Philanthropie

Wie heisst es so schön: Man lernt nie aus. Stimmt. Ich habe gerade heute gelernt, dass Philanthropen definitiv keine Briefmarkensammler sind. Und das ist kein Witz! Ja, ihr dürft mich jetzt ausgiebig auslachen. Die mit den Briefmarken sind nämlich die Philatelisten. Aber die heissen auch echt verdammt ähnlich…

Ich komme eigentlich nur darauf, weil ich von jemandem für eine Lesung angefragt wurde, der einer Vereinigung von Philanthropen vorsteht. Und als ich dann noch gehört habe, dass die Philanthropie aus dem Griechischen kommt und für menschenfreundliches Denken und Verhalten steht, habe ich verzweifelt versucht, mich mitsamt meinem Lachkrampf wieder aus dem Fettnapf zu befreien. Hilfe! Es gibt Gruppierungen, welche sich auf die Fahne schreiben, sich durch menschenfreundliches Denken und Verhalten auszuzeichnen. Irgendwie ist das ein halbes Jahrhundert an mir vorbeigegangen. Eine richtig fette Bildungslücke in meinem Lebenslauf. Asche auf mein Haupt.

Ich kann mir das nur so erklären, dass es für mich ohnehin schon durch die Erziehung meiner Eltern klar ist, dass man sich menschenfreundlich verhält und auch so denkt. Schliesslich sind wir ja alles Menschen. Und vermutlich ist es noch viel komischer für mich, dass es Vereinigungen solcher Gleichgesinnter gibt, weil ich in den letzten Jahren sehr wenig von diesem Denken spüre. Der Grundgedanke dieser Gruppierungen, welcher aus alten Zeiten überliefert wurde, ist ja eigentlich ein unglaublich guter. Man hilft sich gegenseitig (auch ausserhalb der Familie) und unterstützt einander. Man steht für einander ein und wer mehr hat, gibt jenen die weniger haben etwas ab. Total einfach. Logisch! Funktioniert heute aber in der Realität irgendwie nicht mehr. Jeder möchte selber am meisten haben – keiner gönnt dem anderen was und der Gartenzaun wird möglichst so hoch gezogen, dass der Nachbar bloss nicht rübersehen kann. Das klingt nun sehr extrem, aber so fühlt sich die Welt doch manchmal an.

Wie wäre es, wenn sich alle Philanthropen dieser Welt zusammentun und den Neidern, Miesmachern, Hetzern und Böswilligen den Garaus machen würden. Ich wäre also sofort dabei!

16 Gedanken zu „Philanthropie

  1. Bevor ich den vorletzten Absatz gelesen hatte, dachte ich mir so ….. „wieso braucht es solche Gruppierungen überhaupt, denn das sollte doch ein Grundbedürfnis eines jeden sein, also sind die doch überflüssig wie ein Kropf“.
    Aber du hast schon recht …. in der heutigen Zeit ist so ein Gedanke des Helfens und füreinander da sein notwendiger denn je.
    Und ich bilde mir ein, dass ich dazugehöre, zu den Menschen, die Derartiges wollen.

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