Anfängerfehler

Als Frischling in der Hundehaltung mache ich noch jede Menge Anfängerfehler. Und ich scheine zudem bei jedem Winseln und Bellen meines Hundes zu meinen, es fehle ihm an etwas. Dumm nur, wenn der Hund so klug ist, dass er das schamlos ausnutzt. Und noch dümmer, wenn ich Neuling das manchmal ziemlich lange nicht merke. Da fragt sich dann jeweils, wer hier wen erzieht und ob ich womöglich hin und wieder von meinem Vierbeiner ganz schön verarscht werde.

Da tut es mir immer saugut, wenn ich geübte Hundehalter treffe, die mit ihren Vierbeinern auch so ihre Problemchen haben. Dann fühle ich mich nicht ganz so dämlich. Und so war es heute. Ich habe mich – nach unzähligen Monaten – endlich mal wieder mit einer alten Kollegin getroffen, um mit unseren Hunden spazieren zu gehen … und um zu tratschen und herzhaft zu lachen.

Klein Ellie hat mit dem Schwanz gewedelt wie wild als sie entdeckte, dass im heranfahrenden Auto ein Artgenosse sitzt. Sie will nämlich mit allem spielen, was bellen kann. Dumm nur, dass nicht alles was bellt, auch mit Ellie spielen will. Da sprang also aus besagten Kofferraum eine wunderschöne und kuschelwuschlige Bergamasker-Hündin, die mit lautem Gebell kurz mal erklärte, dass Spielen nicht so ihr Ding sei. Ellie hat zwar aus voller Kehle zurückgebellt, aber neben einem Bergdamasker klingt Ellie’s Bellen eher wie ein Mäusepiepen. Die Tatsache, dass die grosse Hündin noch viel frecher war, als die kleine Ellie – ja das hat Ellie doch ganz schön verwirrt. Normalerweise ist sie nämlich die frechste Dame im Hundezoo. Es hat sie sogar so verwirrt, dass sie fast den ganzen Spaziergang lang bei mir Fuss lief. Und die Bergamaskerdame machte Zickzack-Wege und Stockspiele für sich alleine.

Das Frauchen der hübschen Hündin erzählte mir, was ihr Vierbeiner so alles anstellt. Und diese Geschichten taten mir so gut – ich fühlte mich nicht mehr ganz so alleine mit dem Quatsch, den unsere Minihündin anstellt. Ich meine: Die Amaskerdame hat vor ein paar Tagen in einem unbewachten Moment die Spaghettis aus der Pfanne auf der Küchenabdeckung gefischt und verspiesen. Dabei hat sie es sogar geschafft, dass die Pfanne oben bleibt und nur die Spaghettis in ihrem Bauch verschwanden. Und die Milchschokolade vom Küchentisch hat sie tags zuvor auch geholt – und dabei hat sie doch ziemliche Kratzspuren auf dem Holztisch hinterlassen. „Dafür scheisst sie nun Weihnachtskugeln“, meinte ihr Frauchen lachend. Wie gut, dass Ellie zu klein ist, um auf die Küchenablage zu kommen, sonst ginge es uns bestimmt genauso.

Ja, und zum Thema Gehorsam habe ich die beste Erklärung ever gehört. Die hübsche Hundedame denkt nämlich nur so jedes zweite oder dritte mal daran, auf „komm her“, „sitz“ oder „bleib“ zu hören. Und „aus“ ignoriert sie konsequent. Auf meine Frage, ob denn der Hund niemals erzogen wurde, meinte das Frauchen lachend: „Doooooch, klar, aber sie ist eben zweisprachig. Daher kann es schon mal zu Verwirrungen kommen. Sie gehorcht normalerweise eigentlich schon.“ Aha!! Zweisprachig! Dann habe ich jetzt also die Erklärung bei Ellie. Sie kommt schliesslich aus dem Tierheim – dreimal umplatziert. Bestimmt hatte sie fremdsprachige Familien und ist dreisprachig. Deswegen gehorcht sie auch nicht immer. Logisch! Dass ich auch nicht schon eher darauf gekommen bin.

44 Gedanken zu „Anfängerfehler

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  2. Ich frag mich auch manchmal, wenn ich solche Päarchen spazieren gehen sehe, WER denn hier nun mit WEM spazieren geht 🙂
    Zudem sind manche Hunde sehr intelligent: In meiner letzten Partnerschaft, war eine Hündin Mitglied der Familie. Sie war ein „Mamakind“. Und das ging soweit, dass sie Stellung nahm pünktlich wenn Frauchen arbeit aus hatte. Man wusste dann genau, Frauchen wird in etwa 15 Minuten auftauchen. Und das lief völlig unabhängig davon, WANN Frauchen aus hatte. Also auch dann, Überstunden anstanden.

