Immer muss ich soviel essen…

…klagt das arme Tochterkind. Nein, ich füttere meine 20-jährige Tochter nicht, keine Bange. Aber kennt ihr das Problem mit der Marmelade und der Butter – zum Schluss bleibt immer von einem noch ein Restchen im Teller und man nimmt vom anderen halt nochmal Nachschlag, damit es dann endlich aufgehen sollte. Passt aber irgendwie nie!

Tja, beim Frühstück hatte also das Tochterkind genau dieses Problem, aber mit dem Brot und dem Leberwurstaufstrich. Ende Brot, aber noch Aufstrich im Teller. Also noch ein Stück Brot abschneiden, aber dann wieder zu wenig Aufstrich. Also wieder Aufstrich nachschieben und…ihr ahnt es! Ja, genau! Das Tochterkind hat das Spiel solange gemacht, bis sie verzweifelt meinte: „Immer muss ich soviel essen, bis ich fast platze, nur weil das Gleichgewicht in meinem Teller nie stimmt.“ Dabei grosses Augenrollen und mitleidiger Dackelblick zugleich. Und dann sollte man bitte noch Mitleid haben. Stattdessen bekomme ich einen Lachkrampf, schnappe mir mein Notizbuch uns sage den Satz, den meine Familie vermutlich schon lange zum Hasssatz erklärt hat: „Darf ich daraus eine Geschichte machen?“ Ja, ich weiss – ziemlich fies. Aber aus solch elementaren, weltbewegenden und unheimlich wichtigen Problemen wie Brot und Aufstrich gibt es Geschichten, die das Leben schreibt.

Klar, ich könnte stattdessen über wichtige Dinge wie die Krise in Griechenland, oder die Frankenstärke, oder den Hunger auf der Welt berichten. Aber das tun doch schon zig-Millionen andere. Drum konzentriere ich mich lieber auf das wirklich wichtige im Leben: Mein Tochterkind, welches nach dem Frühstück platzen will, weil es mal wieder so viel essen MUSSTE!

27 Gedanken zu „Immer muss ich soviel essen…

  1. Ach, Donnerlottchen! Da bekommt man ja glatt Mitleid.
    Ich verschwinde mal kurz in der Küche und starte eine Feldstudie zum Thema „Wie viel Leberwurst passt auf ein Brot“.

    Die Ergebnisse werde ich Dir dann umgehend zukommen lassen, damit Dein Töchterchen mit Waage und Lotmaß bewaffnet zukünftig keinerlei unnötigen Konflikten am Frühstückstisch ausgeliefert sein muss.
    Ich bitte um Weiterleitung.

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  2. Ja zur Zeit mag ich mich auch nicht mit den Nachrichten beschäftigen. Kinder sind cool. Ich bin erstaunt wie sie immer wieder Himmel und Hölle in Bewegung setzen können wenn sie unbedingt etwas wollen. Wäre dass doch in. Der Schule auch so……*grmmmmpppff*

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  3. Ist es am Ende des Tages nicht doch die eigene Familie, die einem am allerwichtigsten ist? Und gehört nicht etwas Humor in den Alltag, um all die negativen Berichte über Tod und Leid noch irgendwie zu ertragen? Ich lese jeden Morgen deine Berichte und finde, sie sind ein sehr schöner Start in den Tag, eben weil sie sich selten mit schwerer Kost beschäftigen sondern das humorvolle in eigentlich banalen Alltagssituationen aufzeigen. Änder das bitte bloß nicht! 😉

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