Reblog – Dicke haben es schwer…

..und zwar nicht nur auf der Waage! Laut diversen Erhebungen und Statistiken haben Dicke es generell im Leben schwerer – sei es im Job, beim Dating oder beim Shopping. Ganz egal wo, irgendwie scheinen Dicke immer ein bisschen am Rand zu leben. Ich kapiere bis heute nicht, warum um das Gewicht immer so ein Tamtam gemacht wird. Solange die Körperfülle nicht krank macht, sollte sie in meinen Augen schlicht und einfach kein Thema sein. Selbstverständlich sehe ich das anders, wenn sich körperliche Probleme einstellen. Aber ansonsten: Warum dieses Theater?

Wenn sich zwei Menschen gleichen Alters und mit identischen Ausbildungen um einen Job bewerben, ist es offenbar in 99 % der Fälle so, dass der schlanke Mensch den Zuschlag bekommt. Warum das so ist, kann kein Mensch so genau sagen. Nicht selten wird aber die Körperfülle mit Faulheit, undiszipliniertem Verhalten oder gar Ungepflegtsein in Verbindung gebracht. Totaler Quatsch, wie ich finde. Ich kenne runde Menschen, die eine super Ausstrahlung haben, gepflegter sind als manche Bohnenstange und sehr diszipliniert leben. Einfach die Sache mit dem Essen und dem Verstoffwechseln klappt halt nicht bei allen gleich. Aber deswegen jemanden degradieren – das finde ich total übertrieben.

Leider ist es auch beim Dating so, dass Dicke es schwerer haben, einen Partner zu finden. Die Schlanken (Männlein oder Weiblein) haben da oft bessere Karten, auch wenn die rundere Version möglicherweise genauso nett, gebildet und witzig wäre. Leider bekommen Dicke oft gar nicht erst die Chance, ihren Charme unter Beweis zu stellen. Sie fallen vorher aus dem Raster der typischen Beute.

Ja, und beim Shopping kapitulieren Dicke oft schon nach dem ersten Geschäft. Und das kann ich erst noch verstehen. Was cool ist, gibts nur bis Grösse 42 – ab da hängen dann vor allem Blusen mit Omablümchen oder Wallewalleumhänge, wie man sie nicht mal zum Fasching tragen möchte. Was zum Geier ist so schwierig daran, eine richtig coole Jeans in Grösse 50 zu machen? Müssen diese Hosen immer aussehen, als ob sie vom letzten Jahrhundert wären und anstelle eines vernünftigen Bundes haben sie dann erst noch einen Gummizug. Toll! Welche junge Frau (und ja, auch da gibt es solche Grössen) möchte eine Gummizughose à la Uroma? Oder was ist falsch an einer coolen Jeansjacke in dieser Grössenordnung? Keine Chance, es sei denn, man möchte eine, die hängt wie ein Sack und auch genauso aussieht.

Irgenwie wird in unserer Gesellschaft dick immer mit behindert verwechselt – dabei sind die meisten Dicken weniger bekloppt, als die Körnchen- und Salatblättchenknabberer. Schiesslich ist Essen auch Spass und Genuss. Also bitte: Solange die Gesundheit nicht leidet, sollte das Gewicht KEIN Thema sein. Ich habe fertig!!!

43 Gedanken zu „Reblog – Dicke haben es schwer…

  1. Ahhh, ihr sprecht mir aus der Seele. Ich bin 54 und Mutter und Oma und ich kleide mich ganz geschickt..also um den Mittleren Ring (Stau) ..wie ich das nenne.. etwas weitere Stoffe und ich habe die Schnauze voll von Diäten. Ich bin zum Glück in einem Alter wo man das Ganze nicht entgleisen lassen sollte, aber auch nicht mehr einem Ideal hinterherrennen muss, das man nur mit eiserner Disziplin erreicht!
    Nein ich mag nicht mehr..Punkt..
    Aber die Jungen, die fit sind und halt nicht Gr.32 tragen tun mir echt leid, daß sie wegen etwas Molligkeit diskriminiert werden.
    Schade, daß immer noch so auf Äußerlichkeiten Wert gelegt wird.

