Einkaufszettel

Bekanntlich fällt mir das Schreiben leicht, sagt man. Lange Texte, kurze Texte, prosa, gereimt, Fliesstext oder Stichworte. Alles kein Thema. Aber an einem simplen Einkaufszettel scheitere ich kläglich. Mal ganz abgesehen vom Einkaufsakt an sich – der ist ohnehin ein Disaster, wenn ich es denn mal machen muss.
Beim Zettel ist es aber in der Regel so, dass ich vor dem weissen Papierchen (bewaffnet mit Kugelschreiber) am Küchentisch sitze und mich frage, was wir denn eigentlich brauchen. Kühlschrank auf – irgendwie fällt mir nichts auf, was grad fehlt. Blick in die Fruchtschale: Vielleicht Äpfel, wobei … eigentlich hab ich gar keine Lust auf Äpfel. Ein Brot, weil Brot geht immer! Also steht auf meinem Zettel jetzt schon mal Brot. Getränke? Sind glaub ich noch da – wobei ich eigentlich zu faul bin, um in den Keller zu rennen und nachzusehen. Ich gehe einfach mal davon aus, dass noch Getränke da sind. Hygieneartikel? Keiner hat bislang gemotzt, also ist vermutlich alles noch da. Zum Abendessen? Keine Idee, also gibts Spaghetti und die sind immer vorrätig im Haus.

Auch nach 10 Minuten steht auf meinem Zettel immer noch Brot. Und wisst ihr was? Nur des Brotes wegen gehe ich ganz bestimmt nicht einkaufen. Also beschliesse ich, es einfach sein zu lassen. Resultat: Abends kommt der Sohnemann als erster nach Hause und fragt: „Haben wir denn keine Brot mehr?“ Oh je, jetzt kommt das schlechte Gewissen. 10 Minuten später trifft der Göttergatte ein und fragt: „Hast Du nicht eingekauft?“ Das schlechte Gewissen macht geradezu Überschläge! Schäm….schäm….schäm….!!!
Der Göttergatte öffnet kurz den Kühlschrank, schaut in den Vorratsschrank, in die Früchteschale, zückt den Kugelschreiber, füllt einen Zettel und meint: „Ich geh dann mal kurz einkaufen.“ Logisch, klar – ist ja nicht so, dass ich das auch hätte machen können. Aber eben: Ich scheitere schon am Zettel! Total unfähig, diese Modepraline!

45 Gedanken zu „Einkaufszettel

  1. ich kann mir einen Einkaufszettel schreiben, diesen auch mitnehmen und schaffe es dennoch, nicht alles gekauft zu haben. Z.B. die Kehrichtsäcke sind der „Vergesser“ Nr. 1 bei mir, weil man diese ja nur an der Kassen bekommt.
    Wenn ich also den Einkaufszettel schön abgearbeitet habe, mein Einkaufswagen voll ist, ich an der Kasse stehe und alles schön auf’s Band lege, spätestens dann habe ich vergessen, dass ich bei der Kassiererin noch Kehrichtsäcke verlangen muss. Nun habe ich meine Supercard fix mit einem Zettel beklebt wo draufsteht KEHRICHTSÄCKE. Jetzt fragt mich die nette Frau an der Kasse jedes Mal, „brauchen Sie noch Kehrichtsäcke?“ Das funktioniert wunderbar 👍🏼☺️

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  2. Ich schreibe auch manchmal Einkaufszettel, aber im Laden sind sie dann häufig weg. Naja, was man per Hand aufschreibt, ist ja auch irgendwie im Hirn gespeichert (das hat bei den Spickzetteln in der Schule auch sehr gut funktioniert). Im Laden finde ich aber auch all die Dinge, die ich „vergessen“ hatte aufzuschreiben, soll heißen: ich muss die Sachen sehen, um zu wissen, ob ich sie brauche.

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  3. 😂 fettes Grinsegesicht hier so.., denn nun fällt mir glatt nen Thema zum schreiben ein, und wie das seit letztem Jahr bei uns so ist 😜 werde Deinen Beitrag aufgreifen, ansprechen und von unserer Art der Einkaufsliste erzählen ✌🏻️ ok für Dich?
    LG Silvia

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  4. BERND DAS BROT!!!!! ….. oder habe ich jetzt etwas mißverstanden?
    Na ja, jedenfalls fällt es mir ziemlich leicht mit dem Einkaufen. Aber ich geb’s zu, es liegt v.a. daran, dass ich allein lebe. Und zudem habe ich mein Smartphone auch zum Einkaufszettel erhoben: Immer wenn was aus ist, wird der „Zettel“ in der Standard-Notiz-App ergänzt. Und normalerweise habe ich das Smartphone, und also den Zettel, immer bei mir. Kann dann also auch mal spontan einkaufen.

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  5. Ich schreibe keine – nur in Ausnahmefällen, wenn ein besonders ausladendes neues Gericht für viele Gäste auf den Tisch kommt. Auch mir ist es immer passiert, dass der Zettel spurlos verschwand, bevor ich im Laden ankam. Und heute bleibt es bei Obst, Gemüse, Joghurt, Käse, Nudeln/Reis, Getränke, Putzzeug (für Mensch und Wohnung), Extras. Sollte ich etwas dringend brauchen – und fürchte, es zu vergessen – schreibe ich es mir auf den Handrücken: Kaffee zum Beispiel oder Klopapier…

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  6. Du bist schon lustig….der Einkaufszettel wird zur Tortur, der Beitrag ÜBER selbigen zur leichten Fingerübung. Nicht schlecht!

    Das Phänomen kommt mir aber sehr bekannt vor. Wenn ich gerade nichts zum Schreiben bei mir habe, sprudeln die Gedanken und just in dem Moment, in welchem ich mich aktiv mit der Einkaufsliste befassen möchte, herrscht zunächst betretenes Schweigen im Kopf.
    Nach und nach füllt sich zwar das Zettelchen, gelegentlich aber etwas arg zähfließend. Da hilft nur der Blick in die Bevorratung oder ins Kochbuch (Was könnte ich denn dieses Wochenende kochen wollen?). Da führt oft kein Weg daran vorbei.

    Einkaufen gehe ich aber sehr gern (es gäbe jedoch sowieso niemanden in meinem Haushalt, der es sonst erledigen könnte 😉 ).

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  7. Eine Zeit lang habe ich auf Anraten meines Gatten auch Einkaufszettel geschrieben -mit dem Ergebnis, daß diese regelmäßig noch vor dem Betreten des Ladens SPURLOS verschwunden sind. Immer! Jetzt laß ich es, kauf da ein, wo ich immer einkauf und dreh meine Routineschleifen – 1x in der Woche. Und fertig. Und was ich vergess, hab ich halt vergessen. Luxusproblem.

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  8. Hast du deinen Einkauf schon mal mit deinem Körper verbunden?
    z.B. Spaghetti – Linker Arm, Salat – Kopf, Tomaten – Augen, Basilikum – rechter Fuss, Olivenöl – rechte Hand usw.
    Du legst fest, welcher Teil des Körpers für was steht, bevor du aus dem Haus gehst. Im Laden erinnert dich dann dein Körper mit den zuvor belegten Stellen an alles, was du brauchst, während du durch die Regale schlenderst. Ade, du schnöde Zettelwirtschaft!

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