Unerwünschtes Verhalten ignorieren

Alle Hundehalter-/innen werden den Satz im Titel wohl erkennen: Unerwünschtes Verhalten ignorieren – lernt man im Hunde ABC. Bei der Erziehung der pelzigen Vierbeiner lernt man, wie man sie konditioniert, korrigiert oder bei Wiederholungen von unerwünschten Verhaltentsweisen diese eben einfach ignoriert. Keine Reaktion soll für den Hund bedeuten: „Nicht interessant, bringt nichts, also lass ich es sein.“

Liebe Hundeversteher, dazu kann ich nur sagen: Dann kennt ihr meine Ellie nicht. Sie tut fast alles, was ich von ihr verlange. Sie gehorcht aufs Wort – und sie hasst die Devise des Ignorieres. Das macht sie richtig aufsässig. Drum nun meine Gretchenfrage(n):

Wie ignoriere ich einen Hund, der wie wild auf mir rumhampelt, um mich aus dem Bett zu bekommen?
Wie ignoriere ich die Fellnase, wenn sie mich stundenlang anstarrt, um mir zu demonstrieren, dass sie mit dem Ruhemodus nicht einverstanden ist.
Wieviele Stolperer muss ich ignorieren, wenn mein Hund mir ständig vor den Füssen liegt.
Wieviele zärtliche Kratzspuren im Gesicht soll ich ignorieren, wenn die kleine Motte mich unermüdlich mit der Pfote zum Spielen auffordern will, während ich gerne liegen möchte.

Also ich lache mich regelmässig scheckig, wenn ich den Satz wieder höre. Ausser morgens um fünf, wenn klein Ellie findet, so eine Runde spielen und rumhampeln wäre nun cool – dann lache ich nicht mehr … aber da ignoriere ich auch nicht mehr. Im Gegenteil! Da zische ich gewaltig sauer: „Hau ab oder ich steck Dich in den Mixer!“ Dann klappt sie die Ohren runter und verschwindet für zwei Minuten. Und weil Hunde ja bekanntlich kein Zeitgefühl haben, taucht sie dann sofort wieder auf um weiterzufahren. So nach dem Motto: „Ist jetzt die Zeit, um zu spielen?!“ Klaaaaar, schliesslich ist es dann auch schon fünf nach fünf Uhr morgens….absolut die richtige Zeit zum Spielen. Ich liebe meine Ellie – aber das mit dem Ignorieren scheint bei ihr nicht wirklich zu funktionieren!

21 Gedanken zu „Unerwünschtes Verhalten ignorieren

  1. Bis jetzt bin ich mit dem Mix zwischen ignorieren und Ansage schon ganz gut gefahren bei meinen Hundis. Nur ignorieren langt bei meinen nicht.
    Beim Schlafen zu stören wagt sich meine nicht (mehr), da bin ich auch echt eigen. Nur im „Notfall“ eben, aber das ist ja auch okay. Das hat mich aber auch einige Zeit konsequentes Wegschicken – samt erst Drohen dann Schmollen ihrerseits – gekostet, da sie bei den Vorbesitzern scheinbar mit ins Bett durfte. Naja, dort hatte sie anscheinend eh gemacht, was sie wollte, deshalb kamen die ja auch nicht mehr mit ihr um… :/
    Mit dem Mixer habe ich meiner noch nicht gedroht, dafür wäre sie auch deeeeutlich zu groß, aber auch schon mal mit Enterben und Heim und Schlafen im Hühnerstall. Meinem Riesenhund ist nämlich unwohl im Dunklem….

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  2. „Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Watzlawick). Mein Hund liest meine Körpersprache sehr gut, und jedes krampfhafte Ignorieren meinerseits würde er sofort durchschauen 😉
    Wenn ich mit was echt nicht einverstanden bin, zeige ich das *fair* und situationsangemessen. Seit Welpe an war das Erlernen der Beißhemmung, Unterlassen von Anspringen, Betteln usw. kein Thema.

    Ist mir aber was nicht wichtig und droht weder mir, dem Hund oder anderen Menschen durch sein Verhalten Schaden oder Gefahr, dann kann ich auch ruhig „Ignorieren“.

    Was lernt der Hund, wenn man krampfhaft was ignoriert? Ich zeige ihm lieber, was er stattdessen besser machen kann. Authentisch und fair reagieren, meine Devise 🙂 LG, Kiki mit Eddie

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    • Jap, das sehe ich eigentlich auch so … mit Ellie läuft es so auch besser! Aber das Ignorieren hat schon auch seinen guten Grund…gerade, wenn man von einem Hund dauernd „verfolgt“ wird, weil er keine Sekunde alleine sein möchte…

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  3. Ich habe ein 15 Wochen altes Knubbelchen im Bett. Schläft auch schon seit der ersten Woche durch.. Nur wenn er mal muss, weckt er mich. Was ja total super ist! Soll ja so!
    Heute Nacht um 03.30 Uhr wurde ich durch die Mission „Mamis Nase abbeissen“ unsanft geweckt. Ist mir lieber als die Mission „Mami guck mal, ich kann Pipi machen im Bett“
    Ich also aufgestanden, Knubbel in den Garten gesetzt gewartet bis Knubbel sein Geschäft verrichtet hat und zurück ins Bett… Normalerweise klappt das gut.
    Aaaber nicht heute Nacht. Kaum wieder im Bett startete Knubbels neue Mission die da hiess „Mamas Nacken ablecken bis ich auch Gold stosse“
    Nach 10minütigem Ignorieren hab ich mich umgedreht und mit einem „hei!! Knubbi lass das!!“ kommentiert.
    Er hat mich angeschaut, legte seinen Kopf schief und biss mir in Slowmo in die Nase (ohne den Augenkontakt abzubrechen)
    Wie lange ignoriert man das?
    🙂

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