Reisen versus schwache Blase…

Ich bin kein grosser Reisefan – das ist allgemein bekannt. Was ich aber sehr gerne mache, sind Tagesausflüge oder Städtereisen. Dazu gehört natürlich auch die regelmässige Reise zum Tochterkind nach Hamburg. Dumm nur, dass meine Harnblase noch viel weniger gerne reist, als ich. Leiden müssen darunter in der Regel meine Begleitpersonen – was in den meisten Fällen mein Göttergatte betrifft.

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr – bevor ihr das Haus verlasst – zum Gefühl 20-sten mal aufs Klo rennt, damit die Blase aber auch sicher leer ist? Schon alleine das ist mühsam. Kaum steige ich aber aus dem Auto aus, drückt die Blase schon wieder. Tapfer wird zugeklemmt – um dann im Zug nach einer Minute loszujammern, dass ich dringend Pipi muss.

„Du warst doch gerade noch!“
„Das weiss ich auch, aber ich muss schon wieder – vermutlich ist jetzt der Morgenkaffee in der Blase angekommen.“
„Na dann musst Du wohl auf die Zugtoilette.“
„Wäh, nein, wie eklig. Ich versuche auszuharren bis zum Flughafen.“

Ich brauche wohl nicht extra zu betonen, dass meine Begleitung dann bestimmt 100 mal hören muss, dass ich echt dringend mal Pipi müsste. Am Flughafen düse ich also zur ersten Toilette, die übrigens auch nicht weniger „wäh“ ist, aber wenigstens rüttelt sie nicht (so wie die Zugtoiletten). Gefühlte 10 Liter leichter geht es weiter zur Gepäckaufgabe und ins nächstgelegene Kaffee. Ja, richtig: Weil ich mal Pipi muss. Wir trinken natürlich aber auch einen Kaffee, bevor es dann durch die Sicherheitskontrolle in Richtung Abfluggate geht. Habe ich schon erwähnt, dass es auf dem Weg dorthin zum Glück auch noch eine Toilette hat. Schliesslich will der Kaffee von vor 20 Minuten auch wieder raus. Der Göttergatte sagt dazu schon lange nichts mehr.

Im Flugzeug – kaum hingesetzt – flüstere ich: „Ich müsste mal Pipi.“ Jetzt gilt es auszuharren, bis der Vogel in der Luft ist, um dann in die winzige Flugzeugtoilette zu düsen. Ich frage mich immer, ob die Flugzeugtoiletten von mageren Gestellen getestet wurden. Also mein Allerwertester (nicht Mann, sondern Popo) hat dort kaum Platz drin…
Nach der Landung, beim Gepäckband, hat es übrigens auch Toiletten. Ich weiss das, weil ich dort schliesslich auch sofort hin muss. Und so geht das Trauerspiel weiter – und zwar nicht nur beim Reisen, sondern auch bei Ausflügen, Spaziergängen, Konzerten oder wo auch immer. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich Wanderungen nicht ausstehen kann! Es hat keine Toiletten in den Wäldern und auf den Bergen. Und NEIN, ich kann nicht open air pinkeln – beim letzten Versuch habe ich mir die Schuhe vollgepieselt! Igitt! 😦

42 Gedanken zu „Reisen versus schwache Blase…

  1. Oh, schön das es nicht nur mir so geht… man müsste meinen bei meiner imposanten Größe hätte ich vielleicht auch eine XXL-Blase bekommen aber nein. Und seit einer Bauch-OP ist es noch schlimmer geworden. Und die Hölle ist es wenn ich meine Kompressionsstrümpfe eine weile nichtmehr anhatte und dann anziehe. Neulich hab ich vor extremstem müssen-müssen sogar auf einem Wanderparkplatz gemacht, direkt neben dem Auto alles-ist-besser-als-in-die-Hose, es war aber auch morgens um 5, also kein Mensch unterwegs. Und zum Glück ohne verpieselei.

    Reizdarm hab ich zum Glück hinter mich gebracht und hab zumindest das Problem nichtmehr :-/

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  2. Blasentechnisch geht das ja noch. Bei diversen (aufgezwungenen, insbesondere Jobcenter-Terminen) ist bei mir Reizdarmalarm angesagt. Aus diesem Grunde muß ich immer eine Tasche mitnehmen, in die … Nun ja, Du wirst es Dir vorstellen können.

    Meine Empfehlung bei Gängen durch (deutsche) Städte: Krankenhäuser und Friedhöfe (letztere haben recht häufig recht gut gepflegte Toiletten, aber nicht in Dörfern).

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  3. Ging mir mal ähnlich bei ’nem Konzert von Herbert Grönemeyer im Züricher Hallenstadion….wir ganz vorne bei der Security….direkt am Zaun….nur wenige Meter von Häbät entfernt….yeeeeeah…..hinter uns hunderte johlende, mittanzende Fans….ich auch…..bis auf das mir nach der guten Hälfte des Konzerts auffiel das Häbät zwar ganz nah…..aber die Toiletten ganz ganz weit weg hinter der johlenden Menge waren….tja…..

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