Shitstorm

Ständig hört man das Wort Shitstorm irgendwo. Ich habe letzthin überlegt, was dieses Wort eigentlich bedeutet. Scheissesturm! Igitt! Man stelle sich mal vor, der wunderschöne Winterschneesturm wäre anstatt mit Schnee mit Scheisse. Oh weia – das wäre eine ganz schön hässliche Geschichte. Diese Sauerei und der Gestank, nicht auszudenken! Aber vielleicht heisst das Phänomen deshalb Shitstorm!? Wegen der Auswirkungen?

Ein Shitstorm ist bekanntlich eine Lawine an negativen Kommentaren auf eine Person oder deren Haltung im Netz. Am meisten davon betroffen ist in der Regel Facebook, Twitter und Co. Wenn also jemand eine Äusserung kund tut, welche heikel ist und den Lesern nicht passt, dann kann er damit einen üblen Shitstorm auslösen. Und wenn es sich dabei noch um einen Promi handelt, dann ist ein Shitstorm noch viel schneller am Start. Da reicht schon ein falsches Wort in einem Satz und die Lawine rollt unaufhaltsam. Nicht selten müssen deswegen ganze Profile gleich gelöscht werden, weil die Schimpftiraden dann ein Ausmass annehmen, welches unerträglich sein kann.

Früher gab es dieses Phänomen auch schon, nur nannte man es nicht Shitstorm, sondern Hetzjagd. Und es fand nicht auf den sozialen Netzwerken mit Kommentaren statt (denn diese gab es noch nicht), sondern mit Intrigen, Schmäh, Verleumdungen und „Steine in Nachbars Garten“ schmeissen. Oder mit Sprayereien an die Hauswand der Betroffenen. Ja, irgendwie war der Shitstorm von heute die Spraydose von früher – oder so ähnlich.

Es ist beängstigend, wie sehr sich mit den sozialen Netzwerken die mutigen Klappenaufreisser vermehrt haben. Früher war das in diesem Ausmass nicht möglich, denn man musste noch selber hinstehen. Und da verliess die meisten dann doch der Mut. In die Tasten hauen ist eben halt doch viel einfacher. Ziemliche Warmduscher, diese Shitstormer … oder Shitstürmer … oder wie auch immer!

23 Gedanken zu „Shitstorm

  1. Im letzten Absatz hast du es auf den Punkt gebracht: Dieses Phänomen gibt es nur deshalb, weil die Feiglinge der Nation sich anonym äussern können. Die Sprayer früherer Zeiten haben das auch so gemacht: Anonym was hingesprüht.
    In dem Moment, in dem man zu seiner Meinung stehen muss, so ganz persönlich, ist es vorbei damit. Mal abgesehen davon, dass ein Mensch, der auch nur ein Fünkchen Niveau hat, auf sowas verzichtet und sich gesittet im Rahmen einer Diskussion mit jemandem auseinandersetzt.
    Es ist gutes demokratisches Verhalten, Meinungen gegeneinander zu setzen, die Meinung des anderen gelten zu lassen, und bei Meinungsverschiedenheiten das Ganze auszudiskutiere. Manche suchen gute Argumente in der untersten Schublade.

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  2. Daran sieht man nur mal wieder, was diese Digitalisierung mit den Menschen anrichtet. Was soll man auch erwarten von Menschen, die es nicht mal mehr schaffen, ihr Smartphone wenigstens während des Essens in einem Restaurant für ein paar Minuten beiseite zu legen. Wenn selbst dem realen Gegenüber kein Respekt mehr entgegengebracht wird, gibt es kaum Hindernisse für den anonymen Shitstorm im Internet. Wahrscheinlich hilft den Betroffenen da wirklich nur, es irgendwie zu ignorieren. Oder man macht es wie diverse Prominente und lässt den „Shitstürmern“ einfach eine nette Antwort zukommen. Über YouTube hatte ich kürzlich „Disslike“ entdeckt. Da sind einige gute Reaktionen bei.

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  3. Wenn ein Landwirt mit seinem Güllefass die Gülle verteilt, ist das dann auch ein shitstorm?
    Aber jetzt mal ernsthaft. Im Internet anonym bleibend Hasstiraden zu verteilen ist einfach. Es jemandem ins Gesicht zu sagen, dass man ihn oder seine Meinung echt scheiße findet, ist da schon schwieriger. Besonders, weil man dann mit einer sofortigen Reaktion rechnen muss.

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    • Pöbeln kann jeder, insbesondere in der Anonymität.
      Auch wenn es sich doch einmal einer traut, jemandem die unverblümte Meinung direkt ins Gesicht zu geigen, ist dabei noch niemandem geholfen.
      Das Angesicht mag ein Hindernis sein, aber es ist überwindbar.

      Was jedoch nicht so leicht zu überwinden (und zu verwinden) ist, ist die Tatsache, dass es viele Menschen verlernt haben zu diskutieren. Sachlich. Oberhalb der Gürtellinie.
      Mit Verlaub: Dies entspräche einer wirklichen Glanztat.

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      • Manchmal ist eine ehrliche Meinung, die man gesagt bekommt, sehr hilfreich, um z.B. einen Fehler einzusehen oder seine eigene Meinung noch einmal zu überdenken. Aber man sollte die Kritik möglichst in wohlwollende Worte fassen. Schließlich möchte man selbst auch respektvoll behandelt werden.

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      • Genau.
        Man darf nicht unnötig um den heißen Brei herumreden, weil sonst ganz schnell die eigentliche Absicht hinter den mahnenden Worten in den Hintergrund gerät.
        Manche Menschen brauchen klare Ansagen, welche aber von anderen wiederum als zu hart empfunden werden könnten.

        Kritik ist ein Drahtseilakt, doch sie muss gesagt werden. Respektvoll und auf Augenhöhe.

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  4. wenn ig aber öpperem säge : i wirfe dr de e stri i garte ….. so meine i c h etwas zuliebe tun und später danke sagen… aber villicht isch das nume bi mir so

    tröime vo dene …zweee pullis !
    ha drfür zweeee hüet z wirhnachte übercho….
    lä lä lä

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