Felix und Ellie im Wald

Meine BF (Beste Freundin) und ich könnten Tierkommunikatorinnen sein – oder zumindest sind wir selbsternannte Tierversteherinnen. Wir sind heute mal wieder zu viert (zwei Frauen und zwei Hunde) durch den Wald geschlichen (zum Gehen war es zu heiss) und haben darüber sinniert, bei welchen Kopf- und Körperhaltungen unsere Hunde uns was mitteilen möchten. Also zum Vertonen eines Tierfilms könnte man uns hervorragend einsetzen. Meine BF hatte den Hund ihrer Schwester dabei – ich meine kleine Ellie.

Die Voraussetzungen waren so, dass es locker 30 Grad warm war, und wir die erste halbe Stunde im Schatten der Tannen nur aufwärts gehen mussten. Die Motivation der Hunde war an Glanz nicht zu überbieten. Könnten sie Krokodilstränen weinen, sie hätten es bestimmt getan 🙂

Ellie: „Ey, Felix – kannst Du mir sagen, warum die uns hier durch den Wald zerren?“
Felix: „Die meinen, sie müssten uns bewegen.“
Ellie: „Und warum meinen sie das?“
Felix: „Weil wir Hunde sind, Du Dussel!“ (Felix ist ein schlauer Senior).
Ellie: „Haben die denn nicht bemerkt, dass wir in unseren Fellen stecken und es zu warm dafür ist?“
Felix: „Das sind Frauen, was erwartest Du? Die sind sich sicher, dass sie ganz was Tolles für uns machen.“
Ellie: „Echt jetzt? Könnte man da nicht irgend jemanden zu Hilfe bellen?“
Felix: „Mir ist viel zu warm zum Bellen. Ich muss mich aufs Gehen konzentrieren.“
Ellie: „Stimmt. Aber ich habe voll keine Lust.“
Felix: „Ich auch nicht – drum laufe ich noch langsamer. Vielleicht merken sie dann, dass wir umdrehen sollten.“
Ellie: „Gute Idee. Ich helfe Dir.“

Hätten die Beiden das Tempo noch mehr gedrosselt, wir wären rückwärts gegangen. Und die Gesichter der Beiden sahen aus, als ob wir sie verprügelt hätten.

Kaum ging es auf halber Strecke abwärts, wurden die Schnarchnasen etwas schneller und gingen sogar auf einmal 5 Meter VOR uns!

Ellie: „Warum auf einmal so schnell?“
Felix: „Ich glaube, sie haben es kapiert. Es geht zurück in Richtung Wagen.“
Ellie: „Oh, das heisst, wir gehen nach Hause?
Felix: „Das nehme ich doch stark an. Oder wo möchtest Du bei dieser Hitze noch hin?“
Ellie: „Ja, nach Hause. Klingt prima! Komm, wir geben Gas!“
Felix: „Nicht zu schnell, sonst pfeifen sie uns wieder zurück. Dann gehen wir den Weg zweimal!“
Ellie: „Ich kapier das irgendwie nicht. Langsam ist zu langsam und schnell ist zu schnell.“
Felix: „Logisch kapierst Du das nicht, Du bist ja auch ein Hund.“
Ellie: „Und warum kapierst dann Du das? “
Felix: „Ich bin ein Rüde und ich habe viel mehr Erfahrung als Du. Wenn ich gequält schaue, dann schieben die das auf mein Alter und haben Erbarmen mit mir.“
Ellie: „Super, wenn ich gequält schaue, dann sagt Frauchen: Schau nicht so, wir bewegen uns jetzt noch ein bisschen. Das bringt Dich schon nicht um!“
Felix: „Logisch, Du bist ja auch noch jünger und Du zappeltst auch ständig rum. Da bist Du selber schuld.“

Ich nehme stark an, dass der schiefgelegte Kopf von Ellie daraufhin noch dachte: „Die Menschen verstehe ich nicht, und die Hunde manchmal auch nicht – das ist wortwörtlich ein Hundeleben.“

9 Gedanken zu „Felix und Ellie im Wald

  1. 🤗😂🤗 Soooooooooo gut geschrieben!!! Du solltest in diesem Stil ein „Kinder“-Buch schreiben 😍 Ich würde es SOFORT kaufen. So quasi, das Kinderbuch für Erwachsene ☺️ „Ellis Tagebuch“ oder „Ellis Welt“ oder „Eine kleine Lady auf 4 Pfoten“ oder „Wie man 2-Beiner zum Wahnsinn treibt“ 😂 oder, oder, oder…. 😍

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