Wenn ein Seestern verschwindet

Als Bloggerin habe ich nicht nur Menschen, die meine Geschichten lesen – ich lese auch sehr gerne die Geschichten der anderen. Vom ersten Tag an im Netz hatte ich eine treue Leserin, die einen Blog hat, auf welchem sie in regelmässigen Abständen über sich, ihr Leben und ihre fiese Krankheit Krebs berichtete. Eine tapfere, junge Frau mit einer Familie (Mann und zwei Jungs). Da ihr Markenzeichen beim Blog ein Seestern war, habe ich immer ihre Likes auf meinem Blog gesehen – und sie hat regelmässig kommentiert. Leider hat sich im Verlauf der Monate und Jahre ihre Krankheit wortwörtlich durch ihren Körper gefressen und ihre Freundin hat die letzten Wochen in regelmässigen Abständen auf ihrem Blog berichtet, wie es um den Zustand der Lieben steht.

Ich weiss nicht so recht, ob abzusehen war, dass es nicht mehr lange dauern würde. Aber ich gehe mal davon aus, dass das Ende sehr nahe war. Ich habe diese Frau niemals persönlich kennengelernt (wie die meisten Blogger/innen), aber irgendwie wird man sich durch seine regelmässigen Geschichten halt trotzdem vertraut und fühlt mit – sehr sogar. Ich habe immer gestaunt, wie tapfer die Gute war und wie optimistisch sie immer wieder jede Diagnose weggesteckt hat.

Als ich nun durch ihre Freundin erfahren habe, dass sie vor 2 Tagen in den Armen ihres Mannes für immer eingeschlafen ist, war ich traurig. Ja, man kann auch traurig über den Verlust von jemandem sein, den man persönlich niemals kennengelernt hat. Ich glaube, dass wir Blogger/innen sogar oft sehr viel mehr Persönliches von uns preisgeben, als dies die Menschen sonst im Alltag tun. Deshalb kommt man sich durch die Texte oft sehr nah. Und es tut mir unendlich leid, weil ich den Seestern nun nie wieder bei meinen Kommentaren haben werde.

Liebe Babs, wo auch immer Du nun sein magst – ich bin mir sicher, dass Du bei uns Bloggern einen festen Platz behalten wirst. Und Deinen drei Männern wünsche ich unendlich viel Kraft!

30 Gedanken zu „Wenn ein Seestern verschwindet

  1. Da ich ja nicht so lange lebe, wie ihr Menschen, nutze ich jeden Tag voll aus, genieße die Zeit mit meinen Dosis und lache häufig über die netten, liebenswerten und teilweise auch skurrilen Geschichten der Modepraline und ihrer Mitschreiberinnen. Und dem Seestern rufen wir mit Trude Herr hinterher: Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier, es hat seinen Platz immer bei dir.

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  2. Ja, die geistigen Verbindungen sind auch für mich durch das Bloggen deutlicher spürbar. Dann rüttelt das Sterben eines lieben Menschen etwas wach. Mein Mitgefühl ist bei dir, allen Traurigen und dem Seestern, der die Wahl getroffen hat zu „gehen“.

    Wir entdecken erst rückblickend, das gerade der Tod neues Leben mit sich bringt, wo zuvor Erstarrung und Stillstand herrschte. Vielleicht wäre dem Seestern unter anderen Voraussetzungen auch „bleiben“ möglich gewesen, wir wissen es nicht.

    Weil so viele Menschen vor sich hin krebsen, ist Sibylle Siebers Erfahrung mit Krebs ein Beispiel dafür, was ein liebevoller Umgang mit der Krebs-Diagnose bewirken kann.

    Zu lesen ist der Bericht hier: http://kristallmensch.net/krebs-oder-krebs.html

    lg Marion

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  3. Allemal traurig deine Geschichte von dieser Babs. Die sog. neuen Medien bringen uns einfach auch mit Fremden Menschen näher, als wir ahnen.. Themen und Ansichten werden geteilt, oder eben nicht. Der allgegenwärtige Kommentierzwang.. man liest Dinge von denen man noch nie gehört hat. Erhält Anregungen und Tipps und gibt auch etwas von sich Preis. Partiell.. eben..
    Nah und doch fern. Persönlich und annonym, gerade wie es einem passt.
    Ein sorgsamer Umgang ist angesagt… immer…. mit sich und auch mit den anderen..Auch wenn sich die Ebenen manchmal verschieben und man ganz in eine Geschichte hineingezogen wird… das ganz reale Leben ist doch immer noch da draussen ..
    liebe Grüsse
    S.

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  4. Gerade in der letzten Zeit habe ich von drei mir seit langen Jahren bekannten Bloggerinnen erfahren, daß sie sehr krank sind, eine andere ist verstorben. Auch wenn ich nur noch wenig Zeit habe um andere Blogs zu besuchen, bin ich schon sehr traurig solche Nachrichten zu lesen. Sie alle sind mir über Jahre nahe gewesen, wenn auch nur durchs Bloggen…
    LG, Petra
    LG, Petra

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