Ups!

Manche Dinge ändern sich schneller, als man denkt. So ist es bei uns im Moment gerade. Unser Tochterkind ist im Sommer in ein anderes Land und dazu noch in eine Grossstadt gezogen, um den Studiumstraum zu verwirklichen. Ein mutiger Schritt, den ich sehr bewundere. Ich weiss nicht, ob ich mich das mit 20-ig getraut hätte. Viel spannender aber noch: Das Tochterkind ist gegangen – und nun ist eine junge Frau auf Urlaub nach Hause gekommen. Schwupp! Irgendwie ist da in der Zwischenzeit eine Ladung Selbständigkeit, Charakterstärke, Mut und Zielstrebigkeit auf das Tochterkind runtergefallen. Und das ist schön zu sehen.

Das nötige Rüstzeug haben wir ihr die letzten 20 Jahre hoffentlich mitgeben können – nun hat sie es ganz offensichtlich richtig eingesetzt und hat sich zu einer taffen, jungen Frau gemausert. Mit allem Drum und Dran. Haushaltung managen, putzen, einkaufen, kochen, Studium, lernen, Ausgang, neue Freunde suchen (und finden) und das Zurechtfinden im Dschungel der Grossstadt. Nun ja, ich meine: Sie ist in einem 5000-Seelen-Dorf auf dem Land aufgewachsen und hat gleich den Schritt in eine Millionenstadt gemacht. Nicht ganz ohne. Und drum bin ich doch ziemlich stolz auf das Küken.

Jaja, ich weiss – es ist nun eigentlich kein Küken mehr. Aber ich bin und bleibe im Herzen halt eine Glucke und sie wird immer mein Küken bleiben … egal wie erwachsen sie auch ist. Und ich bin auch ein winziges Bisschen stolz auf uns Eltern, dass wir das so gut hinbekommen haben. Ich klopfe mir jetzt mal schnell eine Runde auf die Schulter…

66 Gedanken zu „Ups!

  1. ich kenn nur die andere Sichtweise- die der Tochter. Ich bin naemlich mit 16 Jahren fuer ein Semester nach Argentinien geganngen- auch vom Dorf in ne Grossstadt. Und jetzt mit dem Studium nach Amerika. Ich wollt meine Mama schon immer mal fragen, wie es ihr so damit gegangen ist- ich fands immer total spannend und super und moeglichst weit weg und Freiheit. Aber es braucht auch viiiel Mut und Vertrauen der Eltern.
    Liebe gruesse

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  2. Zeit im Ausland tut jungen Leute enorm gut. Raus aus den bekannten Werten, eine neue Kultur. Meine zwei grossen machten es bereits, der Grosse wächst jetzt zum 3. mal neu an, in Lausanne nur, aber völlig anderes als Zürich. Daran wächst man. Ich finde es schade, dass das zu meiner Zeit noch nicht so einfach und üblich war…

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  3. Das hört sich gut an.
    Es zeigt, dass ihr dem Küken wirklich alles mitgegeben habt, damit sie diesen Schritt wagt und dass sie sich zurechtfindet in der Ferne.
    Ich bin auch mit 16 weg von einem 1000 Seelendorf in die Großstadt, von der man damals sagte, dass jeder fünfte ein Verbrecher sei.
    Ich habe arg zu kämpfen gehabt, weil ich weder das Rüstzeug noch das Selbstbewußtsein mitbekommen habe.
    Deshalb sage ich einfach mal im Namen deines Kükens ein großes Danke an dich und deinen Göga 🙂

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  4. Ich kann das sehr gut nachvollziehen! Unsere Tochter studiert jetzt in Maastricht und als Eltern haben wir vorher auch kräftig mitgezittert, ob sie das schafft. Vor allen Dingen die vielen organisatorischen Dinge zu erledigen, die erforderlich sind, bis man endlich in einer Wohnung untergekommen ist, Strom, Wasser, Telefon und Internet sowie den Weg zum Einkauf und zur Uni gefunden hat. Und was meint ihr? Hat sie es geschafft? Selbstverständlich hat sie es geschafft. Wie alle anderen „Kinder“ auch! 😉

    Achim

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  5. Da kannst Du wirklich stolz sein 😊 wobei ich mir eine kleine Korrektur bezüglich des „Herunterfallen“ der Tugenden denken würde: sie lebt ihr Potential, was in ihr schlummert, nun aus…..vieles hat sie mitgebracht in diese schöne Welt…und vieles habt ihr Eltern gefördert bzw. angelegt….eine tolle Ent-wickelung des Kükens…..Chapeau dem Küken und Glückwunsch den Eltern….GUT GEMACHT 😊

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