Jetzt ist es also soweit

Woran merkt man, dass man so langsam aus den Jungendschuhen rauswächst; um nicht sagen zu müssen, dass man langsam zum alten Eisen gehört? Es gibt dafür ein paar sichere Anzeichen:

  • Die Gespräche am runden Tisch drehen sich auf einmal nicht mehr um PS und die coolsten Clubs, sondern um Wehwehchen und gute Hausärzte.
  • Aus der Handtasche werden nicht mehr die Lippenstifte, sondern die Fächer gezückt, um die Wallungen in Schach zu halten.
  • Man tauscht sich darüber aus, wie unvernünftig sich die heutige Jugend doch benimmt.
  • Die Krampfadern machen einem definitiv mehr zu schaffen, als die Pickel im Gesicht.
  • Auf der Nase sitzt nicht mehr die coole Sonnenbrille von damals, sondern die Lesebrille von heute.
  • Man versucht beim Betrachten aller Bilder (egal ob auf Papier oder auf dem Laptop) ständig mit der Streichbewegung der Finger das Bild zu vergrössern, weil man das nun doch endlich gelernt hat.
  • Die Arbeitsdiskussionen drehen sich nicht mehr um neue Jobs, sondern darum, ob man den alten Job noch bis zur Pension behalten kann.
  • Die Ferienreisen müssen sich in ihren Abenteuern nicht mehr toppen, sondern eher im Komfort und der Bequemlichkeit.
  • Bei den Absätzen geht es auf einmal nicht mehr um die Höhe der Stöckelschuhe, sondern um Duschkabinen ohne lästige Stolperfallen.
  • Und zu guter Letzt sind es auf einmal nicht mehr die Lehrer der Kinder, welche unendlich nerven, sondern jene der Grosskinder.

Und weil ich weiss, dass es allen in etwa gleich geht, sehe ich es ziemlich gelassen. Bis auf wenige Ausnahmen. Es gibt nämlich auch Tage, da finde ich die Tatsache, dass die wirklich jungen Jahre vorbei sind, ganz schön bescheiden!

 

35 Gedanken zu „Jetzt ist es also soweit

  1. Jetzt muß ich natürlich auch noch meinen Senf dazugeben. Ich für meinen Teil bin nicht alt, sondern nicht mehr jung und in keinster Weise gelassen. An manchen Tagen stimmen halt das Eigenempfinden und der Blick in den Spiegel nicht überein (… wer bist du denn…?…). Manchmal weiß ich auch nicht, wer ich bin und alle Lebenserfahrung ist futsch. Heute erkenne ich meine Chancen und greife zu – das ist der wesentlichste Unterschied zu meiner Jugendzeit, da wird’s mir heute noch schlecht, was ich alles habe liegenlassen. 😦 Und man fängt vermehrt an, über die Vergangenheit nachzudenken, um den Weg in die Zukunft zu finden. Aber mein Cholesterin und Zucker sind super…
    „Die Jugend wäre ein nahezu idealer Zustand, wenn man sie später im Leben haben könnte.“ Nicht von mir, sondern von Herbert Henry Asquith (1852-1928).

    Gefällt 1 Person

      • Bitte sehr, gerne, lachen ist gesund.
        Das ganze natürlich bei Sahnetorte im Cafe und der blöde Doktor hat 1. keine Ahnung – herr dr., ich ess wirklich nichts, zum frühstück nur 1/2 Brötchen mit margarine, ich weiß nicht, wo da gewicht und das hohe scholesterin und der zucker herkommt … – und dann verlangt er 2. auch noch abzunehmen, damit ich keine Tabletten mehr nehmen muß … das wird ja immer doller, bei den Krankenlassenbeiträgen, irgendwie muß man die ja auch wieder rauskriegen und blablabairrsinnundtralala…. vielleicht noch ein klitzekleines Stückchen Schwarzwälder Kirsch ? 🙂

        Gefällt 1 Person

  2. ich sehe die Welt anders. Man muss sich nicht alt benehmen, nur weil man alt ist. Schau Dir Madonna an, ich wette sie pfeift auf solche Dinge. Oder Karl Lagerfeld, der meint, dass Umgang mit Menschen seines Alters ihn depremieren. Ich kann das nachvollziehen!!

