Peinlich!

Das Tochterkind, Elliehund und ich gingen kürzlich gemeinsam spazieren. Idyllisch, so wie man sich das eben vorstellt. In der Natur, zufrieden – ohne Makeup, ohne Firlefanz und … ohne Brieftasche.

Völlig unspektaktulär, wenn das Tochterkind und ich nach ausgiebigem Fussmarsch nicht auf einmal ein grosses Hüngerchen verpürt hätten. Zurück im Auto meinte das Tochterkind total vernünftig:

„Wie gut, dass wir keine Brieftasche dabei haben, sonst würden wir jetzt nämlich durch den Drive-in von Mc Donald’s fahren und das macht ohnehin nur dick.“

Recht hatte sie. Und das wäre auch um einiges glaubwürdiger rübergekommen, wenn sie nicht gleichzeitig wie eine Irre angefangen hätte, das Auto nach Geld abzusuchen.

„Ich habe wirklich kein Geld mitgenommen“, erklärte ich fast entschuldigend, obwohl mein Magen auch knurrte.

„Irgendwo hast Du bestimmt ein paar Franken, die sich gut versteckt haben“, erwiderte sie, und suchte tapfer weiter. Mit Erfolg! Im Getränkehalter meines Wagens hatten sich tatsächlich 14 Franken in kleinen Münzen versteckt. Kleingeld, welches ich manchmal nach dem Einkaufen aus dem Einkaufswagen dort reinschmeisse.

„Pha, das reicht locker!“ freute sich das Tochterkind und wir steuerten los in Richtung Mc Donald’s. Und weil wir ja nicht egoistisch sein wollten, fragten wir auch noch den Sohnemann, ob wir ihm etwas mitbringen könnten. Glücklicherweise wollte er nur ein Eiscrème.

Eingefädelt in der Mc Donald’s Einkaufsstrasse trötete ich in die Gegensprechanlage:

„Zwei Hamburger, ein 6-er Nuggets und ein Sundae natur bitte.“ Gemäss der Berechnung meines Tochterkindes musste unser Geld dafür ausreichen. Dummerweise erschien auf dem Bildschirm der Betrag von CHF 14.70. Wir schauten einander entsetzt an und überlegten, was wir nun machen sollten. 70 Rappen zu wenig sind nunmal 70 Rappen zu wenig. Wie peinlich! Beim nächsten Fenster, wo wir den Betrag bezahlen sollten, fragte ich mit Piepsstimme:

„Entschuldigen Sie, gibt es die Nuggets auch in einer kleineren Variante?“
„Ja, es gibt auch 4-er Portionen.“
„Dann nehme ich die 4-er Portion, das reicht“, erwiderte ich erleichtert. Ich war mir sicher, dass man die Steine hören konnte, die von meinem Herz runterrollten.
„Dann möchten Sie jetzt also 2 Cheeseburger, ein 4-er Nuggets und ein Sundae?“ wiederholte die Frau Mc Donald’s.
„Nein, keine Cheeseburger! Hamburger!“ kreischte ich fast ein bisschen entsetzt.
„Okay, das macht dann 12 Franken und 10 Rappen.“

Oh Menno! Hätte die Gute also von Anfang an richtig zugehört und nicht etwas getippt, was gar nicht stimmte, dann hätte das Tochterkind absolut recht gehabt. Das Geld hätte gereicht und wir hätten nicht in Panik ausbrechen und auf 4 Nuggets zurückkrebsen müssen. Ob der Tag wohl irgendwann kommen wird, an welchem ich im Mc Donald’s einmal das bekomme, was ich bestellt habe? Ich glaube nicht! Selber schuld – hätten wir mal besser zu Hause einen gesunden Apfel gegessen!

8 Gedanken zu „Peinlich!

  1. In der Armlehne meines Autos liegt lediglich ein einziger, einsamer Euro zum Zwecke der Einkaufswagenokkupierung.

    Der führt mich defintiv nicht in Versuchung! 🙂

    Ansonsten bin ich auch für den „gesunden Apfel“ zu Hause. Ein Steak, oder so… 😉

    Weil wir gerade beim Thema „Essen“ sind:
    Im Kühlschrank warten noch oberleckere Himbeeren auf mich! Bin dann mal weg…

    Gefällt 1 Person

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