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  3. Also die Blumenfee meldet sich jetzt auch noch mal zu Wort… glaubt mir wenn ich eins kann dann laufen. Auf jeder Art von Schuh in jedem Gelände, mit Kleinkind, Oma, Hackenporsche… es brauchte einen Hundetrainer in mehr als zwei Sitzungen, der mir das richtige Timing und das Gehen mit Hund beigebracht hat… 😉

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  4. Schlaue Antwort von Hundebesitzern auf die Frage : „Hört ihr Hund?“
    „Ja, er reagiert nur nicht“ oder
    „Ja, ich weiß bloß nicht auf welches Wort“

    Ich weiß eigentlich gar nicht, warum ich heute hier schreibe. Ich muß mich wahrscheinlich ablenken von dem Verlust unserer dreizehneinhalbjährigen lieben Hündin, die heute nach kurzer schwerer Krankheit bei uns daheim gestorben ist. Es waren wirklich nur ein paar Tage.. seit Samstag..als ein Tumor an der Leber und noch etwas anderes im Bauch diagnostiziert wurde.
    Sie bekam noch Infusionen, Schmerzmittel u.s.w. und das alte Herzchen hat heute aufgegeben.
    Ich bin dankbar, daß ihr in dem Alter OP’s oder ähnliches erspart geblieben sind.
    Und dankbar über unser manchmal stures Mäuse- und hasenjagendes Hundi. Sie kam natürlich nie zurück wenn ich sie gerufen habe, erst wenn sie selbst zu fertig war um weiter zu laufen!!
    Trotzdem hatten wir nie irgendwelche ernsten Probleme und sie war zu allen Menschen und Artgenossen lieb.
    Und meinem zweijährigen Enkel werde ich morgen, wenn er zu mir kommt sagen, daß sie spazieren gegangen ist. Wie soll man das sonst einem kleinen Kind erklären?
    Er wird sie schneller vergessen als wir!

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    • Oh nein! Das tut mir ja so unendlich leid. Hab grad Tränen in den Augen – ich darf gar nicht dran denken, wie Du Dich jetzt fühlen musst. Nach so vielen Jahren…traurig! Wie wär’s, wenn Du dem Kleinen sagst, dass sie über den Regenbogen in den Himmel spaziert ist und nun dort bleibt. Nicht, dass er jedesmal fragt, ob sie schon zurück ist. Kinder sind nämlich zwar klein, aber nicht doof. Im Gegenteil. Es tut mir so leid mit Deinem Hund und ich ziehe den Hut, dass Du hier noch schreiben mochtest! 🙂 Drücker!

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    • Kleine bis mittlere Mengen an Milch(!)schokolade sind weniger problematisch. Erst recht bei größeren Hunden.
      Eine unnötige Aufnahme sollte dennoch vermieden werden.

      Besonders beachten muss man jedoch die dunkle Schokolade mit ihrem höheren Kakaoanteil und entsprechend hohem Theobromingehalt.
      Hunden (u.a.) mangelt es an entsprechender Enzymausstattung, um das Alkaloid abzubauen, weshalb die Halbwertszeit höher ist…sprich die Wirkzeit im Körper.
      Gerade kleine Rassen sind stark gefährdet, was das Verhältnis der aufgenommenen Menge zur Körpermasse angeht. Hier richtet ein gleichgroßes Stück Schokolade mehr Schaden an, als bei großwüchsigeren Artgenossen (rasse- und zuchtbedingte Eigenheiten mal außenvor lassend). Was hilft ist die sofort unter tierärztlicher Aufsicht eingeleitete Emesis, solange der Hund noch bei Bewusstsein(!) ist und keine andere Kontraindikation dagegenspricht.

      Zuweilen macht nicht der Schokoladenweihnachtsmann an sich die Probleme, sondern die Aluverpackung drumherum.

      Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Aber in Panik verfallen muss man nicht in jedem Fall.
      Am besten immer alles schön wegräumen…oder selber aufessen. 😉

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  5. Ich komme aus Spanien, genauer aus Andalusien. Nach nunmehr fast zwei Jahren Deutschland verstehe ich die deutsche Sprache eigentlich recht gut, aber bei mir kommt es immer wieder auf die jeweilige Situation an, ob ich höre. Oft bin ich so sehr in Gedanken vertieft, dass ich nichts mehr mitkriege. Oder gedankenverloren, was zum selben Ergebnis führt. Oder gedankenlos. Dito. Nur ein Befehl reißt mich regelmäßig zurück in die Realität: „Leckerchen!“

    LG Nacho

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    • Das ist sehr begrüßenswert.

      Zu oft sieht man heillos überforderte oder lediglich prestigesuchende Halter, denen es teilweise nicht in den Schädel geht, dass das AUCH Lebewesen sind, die umsorgt und vor allem auch erzogen und beschäftigt werden wollen…das gilt genauso für den „Handtaschenhund“.

      Ich wünsche mir, dass dieser Hundeführerschein auch in weiteren Bundesländern Éinzug hält.
      Fragt sich irgendwann nur, wer das überprüfen soll…es werden zwar Gesetze geschaffen, aber an das benötigte Personal denkt man oft gar nicht oder zu spät.

      Eigentlich müsste jeder potentielle Tierhalter von selbst auf die Idee kommen, sich Wissen über seinen anvertrauten Zögling anzueignen. Eigentlich.

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