Frauchen hat schlechte Nerven

Die Modepraline und ihre Hündin Ellie – eine symbiotische Verbindung. Man könnte es auch „Affenliebe“ nennen, obwohl kein Affe im Spiel ist. Aber ich lese Ellie und Ellie liest mich. Und nun habe ich in meiner Neuzeit als Hundehalterin nach 10 Monaten die erste negative Erfahrung gemacht: Ellie wurde von einem Artgenossen gebissen und musste genäht werden.

Bestimmt denkt ihr nun alle: „Arme Ellie – wie es ihr wohl geht?“ Ich kann euch zum Glück sagen, dass Ellie dieses Erlebnis offensichtlich gut weggesteckt hat. Kein Zittern, keine Angst und – wie es scheint – auch keine wahnsinnigen Schmerzen, denn sie hat sich einfach NICHTS anmerken lassen. Nicht einmal, als sie genäht werden musste von der lustigen Frau Tierarzt mit ihrem Walliser Bauernfraukopftuch (welches lediglich dem Zweck dient, beim Operieren die Haare nicht im Gesicht zu haben). Echt Leute – Ellie ist der Hammer!

Und ich? Ich bin offenbar eine absolut hyper-ober-über-mega-hysterische Hundemama, die heult wie ein Schlosshund, wenn ihrem Vierbeiner etwas zustösst. Prima! Sehr souverän, das liebe Frauchen. Bestimmt muss Ellie gedacht haben, jemand habe mir einen Arm abgebissen, so hysterisch wie ich reagiert habe. Vermutlich hat Ellie nämlich gar nicht begriffen, warum Frauchen so ausflippt – schliesslich hatte sie kein Problem mit der Situation. Frauchen aber schon. Wie eine Löwenmama habe ich meinem Fellknäuel mit völlig übertriebenen Liebkosungen helfen wollen und habe dabei noch die Tränenschleusen geöffnet, als ob Monsun wäre. Was lernt das Fellnknäuel daraus? Nichts, ausser dass Frauchen keine grosse Hilfe ist, wenn sie selber neben der Spur läuft.

Bei fremden Tieren sind Verletzungen für mich kein Problem. Ich funktioniere wie ein Rädchen und tue genau, was man nach Lehrbuch tun sollte. Geht es um mein eigenes Tier, schaltet mein rationales Gehirn auf OFF und mein Hysteriezentrum auf ON. Alles rundherum wird in diesem Moment für mich zum Feindbild – ich reagiere mit Ablehnung und bin sauer über die ganze Welt. Warum eigentlich?

Tiere sind und bleiben Tiere – jede Situation kann kippen und man kann nie mit 100%-er Sicherheit sagen, ob aus Spiel nicht plötzlich Kampf wird. Ja, und die nicht mehr ganz junge Modepraline weiss das zwar, tickt aber aus, wenn es ums eigene Tier geht.

Fazit meines ersten negativen Hundeerlebnisses:
. Hunde sind Tiere und bleiben Tiere.
. Keine Situation gleicht der anderen und es kann immer etwas passieren.
. Ruhe bewahren ist immer die beste Reaktion, egal was geschehen ist.
. Der Halter hat die Verantwortung für sein Tier.
. Kein Halter kann für sein Tier eine 100%-e Garantie abgeben, die gibt es nicht.
. Mit Hysterie und übertriebenem Betüdeln nützt man dem Tier nichts.

Und auch wenn mir meine kleine Ellie im Moment unglaublich leid tut und ich mich ohrfeigen könnte, dass ich das „geschehen liess“, so hat Ellie offenbar mit ihrem getackerten Rücken kein Problem und hüpft munter umher. Jetzt muss nur noch das Frauchen lernen, wie man damit umgeht … man lernt eben nie aus!

 

3 Gedanken zu „Frauchen hat schlechte Nerven

  1. Jeder Tag hat so seine Uberraschungen….positiv wie negativ. Zum Glück überwiegen die Positiven.
    Ellie wird sicher in Zukunft einen Bogen um den „übermütigen“ Hundfreiwillig einschlagen!.
    Bei Timmi jedenfalls ist es so! Memoriy!

    Gefällt 1 Person

    • Nun ja, es war ein bisschen eine besondere Situation – von daher konnte Ellie nicht ausweichen und ich glaube auch nicht, dass sie ein Trauma davonträgt – auch wenn die Wunde richtig gfürchig aussieht. Ich erzähl Dir mehr auf unserem nächsten Spaziergang! 🙂

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