Der kleine Unterschied

Kennt ihr den Unterschied zwischen einem verregneten und trüben Tag in meiner geliebten Hansestadt oder einem ebenso tristen Tag zu Hause in der Schweiz? Also nässetechnisch gibt es eigentlich keinen Unterschied. Verhaltenstechnisch aber schon. Zu Hause, in den Schweizer Gefilden sind dies nämlich jene Tage, an welchen mir einfällt, dass ich noch…

…die Zahlungen machen kann…

…die Wäsche schon mal in die Waschküche bringe…

…gleich mit Waschen anfangen könnte…

…die Schränke endlich mal wieder ausmisten muss…

…die 20 Mails endlich beantworte kann, die schon lange in der Warteschlaufe hängen…

…die Betten auch gleich mal frisch beziehen könnte…

…die Hunde- und Katzendecken mal auswechseln und waschen sollte…

…die Schuhe entsprechend der neuen Saison umräumen muss…

um mich dann um 22 Uhr zu fragen, warum ich eigentlich keine Minute vor der Glotze gelegen und die Beine gestreckt habe.

In Hamburg läuft das anders. Hier geniesse ich das Zuhause beim Tochterkind, chille, strecke die Beine hoch, sitze an meinem Laptop, lümmle auf der Couch rum, gehe zum Asiaten lecker essen und mache nichts, was „man so machen müsste“, weil es eben einfach die selbst auferlegten Aufgaben hier nicht gibt. Ist doch prima, oder? Klar muss man hier auch mal staubsaugen, die Betten frisch beziehen und putzen. Aber es fühlt sich anders an. Irgendwie nicht so stressig. Da trickst mich mein Gehirn wohl ziemlich aus. Staubsaugen finde ich nämlich niemals toll – aber irgendwie fühlt es sich in Hamburg töller (Achtung, neue Steigerungsform) an. Und auch das Waschen der Bettwäsche und das Beziehen der Betten ist in Hamburg nicht gleich anstrengend, wie in der Schweiz. Vollkommener Blödsinn, ich weiss – aber es ist so!

Nun habe ich mir überlegt, ob es wohl etwas nützen würde, ein bisschen Hanseluft in eine Plastiktüte zu verpacken, vakumieren zu lassen und zu Hause in den heimischen vier Wänden wieder in die Freiheit zu entlassen. Ob sich dann das Gefühl zu Hause auch einstellen würde, dass alles viel leichter geht? Ihr braucht darauf nicht zu antworten – ich kenne die Antwort selber! Natürlich nicht – leider! Denn im heimischen Alltagsleben sind nunmal täglich noch tausend Dinge, welche die Leichtigkeit des Seins schwieriger machen. Deswegen ist es eben der Alltag.

Ich bin froh, dass ich das Privileg habe, hin und wieder diesem Alltag entfliehen zu können. Da wird sogar der Staubsauger noch mein Freund! Gerade wenn in Hamburg Schietwetter angesagt ist!

7 Gedanken zu „Der kleine Unterschied

  1. Das freut mich sehr das Ihr Euch „Zwei Welten“ geschaffen habt….Hamburg wird vermutlich immer mit Urlaub, raus aus dem Alltag verknüpft sein…..und das ist gut so….kein Wunder in dieser knuffigen Stadt, die so viel Charme besitzt…. 🙂

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