Ferientücken

Woran liegt es, wenn irgendwas oder jemand einfach immer verhindern will, dass ich in Urlaub fahren kann? Habe ich denn das nicht verdient? Als ob ich andauernd im Urlaub wäre…

Wir sind eine Familie, die äusserst selten wegfährt – und wenn, dann bestimmt nicht weit. In der Regel sind das Tirol oder Deutschland die Destinationen. Mehr nicht. Da müsste man noch denken, dass das nicht so schwer sein kann, zumal selbst dies nur zweimal im Jahr vorkommt. Also kein Jetset, kein Dauerstress mit Packen. Nichts von all dem! Aber nein – das ist bei uns eine Generalstabsübung … und zwar fast immer. Zum Verzweifeln!

Ich freue mich monatelang auf eine winzige Woche Wellness im Tirol und dann fängt in der Regel so zwei Wochen vorher das Drama an. Entweder wird jemand krank, oder ein klitzekleiner Unfall kommt dazwischen. Es kommt auch hin und wieder vor, dass kurz vor Beginn des Urlaubs noch jemand hospitalisiert werden muss – oder aber ein fieser Virus lässt uns bis zur letzten Minute bangen, ob es denn nun noch klappen wird, oder nicht! Ich habe mich schon gefragt, ob ich mich einfach nicht mehr freuen soll, damit der Jemand oder das Etwas mir die Ferien nicht wieder vermiesen kann.

Als die Kinder noch klein waren, wussten wir, dass hin und wieder etwas schiefgehen kann. Bekanntlich sind die Knirpse ja immer dann krank, wenn man es gerade gar nicht gebrauchen kann. Dass das aber irgendwie nicht ändert, wenn sie erwachsen sind – ja das hat man uns nicht gesagt. Zumal es nun nicht zwingend die Kids sind, die den Ferien im Wege stehen, sondern öfters mal ich selber. Manchmal denke ich wirklich, dass Vorfreude mir nicht gut tut. Ich glaube, dass ich mir eine Strategie ausdenken muss, um Ferien anzusehen, wie einen Zahnarztbesuch. Der kommt nämlich immer sehr schnell und unaufhaltsam näher und da muss ich immer durch, egal ob ich will oder nicht. Das könnte die Lösung sein: Ich sende meinem Gehirn Panikgefühle und dann sollte es künftig mit den Ferien besser klappen. Probieren geht ja bekanntlich über studieren!

P.S.: Diesmal hat es mal wieder auf den letzten Drücker geklappt … aber haarscharf!

27 Gedanken zu „Ferientücken

  1. Alle Glaubenssätze aus dem Gedächtnis streichen, samt derer, die sich im Körpergedächtnis festgesetzt haben! Am besten gleich nach dem Urlaub damit beginnen – dann klappt dat beim nächsten Urlaub! 🙂

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  2. Ferien-/Urlaubserkrankungsschübe sind ein ganz natürlicher Vorgang.
    Im Arbeitsstress auf der Zielgeraden bewirken die ausgeschütteten Stresshormone, dass der Körper anfälliger für Infekte wird. Gleichzeitig unterdrücken Cortisol und Co (immunsuppressiv) jedoch, dass sich eine adäquate Immunantwort daraufhin einstellen kann. Der Infekt dümpelt also latent vor sich hin. Sobald man dann (innerlich) zur Ruhe kommt, bricht die Erkältung gerne aus (leisure sickness). Und oft knallt es dann richtig.

    Prof. Dr. Dr. Klugscheiß empfiehlt daher ganz unverbindlich:
    STRESS!!! Entspannen können Sie sich auch noch nach dem Urlaub.
    Den gibt es übrigens rezeptlos und ganz ohne Zuzahlung….in der überquellenden Büroablage ihres Vertrauens. Fragen Sie den Chef oder die Kollegen/Kunden. Neu: Auch zum Mitnehmen. 😉

    Gefällt 2 Personen

  3. Bis zum letzten Moment im Stress bleiben, dass man gar keine Gelegenheit hat, an etwas anderes zu denken, etwas dazwischen kommen zu lassen.
    Und dann wacht man in der früh auf …… „Huch, heute wollen wir ja wegfahren“ …… und dann schnell paar Sachen packen und los gehts 😉

    Gefällt 3 Personen

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