Langschläfer

Ich gehöre zu jener Spezies, welche morgens nicht sehr gerne aufstehen, bevor es nicht wirklich richtig hell ist. Im Winter heisst das, dass alles was vor 8 Uhr ist, eigentlich noch zur Nacht gehört. Und am Wochenende ist alles zu früh, was vor 9 Uhr ist. Ja – und schon habe ich das Problem: Wie erkläre ich das meinem Hund?

Ellie ist extrem schlau und lernfähig – sie kapiert schnell. Am schnellsten kapiert sie, wie man das Frauchen an der Nase herumführt. Ich würde meinen Vierbeiner schon nicht mehr hergeben und wir lernen jeden Tag viel Neues. Ich trainiere mit ihr Gehorsam, Spiel und Kommandos und jeden Tag sind wir in der Natur unterwegs. Funktioniert alles bestens, bis auf das Ding mit dem Aufstehen. Wenn sich Ellie nämlich langweilt, ist für sie Tagwache angesagt. Und sie ist unendlich hartnäckig. Ich finde es aber absolut nicht witzig, im Winter um 6 Uhr morgens, wenn es noch stockdunkel ist, im Pyjama rauszutappen und mit der Hundedame Pipi zu machen. Weil ich aber eine unwissende Hundemama bin (war), dachte ich natürlich, das Hündchen müsse dringend raus und habe vermutlich auch noch Hunger. Also habe ich sie dämlicherweise sogar morgens um 6 Uhr gefüttert. Bis mir meine Hundefreunde gesagt haben, dass klein Ellie mich ganz schön veräppelt – und das ich bedeutend härter werden muss, wenn ich nicht von der Hundedame erzogen werden will.

Und so habe ich die letzten Tage beschlossen, die ersten Weckversuche von Ellie mit einem lauten „psst“ abzuwürgen! Zudem gehen wir nun zwar so um halb acht kurz Pipi, aber dann gehe ich wieder zurück in die Federn und ignoriere ihr freudiges Schwanzwedeln (was nicht ganz einfach ist). Der irritierte Blick von Ellie ist echt zum Niederknien und ich muss mir das Lachen doch sehr verkneifen. Aber selbst wenn ich nicht mehr schlafen kann, so muss die kleine Dame lernen, dass sie sich an MEINEN Rhytmus anzupassen hat – und nicht andersrum!

Heute hat mir ein Hundeprofi im Training gesagt: „Du hast ein viel zu grosses Herz – lass Dich bloss nicht von Deinem Hund zum Sklaven machen.“ Ja, das hat mir doch sehr zu denken gegeben. Und so habe ich nun beschlossen, dass mein Hund ein Langschläfer werden muss. Wie ich das hinbekomme? Keine Ahnung! Aber ich arbeite daran. Es soll nämlich tatsächlich Hunde geben, die Morgenmuffel sind. Also bringen wir das auch hin.

Notiz an mich: „Hund zum Morgenmuffel machen!“

42 Gedanken zu „Langschläfer

  1. Ich bin auch alles andere als der geborene Frühaufsteher, aber am Montag und Dienstag klingeln mehrere Wecker unbarmherzig um 5.30. Uhr . An diesen Tagen ernte ich von der Dackeldame nur mitleidige Blicke, die sich dann genüsslich umdreht und weiterschläft :mrgreen: .

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    • Ellie meldet nie, wenn sie raus muss! Ich habe das gefälligst zu merken und….nein, es liegt nicht daran. Ich habe das schon getestet – weil ich das auch dachte. Und bin rausgedüst (in der Früh) und die Kleine wollte nur spielen. Nix Pipi … rumhüpfen und zum Spiel auffordern. Nene Du, so geht das nicht! Inzwischen habe ich sie schon auf halb acht eingestellt. So langsam fängt sie an zu begreifen, wie der Hase läuft! 🙂

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  2. Ich hab meine Mitbewohner immer geliebt, egal ob Hund oder Katze.
    Und auch wenn’s schwer fiel, so habe ich derlei, was du beschreibst immer ignoriert, frei nach dem Motto: Erst komme ich, und dann kommt der Hund/die Katze, und nicht andersrum.
    Und nach einer Weile haben das alle kapiert. Wichtig war immer, irgendwelche Anwandlungen tierischerseits konsequent zu ignorieren (auch optisch), und artiges Verhalten hinterher mit Leckerli honorieren.

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  3. Vielleicht doch andersrum? Stell dir all die Würmer vor, die du als früher Vogel fangen würdest? 😉 Als erfahrene Hundehalterin muss ich allerdings sagen: Sie haben alle recht: Hunde kann man durchaus dazu bringen, morgens auszuharren. Eindeutige Zeichen setzen… jedes Zögern wird genutzt vom Vierbeiner, die eigenen Wünsche durchzusetzen. Drum: Selbst wenn ich früh aufwache und sogar aufstehe. Raus gehe ich nie vor dem Zeitpunkt, den ich für mich als regelmässig machbar erachte. Wer nun denkt, ich sei gnadenlos: Mein Hund fordert mich nie auf. Würde er es tun, ginge ich. Ich muss immer ihn auffordern (wobei es reicht, die Leine in die Hand zu nehmen, dann kommt er angerannt).

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  4. Bei Katzen stellt sich das Problem nicht: Die nehmen einen und irgendwelche Erziehungsversuche sowieso nicht ernst. 😉

    Unsere alte Dame (17) ist der Ansicht, dass man ganz besonders im Winter fast täglich überprüfen muss, ob der Sportplatz nicht über nach verschwunden ist. Den kann man aber nur sehen, wenn die Läden vor dem betreffenden Fenster geöffnet sind, bzw. wenn es um die Zeit, zu der die Überprüfung bevorzugt stattzufinden hat (meist so zwischen 4 und 6) Winter und kein Mond am Himmel ist, kann man ihn überhaupt nicht sehen. Das ist ihr aber egal, sie muss das regelmäßig überprüfen. Nach erfolgter Prüfung legt sie sich gern aber nochmal zu meiner Frau auf’s Bett und schläft noch eine Runde mit.

    Problem: Wir sind ebenfalls eher Eulen als Lerchen, und es fällt mir schwer genug, wenn ich aus irgenwelchen für mich existenziellen Gründen früh raus muss, die Kontrollbedürfnisse der Katze zähle ich nicht unbedingt dazu, was sie wiedrum wohl anders sieht.

    Hinzu kommt, dass sie allmählich ganz leichte Anzeichen von beginnender Demenz zeigt, was sich in ausgeprägterem Schreien äußert, wenn ihr irgendwas nicht passt.

    Nun, wir haben die bisherigen 17 Jahre bei leidlicher Gesundheit ihrerseits hinter uns gebracht, da muss es eben den Rest ihrer Zeit auch mit den Einschränkungen des Katzengreisenalters gehen.

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