Anliegen in animalischer Sache

Ich bin für eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. www.kastrationspflicht.ch

Seit ich an der Tierfront arbeite, bekomme ich täglich mit was passiert, wenn sich Leute Tiere anschaffen, ohne an die Kosten und die Verantwortung zu denken. Wer sich Katzen anschafft, muss daran denken, dass es alleine mit dem Abholen des neuen Mitbewohners nicht getan ist. Die Samtpfoten brauchen Impfungen, Chip, regelmässige Checks, Futter, Spielzeug, Katzenkorb und – wenn es Freigänger sind – eine Kastration.

Falls nun ein Raunen durch die Tierschützerreihen geht: Echte und bedachte Tierschützer wissen, dass nur so verhindert werden kann, dass jährlich unzählige Katzenbabys entweder totgeschlagen oder ausgesetzt werden. Ich erlebe das in meinem Berufsalltag im Tierheim leider aktuell gerade beinahe täglich. Wir erhalten Katzenbabys am laufenden Band. Viele werden per Zufall in irgendwelchen Heuschobern oder in verlassenen Gemäuern gefunden und sind wild. Andere sind derart handzahm, dass wir annehmen müssen, dass man sie ausgesetzt hat. Nun ja – die Kleinen versursachen natürlich Mehrkosten, welche die Besitzer der Kätzinnen oft nicht tragen wollen oder können. Da wir betreuungs- und platztechnisch in diesem Sommer mit Katzenbabys in unserem Tierheim total am Limit sind (und es werden täglich mehr), hat mein Tochterkind 5 der kleinen Findlinge mit nach Hause genommen, um sie gross zu ziehen. Bis zur Vermittlung müssen die Kleinen nämlich so einiges lernen. Fressen, aufs Kistchen gehen, trinken, Geräusche, Gefahren, Menschenhände, putzen – alles Dinge, die sie eigentlich bei der Katzenmama lernen sollten. Da sie aber im Tierheim landen, müssen wir diese Rolle übernehmen. Und das ist beim Katzenboom in diesem Jahr beinahe nicht zu stemmen.

Wir sind froh, dass wir Helfer/innen haben, welche die kleinen Samtpfoten  mit viel Geduld, Zeit und Liebe grossziehen, damit wir sie dann in neue und gute Zuhause vermitteln können. Aber es wäre um einiges einfacher, wenn es gar nicht soweit käme. Würden alle Katzenhalter ihrer Pflicht nachkommen, und bei Freigängerkatzen die Kastration machen lassen, so würden nicht unzählige Katzenbabys täglich irgendwo gefunden. (Und das sind nur jene, die gefunden und gerettet werden – jene, die der Fuchs holt oder die sogar von den Haltern getötet werden, sind da noch nicht mitgerechnet.)

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So werden die Kleinen regelmässig bei uns abgegeben – und wir haben dann mindestens noch 6 bis 8 Wochen Aufzieharbeit, in der Hoffnung, dass sie es überstehen und wir für alle ein Plätzchen finden. Drum – bitte liebe Katzenhalter, übernehmt Verantwortung und lasst die Freigängerkatzen kastrieren.

12 Gedanken zu „Anliegen in animalischer Sache

  1. Diese Petition habe ich noch so gerne unterzeichnet!!!! Ich finde es ein absolutes MUSS, dass die Freigänger und v.a. die Bauernhofkatzen kastriert werden.
    Hier ein interessanter Link von NetAP dazu.
    http://www.netap.ch/images/Downloads/100000-Katzentoetungen_Zahlen_201400910-Berechnumg-NetAP.pdf
    Auf der letzten Seite ist eine Statistik, wie viele Katzen es (theoretisch) von einer Kätzin in einer Zeitspanne von 10 Jahren geben könnte!!!

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  2. Ich verstehs nicht, dass Menschen so sein können. Überhaupt die Babys der Mutter wegnehmen, viel zu früh… wenn nicht _noch_ schlimmeres… Vielen Dank an alle, die sich für Tiere einsetzen – ohne euch gäbe es keine Tierheime. Schlimm genug, dass es so etwas überhaupt geben _muss_ 😦

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  3. Unbedingt notwendig, ja!

    Andererseits wäre ein Umdenken vonnöten….ich bin mir sicher das sich mehr neue Hunde- oder Katzenbesitzer finden würden wenn das finanzielle nicht das Riesenthema wäre.

    Ich z.B. habe genügend Zeit und Erfahrung für ein Tier, scheitere aber allein schon beim durchrechnen der monatlichen Kosten an dem Projekt, was mir schon seit vielen Jahren ein Herzensanliegen ist.

    Wünschenswert wäre ein Pool wo Menschen sich begegnen können, die gemeinsam Synergieeffekte schaffen. Ich bin sicher das es genügend wohlhabende Menschen gibt die bereit sind sich passiv an der Tierhaltung zu beteiligen.

    So wäre vielen geholfen….dem Menschen der sinnvoll Gutes tun kann…dem Menschen der dem Tier ein liebevolles, neues Zuhause geben mag ( und dem es womöglich auch gut tut für etwas da sein zu können ) und dem Tier, dem somit ( weiteres ) Leid erspart bleibt….

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      • Ich habe weder zu Institutionen die Tiere betreuen / pflegen Connection noch kenne ich viele Leut.

        Ich denke da ist jemand gefragt der in der Öffentlichkeit steht, im besten Falle noch politisch unterwegs ist, der viele Leut kennt die wieder jemanden kennen etc.

        Denn allein Menschen zu finden die sich engagieren ist schwer genug wenn man niemanden kennt….aber damit allein ist es nicht getan….

        Denn zeitgleich müssten Pläne ausgearbeitet werden wie man so etwas vertraglich festhält….einfach nur per Handschlag zu besiegeln „Ich finanziere ihren neuen Hund mit ??? Franken / Euro monatlich“ wäre blauäugig….

        D.h. es gebräuchte Rechtsanwälte, die so einen Vertragstext prüfen und und und….

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      • Ob’s jetzt sooo ’ne Menge Arbeit wäre sei dahin gestellt….aber Arbeit wäre es, ja 😉 mit den richtigen Menschen zur Seite ganz sicher machbar, denn es ist ja somit auch einfacher im Namen einer Institution nach Menschen zu suchen….mit Flyern, Aufrufen etc.

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