Professor mit Humor

Wer schon einmal in der Situation war, dass ihm/ihr etwas mitgeteilt wurde, was er/sie eigentlich gar nicht hören wollte, kann nachvollziehen, was ich jetzt erzähle. Stellt euch vor, ihr geht zum Arzt, weil ihr ein medizinisches Problem habt und geht davon aus, dass es mit einer Tablette oder einem Spray erledigt sein wird. So geschehen, vor kurzem – nachdem man mich erst noch zu diesem Arztbesuch überreden musste. Nun ja, ich war halt überzeugt davon, dass ich – nachdem ich schon lange mit Beschwerden lebte – irgendwann vermutlich lernen würde, damit umzugehen. Aber ich wurde eines besseren belehrt.

Ich sass also bei einem Professor, der mir empfohlen wurde, im Besprechungszimmer und war mir absolut sicher, dass ich vermutlich eher einen an der Klatsche, als ein medizinisches Problem habe. Jetzt weiss ich, dass ich beides habe, aber das nur so am Rande. Die hochkarätige Koriphäe dieses medizinischen Fachgebiets nahm mich also in Augenschein und … fand tatsächlich etwas, was offenbar definitiv nicht in meinen Körper gehört. Er erklärte mir geduldig und langsam, warum dieses Irgendwas möglichst bald aus meinem Körper operativ entfernt werden muss. Und ich sass da und in meinem Kopf machte es: „Krhpndsfkghoparinkerlöiokrelsköagidl!!!“ Auf Deutsch: Ich hörte zwar Laute, aber bis zu meinem Hirn wollten diese einfach nicht vordringen. Und weil die Überforderung gerade ziemlich akut war, musste ich das Gesagte erst ein paar Tage sacken lassen, bis ich auf einmal unzählige Fragen hatte. Solche Sachen sollen vorkommen, sagt man. Und ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht kurzerhand einfach noch einmal einen Termin beim Professor gemacht hätte – diesmal bewaffnet mit einem A4-Blatt, welches ich zuvor mit Fragen vollgekritzelt hatte. Schliesslich wollte ich ja schon wissen, was/wann/wo/warum/mit wem und überhaupt mit mir passieren würde.

Ich bin ja bekannt dafür, dass meine Ironie und meine Sprüche manchmal schneller sind, als mein Gehirn. Und das hat der liebe Herr Professor auch erkannt. Und nun kommt es: Ich habe nämlich nicht nur fachlich, sondern auch im Mundwerk in ihm meinen Meister gefunden. Er hat sich ziemlich lustig über mich gemacht, weil ich ein Angsthase par excellence bin. Und damit hat er mich genau auf dem richtigen Fuss erwischt. Dramatische und medizinische Abhandlungen machen mir nämlich nur noch mehr Angst. Ein Schuss Humor und eine Prise Ironie lassen eine Operationsbeschreibung auf einmal nicht mehr so schlimm erscheinen. Und wenn dann der liebe Professor noch meint: „Den Mann, der sie aushält, möchte ich mal kennenlernen. Der muss sich warm anziehen, wenn sie erst mal operiert und wieder ganz fit sind. Dann haben sie nämlich noch mehr Energie.“

Oh, lieber Göttergatte – ich sag schon mal tschuldigung … der Herr Professor meint, ich werde noch schlimmer…

 

45 Gedanken zu „Professor mit Humor

  1. Au weia, der nette Herr Professor hat dich hoffentlich auch über die, in deinem speziellen Fall, besondere Narkose informiert. Nicht, daß du denen noch in die OP hineinquatscht zwischendurch..grins !!

    Alles wird gut

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  2. *schmunzel* das klingt nach einem wirklich guten Professor! 🙂 Und ich hoffe, dass viele viele Menschen vor allem den Teil lesen, wo du mit einem Din-A4-Papier voller Fragen noch mal hin bist. Ich finds schockierend, wie viele Menschen ihr Schicksal völlig unreflektiert in die Hände eines Arztes legen, ala „der wird scho wissen, was er macht!“. Ja, schon, davon sollte man schon ausgehen dürfen. Nur ich möchts schon auch wissen und vor allem auch begreifen, was da passiert und warum… geht doch schließlich um mich…

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    • Bingo! Und genau deshalb bin ich nochmal hingegangen und er hat das prima erfasst und wusste mich zu beruhigen. Nun, in 24 Stunden ist es hoffentlich überstanden … und dann noch ein paar Tage Krankenhaus. Wenn nicht, dann wäre definitiv was schief gelaufen….und davon gehe ich jetzt mal nicht aus! 🙂

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  3. Das ist schön, dass du da an einen geraten bist, der zu dir passt 🙂 die richtige Kommunikation ist in so einem Fall so wichtig und leider funktioniert das erfahrungsgemäß ja eher selten. Also Glühstrumpf zum humorigen Prof, wenn jetzt die OP genauso gut klappt wie die Kommunikation (vielleicht mit etwas mehr Ernsthaftigkeit ^^) dann kan ja nix mehr schiefgehen 🙂

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  4. Den Prof. möchte Herrchen unbedingt kennen lernen. Er sagt, wer eine Modepraline links überholen kann, sei sein Geld wert. Wir drücken dir alle Pfoten und Daumen die wir haben, und hoffen mit dir, dass der Prof. am Schluss recht behält: Die Modepraline bleibt die alte!

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  5. Auch wenn das eher nicht die Regel ist: Es gibt sie, die Menschen mit Humor. Noch dazu, wenn sie was geworden sind. Als Bsp. mag mein seinerzeitiger Physiklehrer dienen. Der wäre sicherlich auch Pro geworden, wenn er sich nicht für die Lehrer-Laufbahn entschieden hätte. Der war geistig manchmal etwas abgehoben, ohne böse Absicht und ohne es zu merken. Man realisiert das bei so manchen Menschen, die in ihrem Fachgebiet vergeistigt sind.
    Mit deinem Pro hätte ich die hellste Freude gehabt, und er und ich einen mords Spass. Auch wenn die OP unweigerlich gekommen wär.
    Wie sagt der Amerikaner …. take it easy.

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