Hundetrainerin

Meine Güte, Leute – ich werde sowas von erzogen … mehr geht gar nicht! Ich gehe durch eine echt harte Schule. Eigentlich hatte ich ja die Hundetrainerin engagiert, um meinem Hund beizubringen, dass er nachts schlafen soll. Dumm nur, dass die Hundetrainerin der Meinung ist, dass das Problem eigentlich bei mir liegt. Zu wenig konseuqent, zu wenig ernst, zu wenig dominant. Und all das, obwohl ich immer dachte, ich wäre Misses Perfect.

Das Schlimmste daran: Ich bezahle Geld dafür, dass ich mich mit fast 50 Jahren noch erziehen lassen muss. Hilfe! Wie gut, dass ich mich mit der Trainerin so gut verstehe, sonst würde ich es ihr vermutlich übel nehmen. Ich meine, Sätze wie:

„Stell Dich gerade hin – Deine Körperhaltung ist zu wenig dominant.“
„Setz Dich mal durch, auch wenn es bedeutet, dass Du laut werden musst!“
„Die kleine Motte verarscht Dich, und Du merkst es nicht.“
„Du bist doch eine gestandene Frau, also zeig der Kleinen, wo es lang geht, los.“

…ja, das sind Sätze, die mir nicht jeder einfach so sagen dürfte. Und ich finde es lustig, dass die Hauptarbeit eines Hundetrainers eigentlich jene mit dem Hundehalter ist. Nicht etwa mit dem Tier – nein, mit dem Halter … oder in meinem Fall eben mit der Halterin.
Gerade kürzlich musste ich mir nämlich von der Hundetrainerin anhören: „Nun ja, ich glaube ja, dass Ellie es schon lange kapiert hat. Jetzt müssen wir es einfach noch in Deinen Schädel bringen.“ Dankeschön!

Ja, ich bezahle also Geld dafür, dass man mich regelmässig auf meine Defizite aufmerksam macht, und ich bin dankbar dafür. Ich lerne unglaublich viel über mich, meine Körpersprache und meine Zeichen, die ich unbewusst gebe. Ich bin in Sachen Erziehung einfach ein Weichei – das habe ich inzwischen definitiv kapiert. Und ja, die Hundetrainerin hat recht. Ich arbeite an meiner konsequenten und disziplinierten Linie! Und wenn ich die Veränderung bei mir und meinem Hund so anschaue, dann hat sich die Investition bereits sehr gelohnt. Hätte ich mal vor der Pubertät meiner Kinder gewusst, was eine Hundetrainerin so alles kann – ich hätte eine gebucht. 1000 mal effizienter als jede Kinderpsychologin oder Mütterberaterin!

24 Gedanken zu „Hundetrainerin

  1. Ich als Tochter der Hundetrainerin, bestätige hiermit, dass ihre (bei Hunden äusserst erfolgreichen Methoden) nicht auf vor-/ und/oder pubertäre Kinder anzuwenden ist!!
    Bringt nichts. Älebääääätsch 😛

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    • Hihihi….ihr armen Kinder habt wohl so einiges erlebt in Sachen „sitz“, „platz“, „gscht“ und dann immer 15 Sekunden warten, bevor die Schelle kommt! 🙂 Ich lach mich gerade scheckig. Vor meinem geistigen Auge sehe ich grade Deine Mama die schreit: „Olä, Ruhe oder Du bekommst in 15 Sekunden eine geknallt. Jetzt hast Du Zeit, um das zu verknüpfen!“ …..grööööööl 🙂

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      • Zu Deinem eigenen Schutz:
        Wenn jemand zu mir „Olä“ sagt, fährt meine Mama gaaanz andere Geschütze auf! Das kann sie noch weniger ausstehen als ich (und ich mag es schon nicht) 😀
        Die hat früher meine Schulkollegen in den Zwinger gesperrt, wenn sie das gewagt haben (da kannte sie diese Methoden noch nicht).
        Aber wir Frauen in der Familie zischen unsere Männer nur noch an, wenn sie ungewünschtes Verhalten an den Tag legen. Da können sich die 15 Sekunden auch gut mal etwas ausdehnen.
        Als merke: Bei Kindern wirkt es nicht. Bei Männern hingegen hervorragend!!

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