Rauchverbot neu interpretiert

Der Göttergatte und ich haben mit unserem Vierbeiner einen Mittagsmarsch gemacht. Das hat den Vorteil, dass man auf halbem Weg zum Mittagessen in einem Landgasthöfchen einkehren kann. Eine kleine Gaststätte, welche vor allem im Sommer gut besucht ist. Im Winter eher karg und leer, aber das hinderte uns nicht daran, dort einzukehren.

Im Inneren empfing uns eine düstere Stimmung (Lampen alle dunkel – Stromrechnung nicht bezahlt?) und eine männliche Bedienung, die in Sachen Freundlichkeit grossen Nachholbedarf hat. Das laute „Hallo“ glich im Tonfall eher einem „Müsst ihr jetzt hier auch noch reinschneien?“. Und beim Bestellen des Essens hatten wir fast das Gefühl, uns entschuldigen zu müssen, dass wir Hunger hatten. Beim Servieren des Essens zogen wir beide den Kopf ein – es hätte locker sein können, dass wir unsere Mittagessen auf dem Schoss serviert bekommen … derart unmotiviert und unfreundlich hat uns selten jemand die Teller vor die Nase geschmissen.

Ich habe meinem Göttergatten geflüstert: „Also wenn das Essen so schlecht ist wie die Bedienung, dann prost!“ Es war aber nicht übel. Im Gegensatz zur männlichen Jungbedienung, der sich nun mit lautem Gezeter über schlechte Angestellte und mangelnde Motivation (hä?) genau VOR dem Rauchverbotsschild eine Zigarette anzündete. Ich dachte erst, ich sähe schlecht. Dann stupste ich den Göttergatten an und fragte: „Siehst Du das auch, oder spinne ich jetzt?“ Er: „Nein, ich seh’s. Das müsste man fotografieren.“ Wir waren nicht die einzigen, welche am Essen waren. Das interssierte den lauten und unfreundlichen Jüngling aber keine Bohne – er rauchte genüsslich IM Restaurant, während die Gäste nach draussen in die Kälte gingen, um zu rauchen. Und weil ich ja bekanntlich nie die Klappe halten kann, wollte ich doch gerne wissen, wie das sein kann.

Ich: „Ich hätte da mal eine persönliche Frage.“ Er: „Ja!?“ (dabei schrie er mich fast ein bisschen an….). Ich: „Ihre Gäste gehen nach draussen um zu rauchen. Sie zünden sich aber unverdrossen vor dem Rauchverbotsschild ihre Kippe an, ohne Rücksicht auf die anderen Gäste. Hat das einen Grund?“ Er: „Ja, mir ist es zu kalt draussen. Ich habe keine Lust zu frieren.“ Aha! Logisch! Da hätt ich auch selber drauf kommen können. Ich meine: Rauchverbote gelten schliesslich nur im Sommer. Im Winter kann man diese getrost unter den Teppich kehren. Gesetze werden ohnehin total überbewertet. Und die gelten auch nicht für alle. Für unfreundliche Bedienungen gelten sie nicht!

22 Gedanken zu „Rauchverbot neu interpretiert

  1. Ich bin normalerweise ein sehr friedlicher Mensch, und schau mir die Dinge lange an. Wenn mir Gleiches widerfahren würde, würde ich ihn spätestens dann, wenn er da zu rauchen anfängt, vor die Alternative stellen, entweder aufzuhören oder er könne das Essen selber essen, weil sein Rauchen unzumutbar. Wenn er sich dann weigert, würde ich aufstehen und gehen.

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  2. Den hätte ich die Zigarette von retrograd inhalieren lassen!

    Da ich aber ein friedliebender Mensch ohne sadistische Gedanken bin, hätte ich wahrscheinlich stillschweigend mein Essen zu mir genommen, hätte mir das Trinkgeld gespart (mit einer Randbemerkung) und wäre auf Nimmerwiedersehen entschwunden. Ganz ohne Verletzte. 😉

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