betätigungsfeld gegeben. Allerdings muss man dann doch mit etwas Nachdenken sagen: Wir sind in unserem Rechtsstaat dort angekommen, wo wir sind, eben WEIL wir solche Auswüchse nicht zulassen. Und wenn wir jetzt damit anfangen würden, Ausnahmen zuzulassen in dem System, dass Täter überführt und im Rahmen des Rechtssystems abgeurteilt werden müssen, dann fangen wir an, genau DAS aufzugeben, wofür wir Jahrhunderte gekämpft haben.
    Und eines ist auch richtig: Deutschland ist der Welt drittgrößter Waffenexporteur. 3x dürfen wir raten, warum es so ist, dass Menschen in Elend, Armut, Hunger und vom Tod bedroht leben und sich dann aufmachen dorthin, wo sie sich Besseres erhoffen. Und selbstverständlich haben wir auch überhaupt nichts damit zu tun, dass überall auf der Welt Terrororganisationen entstanden sind. Da spreche ich unseren Politikern der letzten 200 Jahre (einschließlich der heutigen) die Fähigkeit des Weitblicks ab. Schon gleich gar, wenn es darum ging, andere Länder und Völker auszubeuten und einen Wohlstand auf Kosten anderer zu etablieren.
    Und wie stellte die NASA kürzlich fest: In den nächsten ca. 100 Jahren wird der Meeresspiegel um bis zu 1 m steigen; davon werden weltweit bis zu 100 Mio. Menschen betroffen sein, der Lebensort dann untergeht. Dagegen sind die heutigen Einwanderungszahlen ein müder Abklatsch dagegen. Unsere Kinder und Kindes-Kinder werden uns verfluchen, dass wir nichts getan haben.

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    • Man sollte es wohl doch etwas differenzierter betrachten: Kriminelle Machenschaften von Schleusern, die in der heutigen Zeit Geld mit der Not anderer verdienen, haben wohl nichts mit Waffenexporten gemein.
      Warum gibt es Krieg und Terror in der Welt? Weil Deutschland der drittgrößte Waffenexporteur ist? Wohl kaum! Es gibt Kriege, weil jemand das Handeln seines Nachbarn (z. B. Russland gegen Ukraine) oder das aufbegehrende Volk in Syrien (gegen Machthaber Asad) nicht auf ihr Machtgehabe verzichten können. Hat etwa Putin die Krim anektiert, weil Deutschland den Leo nach Saudi Arabien geliefert hat? Der Terror der Taliban, der Boko Haram oder der ISIS kommt nur daher, weil unsere Politiker keinen Weitblick haben? In den 60ern und 70ern bis in die heutige Zeit haben Deutschland und andere Länder Milliarden in den Afrikanischen Kontinent gepumpt, damit dort vor Ort Landwirtschaft und Infrastruktur aufgebaut werden kann. Wo ist die Hilfe gelandet? Nicht selten in den Taschen der Machthaber, statt bei dem Volk.
      Die Ausbeutung anderer Völker oder Menschen ist so alt, wie die Menschheit selbst. Selbst in der heutigen Zeit und in unserem Land geschieht dies´ tagtäglich.
      Was ist denn unser Rechtssystem wert, wenn überführte Schleuser oder andere Straftäter mit Bewährungsstrafen davon kommen, wo doch auch bewußt mit dem Leben von Flüchtlingen gespielt wird.
      Auch wenn die NASA eine Prognose aufstellt, die uns zu denken geben sollte, so bin ich davon überzeugt, dass die Menschheit bei diesem gegenseitigen Morden keine zweihundert Jahre überdauert.

      Jetzt stoppe ich meine Ausführungen, welche sonst den Rahmen dieses Blogs sprengen würde.

      G. l. G. Jochen

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    • Bloggerin50+
      Du nennst das Kind beim Namen! All die Länder, die sich mit dem Elend und Leid bereichern (sprich Waffen exportieren, Billigware importieren, die unter widerlichsten Bedingungen produziert werden. In 3. Weltländern Regenwälder abholzen lassen, um Getreide anzupflanzen, damit sie ihr Vieh für die Fleisch- und Milchproduktion damit füttern können und die Menschen, die dort leben dafür bewusst verhungern lassen! In Afrika den Menschen das Wasser „abgraben“, um es dann teuer zu verkaufen, und, und, und!!!! ) All die Länder tragen Mitverantwortung am ganzen Elend und müssen sich jetzt auch nicht über die Flüchtlingsströme beklagen. Das sind die reinen Konsequenzen, die nun zu tragen sind und es ist ihre Pflicht, diesen Menschen zu helfen! Irgendwann kommt IMMER die Retourkutsche…!!!
      Das wird in der Tat sehr große Probleme geben, aber die haben wir alle ein bisschen mitzuverantworten.
      Ich hoffe auch, dass jeder Einzelne von diesen Schlepperbanden seine Konsequenzen zu tragen hat! 😡
      Vielen Dank für diesen Beitrag, liebe Daniela, denn Du sprichst mir aus der Seele 💖 Es ist unsagbar traurig, was aus uns Menschen geworden ist! Natürlich mit vielen Ausnahmen…

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  5. lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.
    Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, wenn man sich nicht kennt
    Plautus
    Und, entschuldigt , Ihr Wölfe, ich wollte Euch nicht beleidigen durch den Vergleich mit Menschen.
    Bella

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  6. Ich antworte mal mit einem nicht ganz klassischem Zitat, das es mir aber damals beim ersten Mal, als ich es las, schon angetan hatte:
    „Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben? Dann sei auch nicht so rasch mit einem Todesurteil bei der Hand.“ – (Gandalf zu Frodo über Gollum) Der Herr der Ringe, Band 1 „Die Gefährten“
    Ja, es ist schwer zu ertragen, eigentlich unerträglich, zu wissen, dass die, die zumindest mitschuldig an dieser Barbarei sind, leben, während die, die nichts mehr hatten als ihr armseliges Leben, dieses auf diese grausame Weise verlieren mussten, weil andere geldgierig genug waren. Im Übrigen noch am wenigsten die, die man jetzt gefasst hat, den viel mehr als die kleinen Handlanger und Fahrer haben mit Sicherheit die Drahtzieher im Hintergrund verdient, die man nicht gefasst hat und aller Vorraussicht nach auch nicht fassen wird.
    Vor Augen sollte man sich aber auch halten, dass es bei uns aus guten Gründen und gottseidank keine Todesstrafe gibt, kein Auge um Auge wie in Ländern wo die Scharia angewandt wird und Lynchjustiz strafbar ist, und dass die Umgekommenen oft gerade deshalb auf der Flucht waren, weil sie dort, wo sie unter bewusster Inkaufnahme der Lebensgefahr weg wollten durch eben solche Verhältnisse und Willkür“justiz“ gefährdet waren und das so unerträglich fanden, dass sie die Gefahren der Flucht auf sich nahmen.
    So unerträglich und „ungerecht“ wie es in manchen Fällen scheint, sollten wir doch froh sein, das wir unter, sicher noch verbesserungswürdigen, rechtstaatlichen Bedingungen leben, die zumindest formal dann eben auch für alle gelten müssen, auch für die, von denen wir meinen, dass sie ihr Leben eigentlich verwirkt haben.

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