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  2. und solches wurde erst in letzter Zeit ein Thema für mich…eben wegen dem Stoffwechseln und nat¨rlich Frustfressen – ab und zu… Jahre zuvor nannte man mich eine Bohnenstange. Ha! Das ergab eine ganz neue Herausforderung im Alter…wer hätte das gedacht? Und so kam es, dass ich zumeist in Wallendem daher schreite. Ein Walliser Bub, welcher mich drei, vier Jahre nicht mehr gesehen hatte, brachte es auf den Punkt: „Ui, du hescht dich aber grossmächtig veränderitä— 😀

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    • Hihihi…grossmächtig! Der ist gut!!! 🙂 🙂 Ja, das mit den Wechseljahren kenne ich leider nur zu gut. Ich habe mich in den Wechseljahren von der 38 zur 42 gewechselt … plus 10 Kilo! Und weil es manchmal einfacher ist, ein Wallewalleoberteil überzuschmeissen, als ein gut sitzendes in meiner Grösse zu suchen, mache ich das auch immer öfter…! 🙂

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  3. Ist das so?
    Ich habe in meinem Freundeskreis von-bis alles dabei, wenn ich mal genauer drüber nachdenke. Ich kann mich nicht entsinnen, jemals Klagen deswegen gehört zu haben, weder Jobtechnisch, Männerauswahl oder sonst im Alltagsgeschehen und wir sprechen eigentlich sehr offen über Gewicht und Diäten usw. Wir leben aber auch alle gern, essen & trinken viel gemeinsam, gehen zusammen an den Strand – kennen also die jeweiligen Körper.

    Mir ist grundsätzlich egal, wieviel Gewicht oder welche Körperform jemand hat, ich sehe das nicht einmal bewusst. Eher sind mir fröhliche Menschen mit etichen Kilos mehr deutlich lieber als die verkniffenen Size-0 Schönheiten. Mag aber eventuell daran liegen, dass ich durch meine damals durch Krankheit sehr dicke Nachbarin damit aufgewachsen bin und weiß, dass nicht jeder etwas dafür kann und trotzdem ein enorm toller Mensch sein kann, der sich immer gut kleidet und gepflegt ist.

    Gepflegt ist, glaube ich, das Zauberwort in diesem Thema. Zu oft sehe ich auch dicke Menschen, die dann nicht so wirken. Wenn zur Körperfülle noch dreckige Haare und Klamotten kommen, dann sehe auch ich das als unangenehm an.

    Recht gebe ich Dir mit der Kleidung. Das ist eine Katastrophe. Dabei hatte ich in meinen „dicken“ Zeiten nur 42/44. Aber da eine Jeans zu finden, die nicht von vorneherein schon sackartig aussieht ist schlichtweg unmöglich. Und das lag nicht nur an meinem Hinterteil. 😉 Es wirkt als ob sich die Hersteller ab Größe 40 keine Mühe mehr geben.

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    • Es wirkt nicht nur so, es ist so. Jenseits der 40 bist Du definitiv im modischen Niemandsland. Und wenn dann die 40 noch einer 40 entsprechen würde, dann wäre das ja prima. Tut sie aber in der Regel nicht. Alles ist viel zu klein ausgemessen. Das machen die männlichen Designer so. Ich bin selber auch eine 40/42 und habe inzwischen die grösste Mühe, einen schön sitzenden Blazer zu finden, der nicht hängt wie ein Kartoffelsack – der aber auch nicht Wurst in Pelle aus mir macht.
      Mit einem hast Du absolut recht: Gepflegt ist das Zauberwort! Aber bestimmt haben viele Dicke resigniert, weil sie einfach nichts schönes für sich finden. Da müssen sie sich ja beim ganzen Rest auch nicht mehr bemühen, bringt ja eh nix. Das könnte vielleicht sein…

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  4. Grundsätzlich stimme ich dir zu. Dick sein ist gesellschaftlich weniger anerkannt, allerdings kommt man hier schnell ins pauschalisieren. An dem Spruch „Du bist was du isst“ ist sicher auch was dran. Ich gehöre selbst zu den wohlgenährten Frauen. Probleme im job oder der liebe hatte ich deswegen allerdings nie.
    Ich glaube die Kombination aus dick sein und sich gehen lassen ist das veheerende. Erst kürzlich habe ich einen dicken mann auf der Straße gesehen, kaputtes und dreckiges weißes shirt und kippe im Mund. Furchtbar.
    Wo ich dir absolut zustimme ist die klamottenfrage. Wenn man nicht jedes mal tausend Geld ausgeben möchte gibts oft echt nur mist! Marktlücke?

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    • Ich habe mal versucht, mit einem schönen Geschäft für Anschlussgrössen (ab 42) diese Lücke zu schliessen. Kläglich gescheitert! Die runden Frauen wollen lieber im Katalog bestellen (oder online), weil sie keine Lust haben, sich in der Kabine umzuziehen und die Sachen zu probieren. Diese Erfahrung haben wir gemacht, leider…

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      • Oh, das kann ich mir gut vorstellen. Wenn ich mich so gut ausgeleuchtet im Spiegel sehe, ist der Frust nicht weit 😀
        Das tut mir leid, dass es nicht geklappt hat mit dem Geschäft.

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