    Gefällt 2 Personen

      • warum, weil sie keine Lust haben, den Erwartungen zu entsprechen ? Mir geht es da ums Prinzip, ich hätte beide auch nicht gern als Freunde, aber ihre Einstellung gefällt mir. Ich meine Menschen generell, die sich so verhalten. Ich hatte sie nur genannt, um es klarer zu machen ! Das Leben ist vielleicht zu kurz dafür!

        Gefällt 3 Personen

      • Ja, im Denken bin ich total mit Dir einig! Wenn man aber nicht alt werden kann und dies kundtut, indem man sich anzieht wie die Tochter oder tut, als ob man noch 16 wäre, dann ist das einfach nur peinlich. Jung denkend bleiben und kindisch sein sind für mich unterschiedliche Dinge – und die genannten Beispiele sind für mich der Inbegriff für total kindisches Benehmen….:-)

        Gefällt 1 Person

      • ja, aber Du musst bedenken, sie sind Künstler und spielen eine Rolle, ich nehm das nicht ernst….wenn sie nicht so wären, würde auch keiner über sie sprechen !!! Und ich stimm Dir zu, auf jung machen ist auch lächerlich. Ich denke, jeder sollte sich so verhalten, wie er sich wohlfühlt.

        Gefällt 1 Person

  3. Ich seh das durchaus positiv, das älter werden: Man kann Dinge genießen, für die man früher keinen Sinn hatte, und von denen man den Eindruck hat, als wären sie die wirklich wichtigen Dinge. Das wusste ich zwar früher auch schon, aber ich fand keinen Zugang. Mit einem guten Buch und einem Glas Wein in der Sonne zu sitzen, und alles 3 zu genießen, das hätte ich früher nicht gekonnt. Wäre zu unruhig dafür gewesen. Und heute weiß ich auch, was wirklich wichtig ist im Leben (zumindest für mich). Das wäre früher mangels Lebenserfahrung nicht möglich gewesen.

    Gefällt 1 Person

  4. Ich glaube, Du hast da noch ein paar vergessen. Z.B.: Man rastet nicht mehr aus, wenn ein/e Chef/in, ein/e Auftraggeber/in eine Unmöglichkeit verlangt, man lächelt und sagt mit Bestimmtheit: No! – Man kapiert, dass man heute mit dem T-Shirt von gestern genauso gut aussieht wie gestern (soweit das Teil hygienetechnisch noch zu tragen ist), und man nicht unbedingt jeden Tag die Garderobe wechseln muss. – Man liebt seine Stöckelschuhe, weitet das Sortiment aber ein bisschen aus. – Man lacht einfach mehr, weil alles nicht mehr so ernst ist. – Es gefallen einem plötzlich auch alte Gesichter. – Man kann auch mal eine Party absagen, ohne zu fürchten, man würde auf ewig was verpassen. Und das Beste: Man verpasst tatsächlich nix mehr, denn im guten Fall ist man in seinem eigenen Leben angekommen 😉

    Gefällt 3 Personen

  5. – die treffen mit freunden richten sich nach den eigenen und deren arztterminen
    – die azubis im job reden einen sofort mit „sie“ an
    – gewisse dinge und lebenssituationen sieht man viel gelassener

    wenn ich länger darüber nachdenke, dann fallen mir bestimmt noch ein paar dinge ein
    🙂

    Gefällt 1 Person

  6. Für mich hat gestern krankheitsbedingt auch ein neuer Lebensabschnitt begonnen, an dem ich noch lange zu knabbern haben werde. Insofern kann ich deinen Beitrag voll unterschreiben – bis auf die Themen „Lippenstift“ und „Stöckelschuhe“ 😉!

    Nachos Leinenhalter Achim

    Gefällt 3 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s