Das falsche Ohr

Pha – und ich dachte, ich sei ein Kommunikationsprofi – pha … da kann ich selber nur noch lachen. Ich bin heute durchwegs auf dem falschen Ohr durch den Tag gegangen. Irgendwie war meine Empfangswelle nicht dieselbe, wie die Welle der Sender. Und so entstehen eben Missverständnisse.

Als erstes hat ein liebes Teammitglied an meinem teilzeitlichen Arbeitsplatz mir erzählt, dass sie mal von einem „älteren“ Mann gestalkt wurde.

„Der war bestimmt etwa 40 Jahre alt.“

Danke, meine Liebe – dann werde ich mich mit meinen 49 Jahren nun im Altersheim anmelden, oder gleich in der Antiquitätenabteilung eines Trödlers. Die Tatsache, dass sie es nicht so gemeint habe, machte es irgendwie auch nicht besser.
Und dann kommt der liebste aller Lieblingschefs und verkündet, dass er nächste Woche endlich mal ein paar Tage Urlaub mache. Auf die Frage, wie es im Team in dieser Zeit laufen soll, trommelt er kurz alle zusammen und verkündet, dass ich im Empfang an den Nachmittagen im Einsatz sei. Genauer Auftrag?

„Türe beobachten und Telefone beantworten. Du agierst (das ist übrigens sein Lieblingswort) quasi wie meine Mutter.“

D A N K E !!!

Auf meine empfindliche Reaktion, dass ich es nicht nett finde, wenn ich mit einer Mutter (die doch etliches älter ist als ich und die mit dem Computer auf Kriegsfuss steht) verglichen werde, habe ich wieder gehört, dass es so doch nicht gemeint war. Ich dürfe natürlich auch Belege ausdrucken, ablegen und überhaupt….

Kennt ihr jenen Moment, in welchem man einfach besser den Schnabel hält, um sich nicht noch tiefer in den Fettnapf zu manövrieren? Er hat ihn definitiv nicht erwischt. Er hat sich munter weiter um Kopf und Kragen geredet – immer in der festen Überzeugung, dass er sich damit rette. Alles mit dem Feingefühl eines Trampeltiers. Für mich klang es nach: „Einfach eine Woche hinsetzen, Türe beobachten und nicht vom Fleck rühren – mehr kannst Du ohnehin nicht!“

Pha! Ob ich nun beleidigt bin? Nicht die Bohne! Ich bin SAUMÄSSIG beleidigt – und ich überlege mir, ob ich aufgrund von Seelenverletzung eine Entschädigung einfordern soll…

10 Gedanken zu „Das falsche Ohr

  1. Manchmal ist man bzgl. einer Sache gerade sehr empfindlich und hört dann alles so, als wäre es darauf gemünzt. „Älter“ bezieht sich auf den eigenen Standpunkt. Und solange du am Empfang sitzen darfst, bist du doch noch reichlich attraktiv und zudem so kompetent und liebevoll wie eine Mutter. Mamas sind die tollsten Menschen der Welt: Sie können alles und haben Zauberkräfte!

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