Schietwetter

Wer kennt dieses Wort? Die Norddeutschen bestimmt alle – für die anderen: Es heisst nichts anderes als „Scheisswetter“! Und klingen tut es so lustig, wenn man in Hamburg landet, es in Strömen regnet und der Taxifahrer trocken meint: „Typisches Hamburger Schietwetter halt, gell!“ Ja, meine liebe Hansestadt ist im Sommer tatsächlich einfacher zu lieben, als im Winter. Und ausgerechnet ich sage das, wo ich doch eigentlich ein Wintermensch bin. Aber in der Hansestadt ist es im Winter einfach nur zappenduster. Ja, auch tagsüber. Es ist, als ob ein Wolkendeckel die Stadt unter Verschluss halten und das Licht fernhalten würde. Den ganzen Tag über hat man das Gefühl, dass es gleich wieder einnachtet und alles ist grau in grau. Ganz abgesehen von der Nässe, die Hamburg in dieser Zeit auch nicht gerade gemütlich macht.

Mir ist inzwischen auch klar, warum die Hamburger diese lustigen knallgelben Regenmäntel tragen. Das bringt wenigstens ein bisschen Farbe und Licht in den grauen Winteralltag. Und gefütterte Gummistiefel sind in der Hansestadt auch nicht die schlechteste Idee.

Also ich bin mir ja den typischen dicken Winternebel vom schweizer Jurasüdfuss gewohnt. Aus diesem kann man aber auf die Berge an die Sonne entfliehen. In der Hansestadt gibt es nichts, wohin man dem Grau entfliehen könnte. Wolken hier und Wolken da – Wolken einfach überall. Da gibt es kein Entkommen. Wie gut, wenn man sich da ein schönes Zuhause herrichten darf, wo man mit Kerzen und Lampen ein bisschen Gemütlichkeit herzaubern kann. Aber das Sonnenlicht ersetzt es halt trotzdem nicht – und die Seele braucht die Sonne hin und wieder schon, sonst wird man … so … träge und müde.

Ich staune, dass die Hanseaten ihre gute Laune behalten haben, trotz der vielen grauen Tage. Es wird einfach gelacht, Schietwetter hin oder her … und das ist gut so!! 🙂

50 Gedanken zu „Schietwetter

  1. Liebe Modepraline,
    für Sonne kann man mal eben unter die Sonnenbank…aber so richtig ans Wasser kannste eben nur hier (ich mein – für südlicher wohnende Mitleser – richtiges Wasser, also wo man das Ende nicht sieht 😉 ).
    Liebe Grüße bei einsetzendem Schneefall *yeaaaahhh* aus dem hohen Norden
    Andrea

    Gefällt 2 Personen

  2. Der Hamburger wartet einfach ab. Der Hamburger weiß, es gibt kein schlechtes Wetter, man muss nur lange genug warten… 😉 Die Hamburger kennen aber noch mehr solch lustiger Ausdrücke. Man sagt z.B. auch gern: „Na, mien seuten Schietbüdel“. Das ist frech aber lieb gemeint – also in Form eines Kosewortes. Wo hingegen „Du olle Quarkbüdel“ nicht nett gemeint ist. Hört sich aber alles niedlich an, oder 😉
    Moin Moin
    Susanne

    Gefällt 4 Personen

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