Wenn das Lehrmittel zum Lachmittel wird

Das Tochterkind lernt derzeit sehr viel. Stundenlang werden Bundesordner voll Hirnfutter gewälzt, um anschliessend im modularen Verfahren Prüfungen abzulegen. Die Materie dreht sich um die Gastronomie/Hotellerie und es hat hochkomplexe Themen dabei. Weinherstellung vom Traubenstock bis in die Flasche inklusive Geografie und Benennung verschiedenster Weintrauben. Oder Herstellungsverfahren jeglicher Speisearten. Nicht zu vergessen komplexe Kalkulationen oder Mitarbeiterführung. Eine Flut an Wissen, welches in dieses junge Gehirn gepackt werden muss.

Auf der anderen Seite beinhalten diese Lehrmittel auch Informationen, über welche wir uns am Familientisch schlapp lachen. Informationen, die uns doch stutzig machen und uns rätseln lassen, wer damit veräppelt werden soll. Ich möchte euch diese Informationen nicht vorenthalten – die Menschheit braucht sie dringend!

Mobiliar: Tischkanten und Unterkanten sollten nicht verklebt sein (Kaugummi). – Danke für diese Erkenntnis, wir wären von selber niemals darauf gekommen!

Hygiene: Im Servicebereich wirken sich Mundgeruch, Schweissausdünstungen von Körper und Kleidung nicht verkaufsfördernd auf die Gäste aus. – Ach nein – ist das so?

Hygiene: Tägliche Körperreinigung gehören zu einem festen Morgenritual. Körperregionen, denen man besonders Beachtung schenken sollte sind Haare, Bart, Mund/Zähne, Haut, Achseln, Hände, Intimregion/Leistengegend, Füsse. – Und wir dachten bislang immer, mit etwas Deodorant wäre es auch getan…

Gästeempfang: Sobald ein Gast eine Gaststätte betritt, ist es wichtig, ihm zu zeigen, dass er herzlich willkommen ist. – Sowas aber auch – Zunge rausstrecken reicht also nicht?

Kommunikation am Telefon: Es gibt zwei Arten von Telefongesprächen. Wir rufen jemanden an = aktives Telefonat. Wir werden angerufen = eingehendes Telefonat. – Hä??? Diese Erkenntnis grenzt an die Relativitätstheroie von Einstein.

Küchenplanung: Rationalisierung der Produktion durch Vergrösserung des Stapelvolumens auf kleineren Flächen. – Warum sagt ihr nicht einfach „Stapeln was das Zeug hält“, dann passt nämlich mehr rein.

Sicherheit und Prävention: Türen von Kühl- und Tiefkühlräumen müssen jederzeit von innen geöffnet werden können. – Ups, dann dürfen wir also unbeliebte Mitarbeiter nicht im Kühlraum einsperren. Mist!

Bei dieser Art von Informationen mit einem versierten Lehrmittel kommt man sich doch ziemlich dämlich vor. All diese Dinge sind für uns so dermassen selbstverständlich, dass wir nicht einmal auf die Idee gekommen wären, diese in einem Lehrmittel besonders zu erwähnen. Schon gar nicht mit derart kompliziert umschreibenden Worten. Ganz offensichtlich fehlt es bei vielen Menschen an Erziehung, Anstand und normalstem Verhalten – anders kann ich mir nicht erklären, dass solche Aussagen Bestandteil von Prüfungen sein müssen.

21 Gedanken zu „Wenn das Lehrmittel zum Lachmittel wird

  1. „😱 Oooooooooooooooooooooooh nnnnnnnnnnnnnnnoooooooooooo…….ich habe jahrzehntelang meinen Bart vernachlässigt 😳😫😓“

    Sechs, setzen!
    Sie dürfen die Prüfung jedoch wegen Einsichtigkeit und Verlautbarung echter Reuegefühle noch einmal wiederholen. Nutzen Sie die Chance!

    *Heckenschere und Buchsbaumtrimmer reich* 😉

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  2. „Hygiene: Tägliche Körperreinigung gehören zu einem festen Morgenritual. Körperregionen, denen man besonders Beachtung schenken sollte sind Haare, Bart, Mund/Zähne, Haut, Achseln, Hände, Intimregion/Leistengegend, Füsse. – Und wir dachten bislang immer, mit etwas Deodorant wäre es auch getan…“

    Man beachte doch BITTE, BITTE auch die Reihenfolge!
    Die Zähne natürlich zum Schluss. 🙂

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  3. Also lieber alles einmal erzählt bekommen, als später in der Prüfung ratlos rumstehen. Man kann ja auch nie wissen, mit welchem Grundwissen bzw welchen Grundlagen die Lernenden vertraut sind und „gesunder Menschenverstand“ zählt doch schon längst nix mehr 😉. Übrigens wäre auch ein „Knigge für Gäste“ mittlerweile immer angebrachter: – man erwiedert den Gruß der ServiceMA, – mit der Bezahlung eines Kaffees gehört einem nicht die Einrichtung des Restaurants, -die Schuhe der eigenen Kinder gehören nicht auf die Sitzflächen, – der Zucker auf den Tischen gehört in den Kaffee/Tee,… – die Ersatzklopapierrollen sind nicht zum Mitnehmen gedacht, usw 😁…alles mehrfach so erlebt und noch viel mehr 😂😂😂
    Viel Glück Deiner Tochter bei den Prüfungen 😘

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  4. Für mich sind das auch mehr oder weniger Selbstverständlichkeiten! Nur bei der Sache mit dem Kaugummi sehe ich das anders als du. Weil ich gar nicht auf die Idee kommen würde, dass jemand seinen Kaugummi unter die Tischkante kleben könnte, hätte ich das auch nie geprüft…
    Liebe Grüße, Achim

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  5. 😱 Oooooooooooooooooooooooh nnnnnnnnnnnnnnnoooooooooooo…….ich habe jahrzehntelang meinen Bart vernachlässigt 😳😫😓 WARUM hat mir das keiner gesagt…….. 🙄

    Und im Empfang der Gäste war ich immer perfekt! Voller Freude um den Hals fallen, herzen, Küsschen links….Küsschen rechts….Küsschen links, für jeden hatte ich immer ein nettes Wort auf den Lippen „Meeeeensch, altes Haus….iiiiis das schön Dich wiederzusehen“ ( schulterklopp ) „Nee aber auch….guckt mal andere Gäste….der Heinz ist wieder da“ 😃

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